Schema: Ein Hauptkonto an der Spitze, darunter drei per Linie verbundene Sub-Accounts mit je eigenen Zugangsdaten, eigenen Rechten und eigenem Guthaben; ein Pfeil vom Hauptkonto nach unten zeigt die Vererbung der Berechtigungen, die gemeinsame Rechnung führt zurück nach oben.

Sub-Account

Ein Sub-Account ist ein untergeordnetes Konto innerhalb eines größeren Hauptkontos. Er hat eigene Zugangsdaten, eigene Berechtigungen und oft eine eigene Abrechnung, gehört aber weiterhin zum übergeordneten Konto.

Wer sich bei einem Online-Dienst anmeldet, bekommt ein Konto: einen Zugang mit Nutzername, Passwort und eigenen Daten. Ein Sub-Account ist ein zweites Konto, das unter diesem Hauptkonto hängt. Es funktioniert für den Nutzer wie ein normaler Zugang, gehört rechtlich und organisatorisch aber zum Hauptkonto. Der Inhaber des Hauptkontos legt solche Unterkonten selbst an und kann sie auch wieder löschen. Er bestimmt außerdem, was in jedem Unterkonto erlaubt ist und was nicht. Man findet dieses Prinzip bei Banken, bei Kryptobörsen, bei Cloud-Anbietern und bei fast jedem Software-Dienst, den Firmen einsetzen.

Warum Firmen nicht mit einem einzigen Zugang arbeiten

Ein Unternehmen mit fünfzig Mitarbeitern könnte theoretisch ein einziges Konto benutzen. In der Praxis wäre das ein Sicherheitsproblem. Alle kennen dasselbe Passwort, und niemand kann später nachvollziehen, wer was gemacht hat. Scheidet jemand aus, muss das Passwort für alle geändert werden. Mit Sub-Accounts bekommt jeder seinen eigenen Zugang, und ein einzelner lässt sich abschalten, ohne die anderen zu stören.

Der zweite Grund ist Kontrolle über Rechte. Eine Praktikantin braucht vielleicht Lesezugriff auf Berichte, aber ganz sicher nicht die Möglichkeit, Geld zu überweisen. Über Sub-Accounts lässt sich genau das festlegen. Fachleute nennen dieses Prinzip Least Privilege: jeder bekommt nur so viele Rechte, wie er für seine Aufgabe wirklich braucht. Das begrenzt den Schaden, wenn ein Zugang gestohlen wird.

Der dritte Grund ist Abrechnung. Ein Unternehmen will oft wissen, welche Abteilung wie viel Rechenleistung verbraucht hat. Bekommt jede Abteilung ein eigenes Unterkonto, liefert die Rechnung diese Aufteilung automatisch mit. Das ist bei KI-Diensten besonders relevant, weil dort nach Nutzung abgerechnet wird und die Kosten stark schwanken können.

Vererbte Rechte und getrennte Guthaben

Technisch ist ein Sub-Account ein eigener Eintrag in der Nutzerdatenbank, der auf das Hauptkonto verweist. Diese Verbindung entscheidet über fast alles Weitere. Einstellungen und Berechtigungen werden vom Hauptkonto nach unten vererbt, ähnlich wie Ordner in einem Dateisystem ihre Eigenschaften an Unterordner weitergeben. Das Unterkonto kann diese Vorgaben in der Regel enger fassen, aber nicht ausweiten.

Wichtig ist die Frage, was zwischen den Unterkonten getrennt ist und was nicht. Bei Kryptobörsen haben Sub-Accounts oft getrennte Guthaben: Verluste in einem Unterkonto greifen nicht auf ein anderes über. Bei Cloud-Anbietern werden dagegen häufig nur die Daten getrennt, während die Rechnung am Ende zusammenläuft. Wer Sub-Accounts einsetzt, muss diese Regeln des jeweiligen Anbieters kennen.

Ein verwandter Begriff ist der API-Schlüssel. Das ist ein langer Code, mit dem sich ein Programm statt eines Menschen anmeldet. Sub-Accounts und API-Schlüssel werden oft kombiniert: Jedes Unterkonto bekommt eigene Schlüssel, die nur bestimmte Aktionen erlauben. Ein häufiger Irrtum ist, ein Sub-Account sei automatisch sicher. Vergibt der Administrator dort volle Rechte, ist der Vorteil gegenüber einem geteilten Passwort praktisch verschwunden.

Von der Kryptobörse bis zum KI-Anbieter

Am sichtbarsten sind Sub-Accounts im Finanzbereich. Handelsplattformen wie Binance oder Bybit werben ausdrücklich damit, weil professionelle Händler verschiedene Strategien voneinander trennen wollen. Läuft ein automatisches Handelsprogramm in einem eigenen Unterkonto, kann es das restliche Vermögen nicht anfassen. Auch Vermögensverwalter nutzen das, um für jeden Kunden ein abgegrenztes Konto zu führen.

Bei KI-Diensten begegnet man dem Prinzip meist unter anderen Namen. OpenAI und Anthropic sprechen von Projekten oder Organisationen innerhalb eines Firmenkontos, bei Amazon Web Services heißen sie Accounts innerhalb einer Organisation. Die Idee bleibt dieselbe: getrennte Zugänge, abgestufte Rechte, nachvollziehbare Kosten. In Meldungen über Sicherheitsvorfälle taucht der Begriff auf, wenn Angreifer einen schlecht abgesicherten Zugang übernommen haben und darüber an andere Bereiche kamen.

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