HEIC

HEIC

HEIC ist ein Dateiformat für Fotos, das Bilder bei gleicher Qualität etwa halb so groß speichert wie das ältere JPEG. Apple nutzt es seit 2017 als Standard auf iPhones, weshalb viele Nutzer beim Versenden solcher Bilder auf Kompatibilitätsprobleme stoßen.

Jedes Foto auf einem Handy wird als Datei gespeichert. Das Format dieser Datei legt fest, wie die Bildinformationen in Nullen und Einsen verpackt werden. HEIC ist eines dieser Formate, erkennbar an der Endung « .heic » hinter dem Dateinamen. Es wurde entwickelt, um Bilder deutlich platzsparender abzulegen als das seit den 1990er-Jahren übliche Format JPEG. Ein Foto, das als JPEG vier Megabyte belegt, braucht als HEIC oft nur zwei. Sichtbar schlechter sieht es dabei normalerweise nicht aus.

Warum Apple das Format auf jedes iPhone gebracht hat

Speicherplatz auf Telefonen ist teuer, und Menschen fotografieren viel. Wer 20.000 Bilder auf dem Gerät hat, spart mit HEIC mehrere Gigabyte. Apple stellte deshalb 2017 mit iOS 11 die Kamera aller neueren iPhones standardmäßig auf HEIC um. Seitdem ist das Format auf hunderten Millionen Geräten der Normalfall, ohne dass die meisten Besitzer es je bewusst ausgewählt hätten.

Der Preis dafür ist Kompatibilität. Ein Format nützt nur, wenn die Gegenseite es öffnen kann. Ältere Windows-Versionen, viele Webseiten-Uploads, Drucksysteme in Copyshops und manche Schulplattformen kommen mit .heic bis heute nicht zurecht. Genau daher stammt der häufigste Kontakt mit dem Begriff: Jemand schickt ein Foto, und beim Empfänger erscheint statt des Bildes eine Fehlermeldung.

Für die Technikbranche ist HEIC außerdem ein Lehrstück darüber, wie schwer ein Standardwechsel ist. JPEG ist technisch längst veraltet, aber es läuft überall. Ein besseres Format setzt sich nicht allein durch bessere Zahlen durch, sondern erst, wenn genug Software mitzieht. Bei HEIC hat das über Jahre gedauert und ist bis heute nicht abgeschlossen.

Videokompression, angewendet auf ein Einzelbild

Der Trick hinter HEIC ist geliehen. Das Format nutzt das Kompressionsverfahren HEVC, das eigentlich für Videos entwickelt wurde. Videocodecs sind extrem gut darin, Flächen zu erkennen, die sich ähneln, und diese nur einmal zu beschreiben. Ein HEIC-Bild wird im Prinzip wie ein Video aus einem einzigen Frame behandelt. Dadurch profitiert ein Standfoto von jahrzehntelanger Forschung an Bewegtbild.

Wie bei JPEG wird dabei Information weggeworfen, die das Auge kaum bemerkt. Man nennt das verlustbehaftete Kompression. HEIC trifft diese Entscheidungen nur klüger und in feineren Abstufungen. Zusätzlich speichert es Farben mit bis zu 16 Bit pro Kanal statt 8 Bit wie JPEG, was bei Sonnenuntergängen sichtbare Streifenbildung vermeidet.

Das « C » steht für Container. Eine HEIC-Datei kann mehr enthalten als ein Bild: mehrere Aufnahmen einer Serie, Transparenz, Tiefeninformationen für den Porträtmodus oder die kurzen Bewegtbilder einer Live Photo. Streng genommen heißt der Standard HEIF, und HEIC ist die Variante mit HEVC-Kompression. Im Alltag werden die Begriffe meist synonym verwendet.

Wenn das Bild beim Empfänger nicht aufgeht

Am häufigsten fällt HEIC negativ auf. Ein Foto landet per Mail oder USB-Stick auf einem fremden Rechner und lässt sich nicht öffnen. In den iPhone-Einstellungen gibt es dafür zwei Schalter: Unter « Kamera – Formate » lässt sich auf « Maximale Kompatibilität » umstellen, dann fotografiert das Gerät wieder in JPEG. Beim Teilen kann man außerdem festlegen, dass beim Übertragen automatisch umgewandelt wird.

Beim Versand über WhatsApp, Instagram oder iMessage merkt man von alldem nichts, weil diese Dienste die Bilder ohnehin selbst umrechnen. Sichtbar wird das Format vor allem im direkten Dateiaustausch: Bewerbungsportale, Behördenformulare, Schul-Uploads. Wer dort eine Absage wegen eines « ungültigen Dateityps » bekommt, hat meist ein HEIC erwischt.

Ein verwandter Name taucht in Tech-News ebenfalls auf: AVIF. Das ist ein konkurrierendes Format mit ähnlichem Ziel, das aber lizenzfrei ist. An HEVC hängen Patentgebühren, was viele Hersteller bremst. Im Web hat sich deshalb eher AVIF durchgesetzt, während HEIC das Format der Kameraspeicherung geblieben ist.

Subscribe free. Unsubscribe the second it sucks.

High-signal news across AI, business, UX, and tech. Every morning.