Starship

Starship

Starship ist die größte Rakete, die je gebaut wurde. Das US-Unternehmen SpaceX entwickelt sie so, dass beide Stufen zur Erde zurückkehren und wieder starten können – das soll Transporte ins Weltall drastisch verbilligen.

Starship ist eine Rakete des US-Unternehmens SpaceX, das Elon Musk gehört. Sie ist etwa 120 Meter hoch und damit höher als jede Rakete vor ihr. Sie besteht aus zwei Teilen, die übereinander sitzen. Der untere Teil heißt Super Heavy und liefert den größten Teil der Schubkraft beim Start. Der obere Teil trägt ebenfalls den Namen Starship und ist gleichzeitig Antrieb und Frachtraum. Das Besondere: Beide Teile sollen nach dem Flug zur Erde zurückkommen, landen und erneut fliegen. Bisherige große Raketen wurden nach einem einzigen Start weggeworfen.

Was ein Flug ins All künftig kosten soll

Der Transport in die Erdumlaufbahn ist heute teuer, weil Raketen fast immer Einwegprodukte sind. Man stelle sich vor, ein Flugzeug würde nach jedem Flug verschrottet. Genau so funktionierte Raumfahrt jahrzehntelang. Wenn eine Rakete dagegen hundertmal fliegt, verteilen sich die Baukosten auf hundert Flüge.

Starship soll außerdem sehr viel Masse tragen: geplant sind rund 100 Tonnen pro Flug. Das ist mehr als bei jeder anderen aktuellen Rakete. Damit werden Dinge möglich, die bisher unbezahlbar waren. Beispiele sind große Teleskope, Bergbau-Experimente auf dem Mond oder ganze Fabrikmodule im All.

Für die Wirtschaft ist Starship deshalb ein Preisthema, nicht nur ein Technikthema. Sinken die Transportkosten stark, entstehen neue Geschäftsfelder rund um Satelliten und Weltraumdaten. Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat eine Starship-Variante außerdem als Landefähre für ihr Mondprogramm gebucht. Auch das militärische Interesse an schnellem Transport ist groß.

Warum die Rakete aus Edelstahl gebaut ist

Starship arbeitet in zwei Etappen. Zuerst hebt die Unterstufe Super Heavy mit 33 Triebwerken ab und bringt die Oberstufe in große Höhe. Dann trennen sich die beiden. Super Heavy fliegt zurück zum Startplatz, während die Oberstufe allein weiterbeschleunigt, bis sie die Umlaufbahn erreicht.

Die Landung ist der schwierigste Teil. Die Stufen kippen sich kurz vor dem Boden in eine senkrechte Lage und bremsen mit ihren eigenen Triebwerken ab. Super Heavy wurde dabei mehrfach direkt von zwei riesigen Metallarmen am Startturm aufgefangen. Diese Arme nennt SpaceX halb im Scherz « Essstäbchen ». Ohne Landebeine bleibt mehr Gewicht für Fracht übrig.

Gebaut ist Starship aus Edelstahl, nicht aus leichtem Kohlefaserverbund. Edelstahl ist schwerer, aber billiger und hält die Hitze beim Wiedereintritt in die Atmosphäre besser aus. Als Treibstoff dienen flüssiges Methan und flüssiger Sauerstoff. Methan hat einen praktischen Vorteil: Man könnte es theoretisch auf dem Mars aus Kohlendioxid und Wasser herstellen.

Von Testexplosionen bis zu Starlink-Satelliten

In den Nachrichten taucht Starship meist nach Testflügen von der Anlage Starbase in Texas auf. Diese Tests verliefen sehr unterschiedlich. Frühe Flüge endeten in Explosionen, spätere brachten geglückte Landemanöver. SpaceX nennt so etwas keinen Fehlschlag, sondern Datengewinn – ein Ansatz, der in der klassischen Raumfahrt umstritten ist.

Wirtschaftlich hängt Starship am Satellitennetz Starlink, das SpaceX Internet aus dem All verkauft. Größere Satelliten lassen sich nur mit einer größeren Rakete starten. Anleger und Analysten beobachten die Testflüge deshalb genau, obwohl SpaceX nicht an der Börse notiert ist. Auch Konkurrenten wie Blue Origin oder europäische Anbieter richten ihre Pläne an Starship aus.

Ein häufiger Irrtum ist, Starship sei schon ein fertiges Mars-Raumschiff. Bisher hat noch kein Mensch damit geflogen. Für einen Flug zum Mars müsste Starship im Weltraum von anderen Starships nachgetankt werden, und dieses Verfahren ist noch nicht erprobt. Was heute existiert, ist ein sehr ambitioniertes Testprogramm.

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