Schema eines Content-Management-Systems: Links das Backend mit Eingabemaske für die Redaktion, in der Mitte die Datenbank mit gespeicherten Inhalten und daneben die Vorlagen (Templates), rechts die fertig zusammengesetzte Website im Browser des Besuchers. Pfeile zeigen den Weg vom eingetippten Text über Datenbank und Vorlage bis zur ausgelieferten Seite.

CMS

Ein CMS ist eine Software, mit der man Texte, Bilder und Videos auf einer Website veröffentlicht, ohne den Programmcode der Seite anzufassen. Bekannte Beispiele sind WordPress, Typo3 und Shopify.

CMS steht für Content-Management-System, auf Deutsch etwa Inhalte-Verwaltungs-System. Es ist ein Programm, mit dem man die Inhalte einer Website pflegt: Texte, Bilder, Videos, Preislisten. Ohne ein solches System müsste jemand für jeden neuen Artikel den technischen Bauplan der Seite von Hand ändern. Mit einem CMS tippt man den Text stattdessen in eine Eingabemaske, ähnlich wie in einem Textprogramm. Ein Klick auf « Veröffentlichen », und der Beitrag steht online. Die Person, die den Text schreibt, muss dafür nichts über Programmierung wissen.

Warum fast jede Website eines benutzt

Der wichtigste Grund ist Arbeitsteilung. Eine Nachrichtenseite veröffentlicht vielleicht fünfzig Artikel am Tag. Wenn dafür jedes Mal ein Programmierer nötig wäre, würde die Redaktion stillstehen. Das CMS trennt zwei Dinge, die vorher zusammenklebten: das Aussehen der Seite und die Inhalte darauf. Designer und Entwickler kümmern sich um das eine, Redakteure um das andere.

Dazu kommt die Verwaltung. Ein CMS speichert, wer welchen Text wann geändert hat, und kann alte Versionen wiederherstellen. Es vergibt Rechte: Praktikanten dürfen schreiben, aber nicht veröffentlichen. Es plant Beiträge für einen späteren Zeitpunkt ein. Solche Funktionen wirken unspektakulär, sind aber der eigentliche Grund, warum große Redaktionen ohne CMS nicht arbeiten könnten.

Wirtschaftlich ist der Markt größer, als man vermutet. WordPress allein läuft nach gängigen Schätzungen auf rund 40 Prozent aller Websites weltweit. Anbieter wie Adobe, Shopify oder Contentful verdienen Milliarden mit solcher Software. Deshalb tauchen CMS-Firmen regelmäßig in Wirtschaftsmeldungen auf.

Datenbank, Vorlage, fertige Seite

Technisch besteht ein CMS aus drei Teilen. Erstens einer Datenbank: dort liegen die Inhalte als reine Daten, also Überschrift, Text, Autor, Datum. Zweitens den Vorlagen, im Fachjargon Templates. Eine Vorlage legt fest, wo auf der Seite die Überschrift steht, welche Schrift benutzt wird und wo die Werbung sitzt. Drittens der Eingabeoberfläche für die Redaktion, dem sogenannten Backend.

Ruft jemand die Seite auf, holt das CMS die passenden Daten aus der Datenbank und füllt sie in die Vorlage. Man kann sich das wie einen Serienbrief vorstellen: eine Vorlage, viele Datensätze, daraus entstehen tausende unterschiedliche Seiten. Ändert man die Vorlage einmal, ändert sich das Aussehen aller Artikel gleichzeitig.

Neuer ist der Ansatz Headless CMS, wörtlich « kopfloses » System. Dabei verzichtet das CMS auf die Vorlagen und liefert nur noch die nackten Inhalte aus. Wie sie dargestellt werden, entscheidet dann die Website, die App oder ein Sprachassistent selbst. Das lohnt sich für Firmen, die dieselben Texte über viele Kanäle ausspielen.

Vom Schulblog bis zum Onlineshop

Praktisch jede Website, die du besuchst, läuft über ein CMS. Nachrichtenseiten nutzen meist Typo3, Drupal oder Eigenentwicklungen. Blogs und kleinere Firmenseiten setzen fast immer auf WordPress. Onlineshops arbeiten mit Shopify oder Shopware, die zusätzlich Warenkorb und Bezahlung mitbringen. Auch Schulhomepages und Vereinsseiten stecken in dieser Kategorie.

In den Nachrichten begegnet dir der Begriff vor allem bei zwei Themen. Das eine sind Sicherheitslücken: Weil WordPress so verbreitet ist, treffen Angriffe darauf sofort Millionen Seiten. Das andere ist KI. Immer mehr CMS bauen Textgeneratoren direkt in die Eingabemaske ein, die Überschriften vorschlagen oder Bildbeschreibungen erzeugen.

Ein häufiger Irrtum: Ein CMS ist kein Baukasten für das Design. Werkzeuge wie Wix oder Squarespace enthalten zwar ein CMS, ihr eigentlicher Zweck ist aber das Zusammenklicken der Optik. Ein klassisches CMS setzt voraus, dass jemand die Vorlagen vorher gebaut hat. Es verwaltet Inhalte, es gestaltet sie nicht.

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