Cron

Cron

Cron ist ein Dienst auf Servern, der Programme automatisch zu festgelegten Zeiten startet – etwa jede Nacht um drei Uhr. Die einzelnen Aufträge heißen Cronjobs und werden in einer Textdatei mit fünf Zeitangaben beschrieben.

Auf einem Computer, der dauerhaft läuft und Dienste im Internet bereitstellt, müssen viele Aufgaben regelmäßig erledigt werden. Eine Sicherungskopie der Daten soll jede Nacht entstehen. Alte Dateien sollen jeden Sonntag gelöscht werden. Niemand möchte dafür um drei Uhr morgens aufstehen und einen Knopf drücken. Cron ist ein kleines Programm, das genau das übernimmt: Es läuft ständig im Hintergrund, schaut jede Minute auf die Uhr und startet die Aufgaben, die für diesen Zeitpunkt eingetragen sind. Ein einzelner solcher Auftrag heißt Cronjob. Der Name stammt vom griechischen Wort chronos für Zeit.

Der Grund, warum Server nachts trotzdem arbeiten

Fast jede Software, die im Netz betrieben wird, hat Aufgaben, die niemand von Hand anstoßen will. Rechnungen werden zum Monatsersten erzeugt. Newsletter gehen dienstags um zehn raus. Datenbanken werden nachts aufgeräumt, wenn wenige Nutzer online sind. Ohne einen Zeitplaner müsste ein Mensch all das anstoßen, zuverlässig, jahrelang, auch an Feiertagen.

Cron ist deshalb eine der ältesten und am weitesten verbreiteten Komponenten überhaupt. Es steckt seit den 1970er-Jahren in Unix-Systemen und damit heute in praktisch jedem Linux-Server. Die Technik hat sich kaum verändert, weil sie ihre Aufgabe schlicht gut löst. Wer sich mit dem Betrieb von Software beschäftigt, kommt an ihr nicht vorbei.

Auch im KI-Umfeld spielt das eine Rolle. Modelle müssen mit frischen Daten versorgt werden, Nutzungsstatistiken werden zusammengerechnet, Suchindizes werden neu aufgebaut. Solche Wartungsläufe sind selten spektakulär, aber wenn sie ausfallen, merkt man es schnell: Die Suche liefert veraltete Treffer, der Bericht am Morgen fehlt.

Fünf Sternchen als Zeitplan

Die Zeitpläne stehen in einer Textdatei, der crontab. Jede Zeile beschreibt einen Auftrag und besteht aus fünf Zeitangaben plus dem Befehl, der ausgeführt werden soll. Die fünf Angaben stehen für Minute, Stunde, Tag des Monats, Monat und Wochentag – immer in dieser Reihenfolge. Ein Sternchen bedeutet dabei « jeder Wert ».

Ein Beispiel: « 0 3 * * * » heißt Minute null, Stunde drei, an jedem Tag, in jedem Monat, an jedem Wochentag. Der Befehl läuft also täglich um 3:00 Uhr. Schreibt man stattdessen « */15 * * * * », startet er alle fünfzehn Minuten. Diese knappe Schreibweise wirkt zunächst kryptisch, ist aber schnell gelernt und wird von vielen anderen Programmen ebenfalls verstanden.

Wichtig ist, was Cron nicht tut. Es prüft nicht, ob der vorherige Lauf schon fertig ist. Startet ein Auftrag alle fünf Minuten, braucht aber zehn, überlappen sich die Läufe. Cron merkt sich auch nichts: War der Server um drei Uhr ausgeschaltet, wird der Auftrag nicht nachgeholt. Und Fehlermeldungen landen nicht automatisch bei jemandem, der sie liest. Genau daran scheitern viele Cronjobs in der Praxis – sie laufen still ins Leere.

Von der Kommandozeile bis zur Cloud

Direkt begegnet man Cron auf Linux-Rechnern. Mit dem Befehl « crontab -e » öffnet man seine persönliche Liste von Aufträgen. Auch ein Raspberry Pi zu Hause nutzt das, etwa um jede Stunde Sensorwerte zu speichern. Auf Windows heißt das Gegenstück Aufgabenplanung und funktioniert nach demselben Prinzip, nur mit Klicks statt Sternchen.

In modernen Cloud-Umgebungen lebt die Idee unter neuen Namen weiter. Das Container-System Kubernetes kennt sogenannte CronJobs, GitHub bietet zeitgesteuerte Workflows an, Amazon und Google haben eigene Zeitplaner. Fast alle übernehmen die fünf Sternchen unverändert. Wer die Schreibweise einmal kennt, versteht sie überall wieder.

In Nachrichten taucht der Begriff meist dann auf, wenn etwas schiefgegangen ist. Ein vergessener Cronjob löscht Produktivdaten, ein Abrechnungslauf fällt aus, ein Backup lief monatelang ins Leere. Deshalb überwachen Firmen ihre Aufträge inzwischen aktiv: Meldet sich ein Job nicht rechtzeitig zurück, geht ein Alarm raus.

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