
Salesforce
Salesforce ist ein US-Unternehmen, das Software für die Verwaltung von Kundenbeziehungen über das Internet vermietet. Es gilt als Pionier des Geschäftsmodells, Software nicht zu verkaufen, sondern als Abo bereitzustellen.
Salesforce ist ein Unternehmen aus San Francisco, das Programme für Firmen anbietet. Diese Programme laufen nicht auf dem eigenen Rechner, sondern in den Rechenzentren von Salesforce. Kunden zahlen monatlich pro Mitarbeiter und rufen die Software über den Browser auf. Der Schwerpunkt liegt auf allem, was mit Kunden zu tun hat: Wer hat angefragt, wer hat gekauft, wer hat sich beschwert. Salesforce wurde 1999 gegründet und ist heute einer der größten Softwarekonzerne der Welt. An der Börse in New York wird die Aktie unter dem Kürzel CRM gehandelt.
Der Konzern, der das Software-Abo groß gemacht hat
Vor Salesforce kauften Firmen Software als Paket und installierten sie auf eigenen Servern im Keller. Das war teuer, langsam und musste alle paar Jahre mühsam erneuert werden. Salesforce bot dieselbe Leistung als Mietmodell über das Internet an. Dieses Prinzip heißt heute Software as a Service, kurz SaaS. Fast jedes moderne Softwareunternehmen arbeitet inzwischen so.
Wirtschaftlich ist das attraktiv, weil die Einnahmen planbar sind. Ein Kunde zahlt nicht einmalig, sondern jeden Monat wieder. Analysten schauen deshalb weniger auf einzelne Verkäufe als auf wiederkehrende Umsätze. Salesforce erzielt jährlich einen Umsatz im Bereich von rund 35 Milliarden Dollar und beschäftigt einige zehntausend Menschen.
Für die KI-Branche ist Salesforce zusätzlich interessant, weil dort riesige Mengen an Geschäftsdaten liegen. Wer Kundendaten verwaltet, kann darauf aufbauend KI-Funktionen verkaufen. Genau das versucht der Konzern seit einigen Jahren.
Was in einem CRM-System eigentlich steckt
Das Herzstück ist das sogenannte CRM, kurz für Customer Relationship Management, also Kundenbeziehungsmanagement. Man kann es sich als sehr großes, gemeinsames Adressbuch mit Gedächtnis vorstellen. Zu jedem Kunden stehen dort Telefonate, E-Mails, Angebote und offene Rechnungen. Alle Abteilungen sehen denselben Stand, egal ob Vertrieb, Marketing oder Support.
Technisch teilen viele Kunden dieselbe Software und dieselben Server. Fachleute nennen das Mandantenfähigkeit: Die Daten sind streng getrennt, das Programm darunter ist dasselbe. Dadurch kann Salesforce Updates zentral einspielen, ohne dass Kunden etwas installieren müssen. Anpassungen erfolgen über Baukästen, mit denen Firmen eigene Felder, Abläufe und Auswertungen anlegen.
Rund um das CRM hat der Konzern zahlreiche Zukäufe eingebaut. Dazu gehören der Chatdienst Slack, die Analyseplattform Tableau und der Datenintegrator MuleSoft. Neuer sind KI-Angebote, die Antworten an Kunden vorformulieren oder Verkaufschancen bewerten. Solche Systeme, die Aufgaben teilweise selbstständig abarbeiten, vermarktet Salesforce als Agenten.
Wo dir der Name begegnet, ohne dass du es merkst
Als Privatperson benutzt du Salesforce fast nie direkt. Du triffst es indirekt, wenn du eine Hotline anrufst oder einen Chat auf einer Firmenseite öffnest. Der Mitarbeiter am anderen Ende sieht deine Historie oft in einem Salesforce-Fenster. Auch automatische Bestätigungsmails oder Umfragen nach einem Kauf kommen häufig aus solchen Systemen.
In Wirtschaftsnachrichten taucht der Name aus anderen Gründen auf. Die Quartalszahlen gelten als Stimmungsbarometer dafür, wie viel Firmen gerade für Software ausgeben. Außerdem berichten Medien über Übernahmen, Stellenabbau und den Streit um den Nutzen von KI-Funktionen.
Ein häufiger Irrtum: Salesforce verkauft keine Fertigprodukte für Endkunden wie ein Handyhersteller. Der Kunde ist immer ein Unternehmen, eine Behörde oder eine Organisation. Verwandt, aber nicht identisch sind Anbieter wie SAP, Microsoft oder HubSpot, die ähnliche Systeme anbieten. Der Unterschied liegt vor allem im Schwerpunkt: SAP kommt aus der Buchhaltung und Warenwirtschaft, Salesforce aus dem Vertrieb.