
AVIF
AVIF ist ein Dateiformat für Bilder im Internet, das Fotos bei gleicher Bildqualität deutlich kleiner speichert als das ältere JPEG. Es stammt aus der Videotechnik und wird heute von allen großen Browsern angezeigt.
AVIF ist ein Dateiformat für Bilder, also eine festgelegte Art, wie ein Foto in einer Datei abgespeichert wird. Man erkennt es an der Endung « .avif » am Ende des Dateinamens. Es erfüllt denselben Zweck wie die bekannteren Formate JPEG und PNG, braucht dafür aber meist weniger Speicherplatz. Ein typisches Foto wird als AVIF oft nur halb so groß wie dasselbe Foto als JPEG, ohne sichtbar schlechter auszusehen. Entwickelt wurde das Format von einem Zusammenschluss großer Technikfirmen, darunter Google, Netflix und Mozilla. Es ist frei nutzbar: Wer es einsetzt, muss dafür keine Lizenzgebühren zahlen.
Warum kleinere Bilddateien Geld sparen
Der größte Teil dessen, was beim Öffnen einer Webseite geladen wird, sind Bilder. Text wiegt fast nichts, ein einziges Produktfoto dagegen schnell mehrere hundert Kilobyte. Wenn ein Onlineshop tausend Bilder ausliefert und jedes davon halb so groß wird, halbiert sich ein großer Teil seiner Datenmenge. Das senkt die Kosten für die Server und die Leitungen, über die die Daten fließen.
Für Nutzer zählt vor allem die Ladezeit. Seiten, die langsam erscheinen, werden häufiger abgebrochen, und Suchmaschinen bewerten schnelle Seiten besser. Bei einem schwachen Mobilfunknetz ist der Unterschied zwischen zwei und vier Sekunden deutlich spürbar. Deshalb ist die Umstellung auf AVIF für viele Firmen eine der einfachsten Maßnahmen, um ihre Webseite schneller zu machen.
Dazu kommt ein Qualitätsargument. AVIF kann mehr Farbabstufungen speichern als JPEG und beherrscht HDR, also Bilder mit besonders hellen Lichtern und tiefen Schatten. Außerdem unterstützt es Transparenz, wofür man früher PNG-Dateien brauchte. Ein Format ersetzt damit zwei ältere.
Ein Videoverfahren, angewandt auf Einzelbilder
AVIF ist keine eigene Erfindung von Grund auf. Es benutzt die Kompressionstechnik des Videoformats AV1. Kompression bedeutet: Daten so umschreiben, dass sie weniger Platz brauchen. Ein AVIF-Bild ist technisch gesehen ein einzelnes Standbild aus einem AV1-Video, verpackt in einen eigenen Dateicontainer.
Der Trick dabei heißt verlustbehaftete Kompression. Das Verfahren wirft gezielt Bildinformationen weg, die das menschliche Auge kaum bemerkt. Feine Farbunterschiede in einem gleichmäßig blauen Himmel fallen niemandem auf, feine Kanten in einem Gesicht dagegen sofort. AV1 verteilt sein Datenbudget deshalb ungleich und legt es dorthin, wo es sichtbar wird. JPEG macht im Prinzip dasselbe, arbeitet aber mit Methoden aus den frühen 1990er Jahren.
Der Preis für die bessere Qualität ist Rechenzeit. Ein AVIF-Bild zu erzeugen dauert je nach Einstellung mehrere Sekunden, bei JPEG sind es Millisekunden. Das ist verkraftbar, weil ein Bild nur einmal komprimiert, aber millionenfach angezeigt wird. Das Anzeigen selbst geht schnell, weil moderne Prozessoren und Grafikchips AV1 oft direkt in der Hardware entschlüsseln können.
AVIF im Browser und in News-Meldungen
Im Alltag begegnet einem AVIF meist, ohne dass man es merkt. Alle verbreiteten Browser, also Chrome, Firefox, Safari und Edge, zeigen das Format inzwischen an. Große Seiten liefern automatisch AVIF aus, wenn der Browser es versteht, und sonst ein JPEG. Wer ein Bild von einer Webseite speichert, findet danach manchmal eine .avif-Datei auf der Festplatte.
Genau da zeigt sich auch die Schwäche. Ältere Bildbearbeitungsprogramme, manche Office-Anwendungen und einige Druckereien können mit AVIF nichts anfangen. Dann hilft nur, die Datei in JPEG umzuwandeln. Dieses Problem wird kleiner, verschwindet aber langsam.
In Technikmeldungen taucht AVIF oft im Vergleich mit WebP und JPEG XL auf. WebP ist der ältere Google-Vorschlag und komprimiert etwas schlechter als AVIF. JPEG XL gilt technisch als sehr stark, wird aber von weniger Browsern unterstützt. Welches Format sich langfristig durchsetzt, ist noch offen, und die Entscheidungen einzelner Browserhersteller werden deshalb aufmerksam verfolgt.