Computerwurm

Computerwurm

Ein Computerwurm ist ein Schadprogramm, das sich selbstständig von einem Gerät auf das nächste verbreitet, ohne dass ein Mensch etwas tun muss. Anders als ein Virus braucht er dafür keine Wirtsdatei, in die er sich einklinkt.

Ein Computerwurm ist ein Schadprogramm, das sich selbst vervielfältigt und dabei von einem Gerät auf das nächste springt. Es braucht dafür keinen menschlichen Anstoß wie einen Doppelklick. Der Wurm sucht eigenständig nach erreichbaren Geräten, befällt sie und sucht von dort aus weiter. Das unterscheidet ihn von einem Virus: Ein Virus hängt sich an eine vorhandene Datei; ein Wurm ist eine eigenständige Datei, die sich selbst verschickt. Sein einziger Zweck kann das bloße Weiterverbreiten sein — oder er schleppt zusätzliche Schadsoftware mit.

Warum Würmer besonders gefährlich sind

Die Gefahr liegt im exponentiellen Wachstum. Ein Wurm befällt ein Gerät, von dort zehn, von denen tausend — und das in Minuten. Im Jahr 2003 legte der Wurm SQL Slammer in weniger als zehn Minuten hunderttausende Server weltweit lahm. Banken, Fluglinien und Notrufsysteme fielen aus.

Selbst ein Wurm ohne eigentliche Schadfunktion richtet Schaden an. Er belegt Bandbreite — also die Übertragungskapazität von Netzwerken — und Rechenleistung auf jedem infizierten Gerät. Wenn sich Millionen Geräte gleichzeitig gegenseitig anpingen, bricht das ganze Netzwerk unter der Last zusammen. Das ist kein Nebeneffekt, sondern war beim SQL Slammer genau das Ergebnis.

Kommt zum Wurm noch eine Nutzlast hinzu, wird es ernster. Nutzlast nennt man den Teil des Programms, der den eigentlichen Schaden anrichtet: Dateien verschlüsseln, Passwörter stehlen, das Gerät in ein Botnetz eingliedern. Ein Botnetz ist ein Verbund aus fremd kontrollierten Geräten, der für weitere Angriffe genutzt werden kann.

Wie sich ein Wurm ausbreitet

Ein Wurm nutzt Sicherheitslücken in Betriebssystemen oder Netzwerkdiensten. Eine Sicherheitslücke ist ein Programmierfehler, der einem Angreifer erlaubt, Code auf einem fremden Gerät auszuführen. Der Wurm schickt ein speziell präpariertes Datenpaket an ein anfälliges Gerät. Das Gerät verarbeitet das Paket, führt dabei unbeabsichtigt den Wurm-Code aus — und ist infiziert.

Andere Verbreitungswege sind E-Mail-Anhänge und USB-Sticks. Hier braucht der Wurm doch einen menschlichen Schritt, etwa das Öffnen eines Anhangs. Aber das ist nur der erste Infektionsweg: Ist er einmal auf dem Gerät, sucht er selbstständig nach weiteren Opfern im Netzwerk, ohne dass der Nutzer erneut handelt.

Der bekannteste Schutz ist einfach: Software-Updates einspielen, sobald sie erscheinen. Die meisten Updates schließen genau jene Sicherheitslücken, die Würmer ausnutzen. WannaCry, ein Wurm-Angriff von 2017, traf fast ausschließlich Systeme, auf denen ein bereits verfügbares Windows-Update fehlte. Über 200.000 Geräte in 150 Ländern wurden in wenigen Tagen infiziert.

Würmer in Nachrichten und Produkten

Würmer tauchen vor allem dann in den Nachrichten auf, wenn sie kritische Infrastruktur treffen. WannaCry 2017 verschlüsselte Daten in Krankenhäusern des britischen Gesundheitssystems, Operationen mussten verschoben werden. Stuxnet, entdeckt 2010, war ein Wurm, der gezielt Steuerungsanlagen in iranischen Urananreicherungsanlagen sabotierte — ein staatlich entwickelter Wurm als Cyberwaffe.

In Sicherheitsprodukten wie Antivirensoftware oder Firewalls ist der Schutz vor Würmern eine Grundfunktion. Eine Firewall überwacht den Datenverkehr eines Geräts und blockiert Verbindungen, die nicht explizit erlaubt sind. Das macht es für einen Wurm schwerer, neue Geräte im Netzwerk zu erreichen.

Im Alltag begegnet man dem Begriff auch in der IT-Sicherheitsausbildung. Wer in einem Unternehmen arbeitet, bekommt früher oder später ein Pflichttraining zu Phishing und Schadsoftware. Würmer sind dort ein Standardbeispiel, weil sie zeigen, warum ein einziger unvorsichtiger Klick — oder ein fehlendes Update — das gesamte Firmennetzwerk gefährden kann.

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