HHI

HHI

Der HHI ist eine Kennzahl dafür, wie stark ein Markt von wenigen großen Anbietern beherrscht wird. Er wird berechnet, indem man die Marktanteile aller Firmen quadriert und die Ergebnisse addiert.

HHI ist die Abkürzung für Herfindahl-Hirschman-Index. Diese Zahl beschreibt, wie stark ein Markt auf wenige große Firmen zusammengedrängt ist. Ein Markt ist dabei einfach die Gesamtheit aller Anbieter, die dasselbe Produkt verkaufen. Für die Berechnung nimmt man den Marktanteil jeder Firma in Prozent. Jeden dieser Anteile quadriert man, also multipliziert ihn mit sich selbst. Anschließend addiert man alle quadrierten Werte zu einer einzigen Zahl.

Was der Index über Wettbewerb verrät

Der Wert liegt theoretisch zwischen fast 0 und 10.000. Teilen sich hundert gleich große Firmen einen Markt, hat jede ein Prozent Anteil. Das ergibt hundert mal eins, also einen HHI von 100. Gehört dagegen einer einzigen Firma der gesamte Markt, rechnet man 100 mal 100 und landet bei 10.000. Ein hoher Wert bedeutet also: wenige bestimmen, was angeboten wird und was es kostet.

Genau deshalb benutzen Kartellbehörden den HHI. Das sind staatliche Stellen, die prüfen, ob Firmen den Wettbewerb aushebeln. Die US-Behörden stufen Märkte unter 1.000 als wenig konzentriert ein. Zwischen 1.000 und 1.800 gilt ein Markt als mäßig konzentriert, darüber als stark konzentriert. Diese Schwellen sind keine Naturgesetze, sondern politische Festlegungen, die sich über die Jahre geändert haben.

Für Anleger ist der Index aus einem anderen Grund interessant. Firmen in konzentrierten Märkten haben oft höhere Gewinnspannen, weil sie weniger Preisdruck spüren. Gleichzeitig steigt bei ihnen das Risiko, dass der Staat eingreift. Ein hoher HHI ist also gleichzeitig ein gutes und ein gefährliches Zeichen.

Warum quadriert wird

Das Quadrieren ist der eigentliche Trick der Formel. Es sorgt dafür, dass große Anteile viel stärker ins Gewicht fallen als kleine. Ein Anbieter mit 50 Prozent steuert 2.500 Punkte bei. Fünfzig Anbieter mit je einem Prozent steuern zusammen nur 50 Punkte bei. Obwohl beide Gruppen die Hälfte des Marktes halten, bewertet der Index sie völlig unterschiedlich.

Ein Beispiel macht das greifbar. In Markt A halten vier Firmen je 25 Prozent, der HHI liegt bei 2.500. In Markt B hält eine Firma 70 Prozent und dreißig kleine Firmen je ein Prozent. Der HHI liegt dort bei rund 4.930, obwohl es viel mehr Anbieter gibt. Die reine Zahl der Firmen sagt also wenig aus. Erst die Verteilung zeigt, wer wirklich Macht hat.

Ein typischer Irrtum ist, den HHI mit der Vierfirmen-Konzentrationsrate zu verwechseln. Diese zählt nur die Anteile der vier größten Anbieter zusammen. Sie ignoriert dabei, ob diese vier gleich stark sind oder ob einer dominiert. Der HHI berücksichtigt jede Firma im Markt und gewichtet nach Größe. Dafür braucht er auch mehr Daten, die oft schwer zu bekommen sind.

Der Index in Tech-Nachrichten

Am häufigsten taucht der HHI auf, wenn ein Konzern einen anderen kaufen will. Behörden rechnen dann aus, wie der Wert nach der Fusion aussähe. Steigt er stark an und liegt der Markt ohnehin über der kritischen Schwelle, wird der Kauf genau geprüft. Manchmal verbieten Behörden ihn, manchmal erlauben sie ihn nur unter Auflagen. Ein Unternehmen muss dann zum Beispiel einen Geschäftsbereich verkaufen.

In der Technologiebranche wird die Kennzahl oft zitiert, weil dort viele Märkte extrem konzentriert sind. Cloud-Rechenzentren, Smartphone-Betriebssysteme oder die Herstellung modernster Chips liegen in wenigen Händen. Auch bei KI-Modellen diskutieren Fachleute, ob sich hier eine ähnliche Konzentration abzeichnet. Der HHI liefert dafür eine Zahl, über die man streiten kann.

Dabei bleibt eine Schwäche bestehen. Das Ergebnis hängt vollständig davon ab, wie man den Markt abgrenzt. Zählt man nur Streamingdienste oder alle Fernsehangebote zusammen? Je nach Antwort ändert sich der Wert dramatisch. Genau um diese Abgrenzung streiten Konzerne und Behörden vor Gericht oft jahrelang.

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