Schema eines HTTP-Requests: links das Gerät des Nutzers, rechts der Server. Ein Pfeil nach rechts zeigt die Anfrage mit Methode GET, Adresse und Headern, ein Pfeil zurück zeigt die Antwort mit Statuscode 200 und dem Inhalt der Seite.

HTTP-Request

Ein HTTP-Request ist die Anfrage, die dein Gerät an einen fremden Computer im Internet schickt, um etwas zu bekommen — eine Webseite, ein Bild oder eine Antwort eines Programms. Er enthält genau eine Adresse, eine gewünschte Aktion und Zusatzangaben, und darauf folgt immer eine Antwort.

Wenn du eine Internetadresse eingibst, passiert nichts von Zauberhand. Dein Gerät schickt eine schriftliche Anfrage an einen anderen Computer, der die Seite bereithält. Diese Anfrage heißt HTTP-Request. HTTP ist dabei nur der Name der Sprache, auf die sich beide Seiten geeinigt haben, damit sie sich verstehen. Der Request sagt im Kern: welche Adresse ist gemeint, und was soll damit passieren. Der andere Computer liest das, tut etwas und schickt eine Antwort zurück. Dieses Paar aus Anfrage und Antwort ist der Grundvorgang, auf dem das ganze Web aufbaut.

Die kleinste Einheit, in der das Web abgerechnet wird

Fast alles, was du online tust, zerfällt in solche Anfragen. Eine einzige Nachrichtenseite löst oft 50 bis 200 Requests aus: einen für den Text, viele für Bilder, Schriftarten und Werbung. Deshalb ist die Zahl der Requests ein wichtiger Grund dafür, dass eine Seite schnell oder langsam lädt. Jede Anfrage kostet Zeit, weil sie physisch durch Kabel reisen muss.

Für Firmen sind Requests außerdem eine Einheit, mit der Geld verdient wird. Anbieter von Cloud-Diensten — also von gemieteter Rechenleistung in fremden Rechenzentren — rechnen häufig pro Million Anfragen ab. Auch KI-Anbieter arbeiten so: jede Frage an ein Sprachmodell ist technisch ein HTTP-Request an deren Server. Wenn in einer Meldung steht, ein Dienst verarbeite Milliarden Anfragen pro Tag, ist damit genau das gemeint.

Requests sind auch der Punkt, an dem Angriffe ansetzen. Bei einer Überlastungsattacke schicken tausende gekaperte Geräte gleichzeitig sinnlose Anfragen, bis der Server nicht mehr antworten kann. Der einzelne Request ist harmlos, die Masse ist das Problem.

Was in einer Anfrage tatsächlich drinsteht

Ein Request ist im Grunde ein kurzer Text mit festem Aufbau. In der ersten Zeile steht die Methode, also die gewünschte Aktion. GET bedeutet « schick mir etwas », POST bedeutet « hier sind Daten, nimm sie an ». Daneben steht die genaue Adresse des gewünschten Inhalts. Beim Absenden eines Formulars ist es fast immer ein POST.

Danach folgen die Header, eine Liste von Zusatzangaben. Dort steht zum Beispiel, welche Sprache du bevorzugst, welcher Browser du bist und ob du angemeldet bist. Angemeldet-Sein funktioniert über kleine Textschnipsel, die der Server dir vorher gegeben hat und die du bei jeder Anfrage mitschickst. Der Server selbst merkt sich zwischen zwei Anfragen nämlich nichts über dich.

Die Antwort hat den gleichen Aufbau und beginnt mit einer dreistelligen Zahl. 200 heißt: alles in Ordnung. 404 heißt: die gewünschte Adresse gibt es nicht. 500 heißt: der Server hat einen eigenen Fehler. Ein verbreiteter Irrtum ist, dass ein HTTP-Request eine dauerhafte Verbindung sei. Er ist eher ein Brief mit Rückschein als ein Telefonat.

Wo dir Requests im Alltag auffallen

Am deutlichsten merkst du sie, wenn etwas schiefgeht. Die Fehlerseite « 404 – Seite nicht gefunden » ist die Antwort auf einen Request, der ins Leere ging. Auch das Sperrschild bei zu vielen Klicks in kurzer Zeit ist eine Antwort, nämlich der Code 429 für « zu viele Anfragen ».

Jeder Browser hat außerdem eingebaute Entwicklerwerkzeuge, meist über die Taste F12 erreichbar. Dort siehst du im Reiter für das Netzwerk jede einzelne Anfrage einer Seite mit Größe und Dauer. Das ist der schnellste Weg, den Begriff nicht nur zu lesen, sondern zu sehen.

In Nachrichten und Produktbeschreibungen begegnet dir der Begriff oft im Zusammenhang mit Schnittstellen, also mit Zugängen, über die Programme sich gegenseitig Daten liefern. Wenn ein Anbieter ein Limit von 60 Anfragen pro Minute nennt, meint er HTTP-Requests. Auch Apps auf dem Handy arbeiten so: sie zeigen dir eine hübsche Oberfläche, holen die Inhalte aber über genau dieselben Anfragen wie ein Browser.

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