Stablecoin

Stablecoin

Ein Stablecoin ist digitales Geld auf einer Blockchain, dessen Kurs an eine gewöhnliche Währung wie den US-Dollar gekoppelt ist. Ein Stück soll also dauerhaft etwa einen Dollar wert sein — anders als Bitcoin, dessen Preis stark schwankt.

Kryptowährungen wie Bitcoin haben ein praktisches Problem: ihr Preis schwankt sehr stark. Er kann an einem Tag um zehn Prozent steigen oder fallen. Damit kann man schlecht bezahlen, denn niemand weiß, was der Betrag morgen wert ist. Ein Stablecoin löst das, indem er an eine normale Währung gekoppelt wird, meist an den US-Dollar. Ein Stück soll immer ungefähr einen Dollar wert sein. Technisch ist er ein Guthaben in einer öffentlichen Datenbank, die viele Rechner gemeinsam führen — dieses System nennt man Blockchain.

Der Dollar, der rund um die Uhr überweisen kann

Eine normale Banküberweisung ins Ausland dauert oft Tage und kostet Gebühren. Ein Stablecoin lässt sich in Minuten um die halbe Welt schicken, an jedem Tag und zu jeder Uhrzeit. Für Menschen in Ländern mit hoher Inflation ist das besonders attraktiv. Sie halten ihr Erspartes lieber in digitalen Dollar als in einer Währung, die jeden Monat an Wert verliert.

Auch im Krypto-Handel sind Stablecoins der Standard. Wer Bitcoin verkauft, tauscht meist nicht in Euro, sondern in einen Stablecoin. Das geht schneller und funktioniert ohne Bank im Hintergrund. Deshalb sind die größten Stablecoins zusammen mehrere Hundert Milliarden Dollar wert.

Genau diese Größe macht sie für Aufsichtsbehörden interessant. Wenn viele Menschen gleichzeitig ihr Geld zurückfordern, muss der Herausgeber es auch auszahlen können. Ein Zusammenbruch könnte auf Banken und Finanzmärkte durchschlagen. In der EU gilt deshalb seit 2024 mit MiCA ein eigenes Regelwerk für solche Token.

Woher die Kursbindung kommt

Die häufigste Bauweise ist die einfachste: Deckung durch echtes Geld. Der Herausgeber nimmt einen Dollar ein und gibt dafür einen Token heraus. Der Dollar liegt auf einem Bankkonto oder steckt in kurzfristigen US-Staatsanleihen. Wer den Token zurückgibt, bekommt seinen Dollar. Die größten Beispiele sind USDT von Tether und USDC von Circle.

Eine zweite Variante deckt den Token mit anderen Kryptowährungen. Weil deren Preis schwankt, muss man Sicherheiten im Überschuss hinterlegen. Für 100 Dollar an Token liegen dann etwa 150 Dollar an Kryptowerten als Pfand bereit. Fällt der Wert des Pfands zu stark, wird es automatisch verkauft.

Eine dritte Variante versuchte, den Kurs nur durch Rechenregeln zu halten, ohne echte Deckung. Dieses Modell hieß algorithmischer Stablecoin. Das bekannteste Beispiel, TerraUSD, brach 2022 innerhalb weniger Tage zusammen und vernichtete rund 40 Milliarden Dollar. Seither gilt der Ansatz als gescheitert. Der Fachbegriff für den Verlust der Kursbindung ist übrigens “Depegging”.

Stablecoins in Nachrichten und Zahlungsapps

Im Alltag begegnen Stablecoins den meisten Menschen zuerst auf Handelsplattformen für Kryptowährungen. Dort dienen sie als Zwischenparkplatz für Geld. Immer häufiger tauchen sie aber auch bei Zahlungsdienstleistern auf. PayPal hat einen eigenen Dollar-Token herausgegeben, Visa und Mastercard testen Abwicklungen darüber.

In Finanznachrichten liest man Stablecoins vor allem in zwei Zusammenhängen. Erstens bei Regulierung: Wie viel Reserven muss ein Herausgeber halten, und wer prüft das? Zweitens bei Zinsen, denn die Herausgeber verdienen Geld mit den Anleihen in ihren Reserven. Tether gehört dadurch zu den profitabelsten Finanzunternehmen der Welt.

Ein häufiger Irrtum ist, Stablecoins mit digitalem Zentralbankgeld zu verwechseln. Der digitale Euro wäre staatliches Geld, herausgegeben von der Europäischen Zentralbank. Ein Stablecoin dagegen ist ein Versprechen eines privaten Unternehmens. Wie viel es wert ist, hängt davon ab, ob dieses Unternehmen zahlen kann und will.

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