CPM

CPM

CPM ist der Preis, den ein Werbetreibender für tausend Einblendungen seiner Anzeige zahlt. Die Kennzahl macht Werbeplätze auf unterschiedlichen Webseiten, Apps und Plattformen vergleichbar.

CPM steht für « Cost per Mille », also Kosten pro Tausend. Gemeint sind die Kosten für tausend Einblendungen einer Anzeige. Eine Einblendung zählt, sobald die Werbung auf einem Bildschirm erscheint. Ob jemand daraufklickt oder etwas kauft, spielt für diese Zahl keine Rolle. Ein CPM von 5 Euro bedeutet also: Der Werbetreibende zahlt 5 Euro dafür, dass seine Anzeige tausendmal angezeigt wird. Im Deutschen heißt dieselbe Kennzahl auch Tausenderkontaktpreis, abgekürzt TKP.

Warum Verlage und Werbekunden auf den Tausenderpreis starren

Fast das gesamte kostenlose Internet lebt von Werbung. Nachrichtenseiten, YouTube-Kanäle, Wetter-Apps und soziale Netzwerke verlangen kein Geld von ihren Nutzern. Stattdessen verkaufen sie deren Aufmerksamkeit an Werbekunden. Der CPM ist der Preis, zu dem dieser Handel stattfindet. Er entscheidet damit direkt darüber, wie viel Geld ein Medienhaus einnimmt.

Die Unterschiede sind groß. Ein Werbeplatz auf einer Seite über Katzenvideos bringt vielleicht 1 Euro CPM. Eine Fachseite über Firmenkredite kann 30 Euro und mehr erzielen. Der Grund: Dort lesen Menschen mit teuren Kaufabsichten. Werbekunden zahlen für ein passendes Publikum deutlich mehr als für viele beliebige Augenpaare.

Deshalb tauchen CPM-Zahlen regelmäßig in Quartalsberichten großer Technologiekonzerne auf. Wenn die Werbepreise sinken, sinken auch die Umsätze von Google, Meta oder Spotify. Analysten lesen aus fallenden CPMs oft ab, dass Unternehmen ihre Marketingbudgets kürzen. Der Tausenderpreis gilt darum als eine Art Frühwarnsystem für die Wirtschaftslage.

Vom Gebot zur Rechnung

Die Formel ist simpel: Kosten geteilt durch Einblendungen, mal tausend. Wer 200 Euro ausgibt und 100.000 Einblendungen bekommt, hat einen CPM von 2 Euro. Umgekehrt lässt sich aus einem vereinbarten CPM ausrechnen, wie viel Reichweite ein Budget kauft.

In der Praxis handelt niemand diesen Preis am Telefon aus. Sobald du eine Webseite öffnest, startet im Hintergrund eine Auktion. Innerhalb von Millisekunden bieten mehrere Werbekunden auf genau diese eine Einblendung. Wer am meisten bietet, bekommt den Platz, und die Anzeige lädt. Dieses automatische Verfahren heißt Programmatic Advertising. Der ausgewiesene CPM ist dann nur noch der Durchschnitt vieler solcher Einzelauktionen.

Wichtig ist die Abgrenzung zu verwandten Kennzahlen. Beim CPC, dem Cost per Click, zahlt der Werbekunde erst, wenn jemand die Anzeige anklickt. Beim CPA fällt Geld erst bei einem Kauf oder einer Anmeldung an. Der CPM verlagert das Risiko also zum Werbekunden: Er zahlt für Sichtbarkeit, nicht für Erfolg. Ein häufiger Irrtum ist, ein niedriger CPM sei automatisch gut. Billige Einblendungen bei einem uninteressierten Publikum können teurer sein als teure bei der richtigen Zielgruppe.

CPM in Werbenetzwerken, Streaming und KI-Debatten

Jeder, der einen YouTube-Kanal oder eine Webseite mit Werbung betreibt, sieht CPM-Werte in seinem Auswertungsbereich. Auch Werbeanzeigen bei Instagram, TikTok oder in Podcasts werden meist nach diesem Modell abgerechnet. Selbst Fernsehsender kalkulieren seit Jahrzehnten mit dem Tausenderkontaktpreis. Die Kennzahl ist also älter als das Internet.

In Wirtschaftsnachrichten begegnet dir der Begriff vor allem bei Zahlen aus dem Anzeigengeschäft. Sätze wie « die CPMs gaben im vierten Quartal nach » bedeuten schlicht: Werbeplätze wurden billiger. Für Plattformen ist das schlecht, für Werbekunden gut.

Aktuell hängt das Thema eng mit künstlicher Intelligenz zusammen. Wenn Menschen Fragen direkt an einen Chatbot stellen, klicken sie seltener auf Suchergebnisse. Dadurch entstehen weniger Seitenaufrufe und damit weniger verkaufbare Einblendungen. Gleichzeitig setzen Plattformen KI ein, um Anzeigen besser auszuspielen, was die erzielbaren Preise hebt. Wie sich der CPM in den nächsten Jahren entwickelt, gilt deshalb als eine der offenen Fragen der digitalen Werbebranche.

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