SSH

SSH

SSH ist ein Verfahren, mit dem man einen entfernten Computer über das Internet sicher steuern kann. Alles, was dabei übertragen wird, ist verschlüsselt, sodass Fremde im Netz nichts mitlesen können.

Viele Computer stehen nicht auf einem Schreibtisch, sondern in großen Rechenzentren. Sie haben dort keine Tastatur und keinen Bildschirm. Trotzdem müssen Menschen sie bedienen können, oft von der anderen Seite der Welt. Genau dafür gibt es SSH, ausgeschrieben „Secure Shell“. Man baut damit von seinem eigenen Gerät eine Verbindung zu diesem entfernten Computer auf und tippt Befehle ein, die dort ausgeführt werden. Das Wort „secure“, also sicher, steht im Namen, weil die Verbindung verschlüsselt ist: Die Daten werden vor dem Versand so verändert, dass nur der Empfänger sie wieder lesbar machen kann.

Warum niemand mehr unverschlüsselt einloggt

Vor SSH benutzte man Programme wie Telnet. Die schickten Benutzername und Passwort im Klartext durch das Netz. Jeder, der die Leitung dazwischen beobachten konnte, las die Zugangsdaten einfach mit. In einem Universitätsnetz oder einem öffentlichen WLAN ist das ein ernstes Problem.

SSH löste das 1995 und ist seitdem der Standard geblieben. Praktisch jeder Server im Internet wird darüber gewartet. Wenn ein Unternehmen Software auf seine Server bringt, läuft das im Hintergrund fast immer über SSH.

Deshalb ist ein gestohlener SSH-Zugang für Angreifer besonders wertvoll. Wer ihn hat, kann auf dem fremden Rechner tun, was der eigentliche Besitzer tun könnte: Daten lesen, löschen, eigene Programme starten. In Berichten über Hackerangriffe auf Firmen ist „kompromittierte SSH-Schlüssel“ eine häufige Ursache.

Schlüssel statt Passwort

Beim Verbindungsaufbau handeln beide Seiten zuerst einen gemeinsamen Geheimcode aus. Danach ist alles verschlüsselt, was hin und her geht. Der Trick dabei: Dieser Code lässt sich öffentlich vereinbaren, ohne dass ein Lauscher ihn errechnen kann. Erst danach folgt die Anmeldung.

Für die Anmeldung nutzt man heute meist ein Schlüsselpaar statt eines Passworts. Es besteht aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel. Den öffentlichen legt man auf dem Server ab, er darf jeder sehen. Den privaten behält man auf dem eigenen Gerät und gibt ihn niemals weiter. Der Server stellt beim Login eine Rechenaufgabe, die nur mit dem privaten Schlüssel lösbar ist.

Ein Vergleich hilft: Der öffentliche Schlüssel ist wie ein Vorhängeschloss, das man verteilen kann. Der private Schlüssel ist der einzige, der es öffnet. Ein Passwort dagegen muss man kennen und kann es verraten. Ein privater Schlüssel wird nie übertragen, deshalb gilt dieses Verfahren als deutlich sicherer.

SSH im Alltag von Entwicklern und Cloud-Kunden

Wer bei Anbietern wie Amazon Web Services oder Hetzner einen Server mietet, bekommt keinen Bildschirm dazu. Man erhält eine Adresse und einen Schlüssel und verbindet sich per SSH. Auf Windows, macOS und Linux ist das nötige Programm heute vorinstalliert. Man tippt in ein Textfenster etwa „ssh benutzer@server.de“ und ist drin.

Auch beim Programmieren begegnet man SSH ständig. Plattformen wie GitHub, auf denen Software gemeinsam entwickelt wird, nutzen es zum Hochladen von Code. Viele Kopierwerkzeuge setzen darauf auf, etwa SCP und SFTP für Dateiübertragungen.

Ein häufiger Irrtum: SSH sei nur eine Kommandozeile. Tatsächlich ist es ein Transportweg, durch den man auch andere Verbindungen leiten kann. Diese Technik heißt Tunneling und wird genutzt, um von außen sicher auf interne Systeme einer Firma zuzugreifen. Und im Bereich KI ist SSH der übliche Weg, um auf gemieteten Grafikkarten in einem Rechenzentrum ein Modell zu trainieren.

Subscribe free. Unsubscribe the second it sucks.

High-signal news across AI, business, UX, and tech. Every morning.