
Sub-Agent
Ein Sub-Agent ist ein KI-Helfer, der von einem übergeordneten KI-Programm für eine klar umgrenzte Teilaufgabe gestartet wird und danach nur sein Ergebnis zurückmeldet. So werden große Aufträge in kleinere Portionen zerlegt, die getrennt und teils parallel bearbeitet werden.
Manche KI-Programme antworten nicht nur, sondern erledigen mehrstufige Aufträge: Sie durchsuchen Dateien, rufen Webseiten ab, schreiben Code und prüfen das Ergebnis. Solche selbstständig arbeitenden Programme nennt man Agenten. Ein Sub-Agent ist ein Agent, der von einem anderen Agenten beauftragt wird. Der übergeordnete Agent zerlegt den Auftrag in Teilaufgaben und gibt jede an einen eigenen Helfer weiter. Dieser Helfer arbeitet für sich, hat nur seine kleine Aufgabe im Blick und liefert am Ende eine kurze Antwort zurück. Der Hauptagent sammelt diese Antworten und baut daraus das Gesamtergebnis.
Warum Aufträge aufgeteilt werden
Ein KI-Modell kann pro Anfrage nur eine begrenzte Menge Text überblicken. Diesen Arbeitsspeicher nennt man Kontextfenster. Bei langen Aufträgen füllt sich das Fenster mit Suchergebnissen, Dateiauszügen und Zwischennotizen. Wichtige Details geraten dann unter, das Modell verliert den Faden. Sub-Agenten verhindern das, weil jeder Helfer sein eigenes, frisches Fenster hat.
Der zweite Vorteil ist Tempo. Wer zehn Quellen prüfen will, muss das nicht nacheinander tun. Zehn Sub-Agenten können gleichzeitig loslegen. Das kostet mehr Rechenleistung, spart aber Wartezeit. Bei Recherchen, die allein Stunden dauern würden, ist das der entscheidende Punkt.
Dazu kommt eine gewisse Fehlerbegrenzung. Läuft ein Sub-Agent in die falsche Richtung, betrifft das zunächst nur seine Teilaufgabe. Der Hauptagent kann das Ergebnis verwerfen und den Auftrag neu vergeben. Die Analogie ist eine Redaktionsleitung, die einen schwachen Artikel zurückgibt, statt die ganze Ausgabe neu zu schreiben.
Auftrag, Werkzeuge und Rückmeldung
Technisch ist ein Sub-Agent meist derselbe oder ein kleinerer Sprachmodell-Aufruf, nur mit einer eigenen Anweisung. Der Hauptagent formuliert diese Anweisung selbst: was zu tun ist, worauf zu achten ist, in welcher Form geantwortet werden soll. Der Sub-Agent bekommt außerdem Werkzeuge zugewiesen, etwa Websuche, Dateizugriff oder das Ausführen von Programmcode. Oft erhält er absichtlich weniger Werkzeuge als der Hauptagent, damit er keinen Schaden anrichten kann.
Wichtig ist, was NICHT zurückfließt. Der Sub-Agent liest vielleicht 50 Seiten Text, meldet aber nur eine Zusammenfassung von zehn Zeilen. Sein ganzer Zwischenmüll bleibt in seinem eigenen Kontextfenster und verschwindet danach. Genau diese Verdichtung ist der eigentliche Trick.
Ein häufiger Irrtum ist, Sub-Agenten mit Mixture of Experts zu verwechseln. Dort wählt ein Modell intern einzelne Bausteine für die Berechnung aus, unsichtbar und in Millisekunden. Sub-Agenten dagegen sind vollständige, getrennte Programmläufe mit eigenen Aufträgen. Die Aufteilung passiert eine Ebene höher, im Ablauf der Software, nicht im Modell selbst.
Sub-Agenten in heutigen KI-Werkzeugen
Am sichtbarsten sind sie in Recherchefunktionen, die unter Namen wie Deep Research angeboten werden. Man stellt eine Frage, das System arbeitet mehrere Minuten und liefert einen Bericht mit Quellen. Im Hintergrund verteilt ein Hauptagent dabei einzelne Suchaufträge an mehrere Helfer. Manche Anbieter zeigen das im Verlauf sogar an.
Der zweite große Einsatzbereich sind Programmierassistenten. Ein Helfer sucht die betroffenen Dateien, ein anderer schreibt Tests, ein dritter prüft, ob alles noch läuft. Entwickler können solche Sub-Agenten teils selbst definieren und ihnen feste Rollen geben.
In Wirtschaftsnachrichten tauchen Sub-Agenten meist im Zusammenhang mit Kosten auf. Jeder Helfer verbraucht Rechenzeit, und ein Auftrag mit zwanzig parallelen Sub-Agenten kann ein Vielfaches einer normalen Anfrage kosten. Deshalb begrenzen Anbieter, wie viele Helfer ein Agent starten darf und wie tief die Verschachtelung gehen kann. Ohne solche Grenzen könnte ein Agent immer neue Agenten erzeugen, bis das Budget aufgebraucht ist.