Slop

Slop bezeichnet massenhaft von Software erzeugte Texte, Bilder oder Videos, die nur oberflächlich brauchbar wirken und ohne echten Inhalt bleiben. Der Begriff ist abwertend gemeint und wird seit 2024 vor allem für Webseiten, Social-Media-Posts und Buchveröffentlichungen benutzt, die automatisch in großer Menge entstehen.

Programme wie ChatGPT können auf Knopfdruck Texte und Bilder erzeugen. Wer das in großen Mengen macht, ohne auf Qualität zu achten, produziert Slop. Das englische Wort bedeutet ungefähr « Pampe » oder « Schweinefutter ». Gemeint sind Inhalte, die auf den ersten Blick ordentlich aussehen: richtige Grammatik, sauberes Layout, passende Bilder. Beim Lesen merkt man dann, dass nichts drinsteht. Keine neue Information, keine eigene Recherche, oft sogar falsche Angaben. Der Begriff ist eindeutig abwertend. Niemand nennt eigene Arbeit Slop.

Warum das wichtig ist

Solche Inhalte zu erzeugen kostet fast nichts. Sie zu prüfen kostet Zeit. Dieses Ungleichgewicht ist das Kernproblem. Wenn eine Person pro Tag hunderte Artikel veröffentlichen kann, verschiebt sich das Verhältnis von Nützlichem zu Nutzlosem im Netz.

Das trifft zuerst die Suchmaschinen. Google muss entscheiden, welche Seite oben steht. Wenn tausende Seiten dasselbe Thema oberflächlich behandeln, wird diese Entscheidung schwerer. Nutzer landen dann bei Ergebnissen, die ihre Frage nicht beantworten.

Auch Firmen bekommen ein Problem. Wer eine Nachrichtenseite betreibt, konkurriert plötzlich mit automatisch erzeugten Kopien der eigenen Inhalte. Werbeeinnahmen wandern zu Seiten ohne Redaktion. Einige Verlage haben deshalb Klagen eingereicht.

Und es gibt eine Rückkopplung. Neue KI-Modelle lernen aus Texten aus dem Internet. Steht dort immer mehr maschinell erzeugter Inhalt, lernen die Modelle aus ihren eigenen Ausgaben. Forscher nennen das Modellkollaps und halten es für ein echtes Risiko.

Wie es entsteht

Technisch braucht man kaum etwas. Ein Sprachmodell, also ein Programm, das Wort für Wort passenden Text vorhersagt, lässt sich über eine Schnittstelle automatisch ansteuern. Ein kleines Skript schickt hundert Anfragen und speichert hundert Antworten. Dasselbe funktioniert für Bilder und inzwischen für kurze Videos.

Der wirtschaftliche Antrieb ist Werbung. Jede Seite mit Besuchern bringt Geld. Bei einem Bruchteil eines Cents pro Aufruf lohnt sich das nur in großer Menge. Also erzeugt man Menge.

Wichtig ist der Unterschied zur normalen Nutzung von KI. Wer ein Modell beim Schreiben einsetzt und das Ergebnis prüft, korrigiert und ergänzt, macht keinen Slop. Entscheidend ist, ob ein Mensch für das Ergebnis einsteht. Fehlt dieser Schritt, entsteht das typische Muster: glatte Formulierungen, viele Füllsätze, Behauptungen ohne Quelle.

Wo man dem Begriff begegnet

Am sichtbarsten ist Slop auf Facebook. Dort verbreiten sich seit 2024 absurde Bilder, etwa Jesus aus Krabben oder erfundene Katastrophenfotos. Sie sammeln Millionen Reaktionen. Manche Seiten leben genau davon.

Bei Amazon gibt es das Phänomen als E-Book. Kurz nach jedem Nachrichtenereignis erscheinen Ratgeber und Biografien dazu, geschrieben in Stunden. Amazon begrenzt inzwischen, wie viele Bücher ein Konto pro Tag hochladen darf.

Auch Programmierer kennen das Problem. Auf Plattformen für offene Software gehen Fehlerberichte ein, die überzeugend klingen und komplett erfunden sind. Manche Projekte haben ihre Meldeformulare deshalb geschlossen.

In Wirtschaftsnachrichten taucht das Wort auf, wenn es um Suchmaschinen, Werbemärkte oder Plattformregeln geht. YouTube und Spotify haben Regeln gegen massenhaft erzeugte Inhalte verschärft. Das Wörterbuch Macquarie wählte « enshittification » und die Fachwelt « slop » zu Begriffen des Jahres 2024 beziehungsweise 2025 — ein Zeichen, wie stark die Debatte angekommen ist.

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