Augmented Reality

Augmented Reality

Augmented Reality bedeutet, dass ein Gerät zusätzliche Bilder oder Texte in die echte Umgebung einblendet, während man sie ansieht. Man sieht also weiterhin den realen Raum, ergänzt um Inhalte, die ein Computer dazurechnet.

Augmented Reality heißt auf Deutsch erweiterte Realität. Gemeint ist Folgendes: Man schaut durch eine Handykamera oder eine Brille auf die echte Umgebung. Das Gerät legt zusätzliche Bilder, Pfeile oder Texte darüber. Diese Zusätze wirken so, als würden sie wirklich im Raum stehen. Ein Beispiel ist ein Pfeil, der bei einer Navigations-App direkt auf der Straße vor einem zu liegen scheint. Der Unterschied zur virtuellen Realität ist wichtig: Dort ist alles künstlich, und die echte Umgebung verschwindet komplett. Bei Augmented Reality bleibt die echte Welt der Hauptteil des Bildes.

Was der Blick durch die Kamera praktisch bringt

Informationen sind nützlicher, wenn sie dort auftauchen, wo man sie braucht. Eine Reparaturanleitung als PDF zwingt den Nutzer, ständig zwischen Papier und Maschine hin und her zu blicken. Eine eingeblendete Markierung zeigt direkt auf die richtige Schraube. Techniker in Fabriken arbeiten mit solchen Systemen nachweislich schneller und machen weniger Fehler.

Für Unternehmen ist Augmented Reality außerdem ein Verkaufswerkzeug. Möbelhäuser lassen Kunden ein Sofa virtuell ins eigene Wohnzimmer stellen. Das senkt die Zahl der Rücksendungen, weil man vorher sieht, ob das Möbelstück passt. Auch Brillen, Schuhe und Make-up werden auf diese Weise anprobiert. Jede vermiedene Rücksendung spart einem Händler echtes Geld.

Viele Technologiekonzerne halten Augmented Reality zudem für die nächste große Gerätekategorie nach dem Smartphone. Die Idee: Irgendwann trägt man eine leichte Brille statt ein Display in der Hand zu halten. Ob das eintrifft, ist offen. Sicher ist nur, dass Apple, Google, Meta und Samsung seit Jahren Milliarden in diese Wette stecken.

Wie das Gerät den Raum vermisst

Damit ein virtuelles Objekt stehen bleibt, muss das Gerät wissen, wo es selbst ist. Dafür laufen zwei Dinge gleichzeitig. Die Kamera sucht in jedem Bild markante Punkte, etwa Tischkanten oder Muster im Teppich. Bewegungssensoren messen parallel, wie das Gerät gedreht und verschoben wird. Aus beidem berechnet die Software laufend die eigene Position und eine grobe Karte der Umgebung. Dieses Verfahren nennt man SLAM, eine Abkürzung für gleichzeitiges Lokalisieren und Kartieren.

Erst danach kommt die Grafik ins Spiel. Das Programm kennt nun die Bodenfläche und stellt das virtuelle Sofa darauf ab. Damit es echt wirkt, wird es passend beleuchtet und verdeckt, wo ein reales Möbelstück davorsteht. Das Ganze muss etwa 60-mal pro Sekunde neu berechnet werden. Bei größeren Verzögerungen scheint das Objekt zu schwimmen oder zu ruckeln.

Künstliche Intelligenz übernimmt dabei einen wachsenden Teil der Arbeit. Trainierte Modelle erkennen, ob eine Fläche ein Boden, eine Wand oder eine Hand ist. Andere Modelle schätzen aus einem einzelnen Kamerabild die Entfernung zu jedem Bildpunkt. Manche Geräte nutzen zusätzlich einen Laser-Sensor namens LiDAR, der Entfernungen direkt misst. Er liefert genauere Ergebnisse, ist aber teurer und deshalb nicht in jedem Handy verbaut.

Von Pokémon Go bis zur Datenbrille

Die bekannteste Anwendung war das Spiel Pokémon Go, in dem Spielfiguren auf echten Straßen erscheinen. Fast jedes moderne Smartphone bringt Augmented Reality inzwischen von Haus aus mit. Instagram- und Snapchat-Filter, die Gesichter verändern, sind eine einfache Form davon. Auch Übersetzungs-Apps gehören dazu: Man hält die Kamera auf ein fremdsprachiges Schild, und der übersetzte Text erscheint an derselben Stelle.

In Nachrichten taucht der Begriff meist im Zusammenhang mit Brillen auf. Apple verkauft die Vision Pro, Meta arbeitet an leichteren Modellen, und Google versucht es nach einem Fehlstart erneut. Bisher sind diese Geräte teuer, schwer und haben eine kurze Akkulaufzeit. Analysten diskutieren deshalb regelmäßig, wann der Massenmarkt kommt.

Ein häufiger Irrtum ist, Augmented Reality und das sogenannte Metaverse gleichzusetzen. Das Metaverse beschreibt vernetzte virtuelle Welten, Augmented Reality dagegen nur die Einblendung in die reale Umgebung. Beide Begriffe werden im Marketing oft vermischt. Wer Meldungen dazu liest, sollte prüfen, ob wirklich die echte Umgebung sichtbar bleibt.

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