Hyperscaler

Hyperscaler

Hyperscaler sind die wenigen sehr großen Firmen, die weltweit riesige Rechenzentren betreiben und deren Rechenleistung an andere vermieten. Dazu zählen vor allem Amazon, Microsoft, Google, Alibaba und Meta.

Fast jede App, die du benutzt, läuft nicht nur auf deinem Handy. Ein Teil der Arbeit passiert auf fremden Computern, die in großen Hallen stehen und über das Internet erreichbar sind. Solche Hallen nennt man Rechenzentren. Ein Hyperscaler ist eine Firma, die solche Rechenzentren in extrem großem Maßstab betreibt und die Rechenleistung darin an andere Unternehmen vermietet. Das Wort setzt sich aus « hyper » für übergroß und « scale » für Größenordnung zusammen. Gemeint ist damit die Fähigkeit, das eigene Angebot innerhalb von Tagen zu verdoppeln, wenn die Nachfrage steigt. Zu den größten Hyperscalern gehören Amazon, Microsoft, Google, Meta und Alibaba.

Die Vermieter der KI-Infrastruktur

Wer heute ein KI-Modell trainieren will, braucht tausende spezialisierte Rechenchips, die monatelang gleichzeitig arbeiten. So etwas selbst zu kaufen, kostet Milliarden. Die meisten KI-Firmen mieten deshalb, statt zu bauen. Damit sitzen die Hyperscaler an einer Schlüsselstelle: Ohne sie gibt es kaum ein großes KI-Projekt.

Das macht sie auch für die Börse interessant. Die Investitionen der Hyperscaler in neue Rechenzentren gelten als Frühindikator für die gesamte KI-Branche. Wenn Microsoft und Google ihre Ausgaben erhöhen, steigen meist auch die Aktien von Chipherstellern wie Nvidia. Kürzen sie, fällt die ganze Branche. Analysten nennen diese Ausgaben Capex, kurz für Investitionsausgaben.

Gleichzeitig wächst die Kritik an dieser Machtkonzentration. Drei Anbieter teilen zusammen rund zwei Drittel des weltweiten Cloud-Marktes. Fällt einer aus, stehen Tausende Websites still. Solche Ausfälle hat es schon mehrfach gegeben, jeweils für einige Stunden.

Warum Größe hier Geld spart

Der wirtschaftliche Trick der Hyperscaler heißt Skaleneffekt. Wer hunderttausend Server auf einmal kauft, zahlt pro Stück deutlich weniger als ein Mittelständler mit zehn Servern. Dasselbe gilt für Strom, Kühlung und Personal. Ein einziger Techniker betreut in einem Hyperscaler-Rechenzentrum tausende Maschinen, weil fast alles automatisiert abläuft.

Technisch beruht das Angebot auf Virtualisierung. Dabei wird eine große physische Maschine in viele kleine, voneinander abgeschirmte Rechner aufgeteilt. Du mietest also nicht einen bestimmten Computer, sondern einen Anteil an einem sehr großen Pool. Brauchst du morgen zehnmal so viel, wird dir einfach mehr aus dem Pool zugeteilt. Dieses schnelle Vergrößern und Verkleinern nennt man Skalieren, und es ist der eigentliche Kern des Geschäftsmodells.

Standorte werden nach Strom, Wasser und Klima ausgewählt. Kühle Regionen mit billiger Energie sind beliebt, etwa Skandinavien oder der Nordwesten der USA. Ein großes Rechenzentrum verbraucht so viel Strom wie eine Kleinstadt. Deshalb kaufen Hyperscaler inzwischen selbst Windparks und schließen langfristige Verträge mit Kraftwerken, teils sogar mit Kernkraftwerken.

Wo der Begriff in Nachrichten auftaucht

Im Alltag begegnest du Hyperscalern ständig, ohne den Namen zu lesen. Netflix-Streams, Spotify-Playlists und die Speicherung deiner Handyfotos laufen über deren Rechenzentren. Auch Chatbots wie ChatGPT antworten dir aus einem gemieteten Rechenzentrum. Der Begriff selbst steht meist im Wirtschaftsteil, nicht in der App.

Typische Schlagzeilen lauten: « Hyperscaler erhöhen Investitionen auf über 300 Milliarden Dollar » oder « Hyperscaler bauen eigene KI-Chips ». Letzteres ist ein wichtiger Trend. Google, Amazon und Microsoft entwickeln inzwischen selbst Chips, um weniger von Nvidia abhängig zu sein.

Ein häufiger Irrtum ist, Hyperscaler und Cloud-Anbieter gleichzusetzen. Cloud-Anbieter gibt es viele, auch kleine deutsche Firmen mit einem einzigen Rechenzentrum. Hyperscaler sind nur die wenigen ganz Großen mit weltweitem Netz aus Standorten. Wer über Digitalsouveränität diskutiert, meint damit oft die Frage, wie abhängig Europa von diesen wenigen Anbietern sein will.

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