Affiliate-Marketing

Affiliate-Marketing

Affiliate-Marketing ist eine Form der Werbung, bei der ein Partner Kunden zu einem Anbieter schickt und nur dann Geld bekommt, wenn daraus tatsächlich ein Kauf oder eine Anmeldung wird. Bezahlt wird also nicht die Werbefläche, sondern das Ergebnis.

Affiliate-Marketing ist eine Art bezahlte Empfehlung. Ein Anbieter, etwa ein Onlineshop, verspricht: Wer mir Kunden bringt, bekommt einen Anteil vom Umsatz. Wer diese Kunden bringt, kann eine Website, ein YouTube-Kanal oder ein Newsletter sein. Damit klar ist, woher ein Kunde kam, benutzt der Partner einen speziellen Link mit einer eingebauten Kennung. Klickt jemand darauf und kauft etwas, wird der Verkauf dem Partner zugerechnet. Er erhält eine Provision, also einen festen Prozentsatz oder Betrag pro Verkauf.

Werbung, die erst nach dem Verkauf kostet

Klassische Werbung ist ein Risiko für den Anbieter. Eine Plakatwand oder ein Werbebanner kostet Geld, egal ob danach jemand kauft. Beim Affiliate-Marketing kehrt sich das um. Der Anbieter zahlt erst, wenn ein Ergebnis vorliegt. Deshalb spricht man auch von leistungsbasierter Werbung.

Für kleine Anbieter ist das attraktiv, weil kein Werbebudget im Voraus nötig ist. Für Menschen, die im Internet Inhalte veröffentlichen, ist es eine der einfachsten Einnahmequellen. Ein Blog über Fahrräder kann Produkte verlinken und an jedem verkauften Helm mitverdienen. Große Programme wie das von Amazon haben Millionen solcher Partner.

Das System hat aber eine bekannte Schwachstelle. Wer nur bei Verkäufen verdient, hat einen Anreiz, Produkte besser darzustellen, als sie sind. Deshalb schreibt das Gesetz in Deutschland vor, dass bezahlte Links als Werbung erkennbar sein müssen. Hinweise wie « Werbelink » oder « Anzeige » unter Videos und Artikeln haben genau diesen Grund.

Vom Klick zur Provision

Technisch steckt hinter jedem Partnerlink eine Kennnummer. Sie sagt dem Shop, welcher Partner den Besucher geschickt hat. Meist wird dazu im Browser des Besuchers eine kleine Datei gespeichert, ein sogenanntes Cookie. Kauft er innerhalb einer festgelegten Frist, oft 24 Stunden bis 30 Tage, zählt der Verkauf für den Partner. Nach Ablauf der Frist verfällt der Anspruch.

Die Abrechnung übernimmt selten der Anbieter selbst. Dazwischen sitzen meist Netzwerke, also Plattformen, die viele Programme bündeln, Klicks zählen und Provisionen auszahlen. Bekannte Beispiele sind Awin oder Tradedoubler. Für Partner ist das praktisch, weil sie sich nicht mit jedem Shop einzeln vertraglich einigen müssen.

Bezahlt wird nicht immer pro Verkauf. Bei manchen Programmen genügt eine Anmeldung, etwa für ein Konto oder einen Newsletter. Diese Modelle heißen Pay per Sale und Pay per Lead. Ein Lead ist dabei nur ein Interessent mit hinterlassenen Kontaktdaten, noch kein Käufer. Provisionen reichen von wenigen Prozent bei Elektronik bis zu hohen zweistelligen Beträgen bei Versicherungen oder Finanzprodukten.

Vergleichsportale, Creator und KI-Chatbots

Man begegnet Affiliate-Marketing täglich, ohne es zu merken. Vergleichsportale für Strom, Kredite oder Hotels finanzieren sich fast vollständig so. Auch Testberichte mit « Zum Angebot »-Knöpfen und Produktlinks in Videobeschreibungen gehören dazu. In der Wirtschaftspresse ist das relevant, weil manche Unternehmen ihren gesamten Umsatz aus solchen Provisionen ziehen.

Neu ist die Verbindung zur KI. Chatbots beantworten inzwischen Fragen, die früher zu Google und dann zu einem Vergleichsportal geführt hätten. Wenn niemand mehr auf Links klickt, bricht das Geschäftsmodell vieler Websites weg. Gleichzeitig testen Anbieter von KI-Assistenten selbst, Produktempfehlungen mit Provisionslinks auszustatten.

Ein häufiger Irrtum ist, Affiliate-Marketing mit Influencer-Werbung gleichzusetzen. Ein Influencer bekommt oft eine feste Summe für einen Beitrag, unabhängig vom Erfolg. Beim Affiliate-Modell hängt die Bezahlung dagegen am messbaren Ergebnis. In der Praxis werden beide Formen häufig kombiniert.

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