Software as a Service

Software as a Service

Software as a Service, kurz SaaS, bedeutet: Ein Programm läuft nicht auf dem eigenen Gerät, sondern auf den Rechnern eines Anbieters, und man benutzt es über den Browser gegen eine laufende Gebühr. Statt einmal eine Kaufversion zu erwerben, mietet man die Nutzung – meist monatlich oder jährlich.

Früher kaufte man Programme in einer Schachtel mit CD und installierte sie auf dem eigenen Computer. Bei Software as a Service läuft das Programm stattdessen auf leistungsstarken Rechnern des Anbieters, die permanent mit dem Internet verbunden sind. Man ruft es einfach im Browser auf und arbeitet dort. Bezahlt wird nicht einmalig, sondern regelmäßig – wie bei einem Zeitschriften-Abo. Der englische Name heißt wörtlich « Software als Dienstleistung »: Man kauft kein Produkt, man kauft die Benutzung. Bekannte Beispiele sind Google Docs, Microsoft 365, Spotify oder Netflix.

Warum Investoren auf Abo-Umsätze schauen

SaaS ist einer der häufigsten Begriffe in Wirtschaftsnachrichten über Technologiefirmen. Der Grund ist das Geschäftsmodell. Ein Unternehmen, das Software einmal verkauft, muss jeden Monat neue Käufer finden. Ein Unternehmen mit Abonnements weiß dagegen ziemlich genau, wie viel Geld im nächsten Monat hereinkommt. Diese Vorhersagbarkeit gilt an der Börse als sehr wertvoll.

Deshalb tauchen bei solchen Firmen bestimmte Kennzahlen auf. Die wichtigste ist der wiederkehrende Jahresumsatz: die Summe aller laufenden Abos, auf ein Jahr gerechnet. Eine zweite ist die Abwanderungsquote, oft « Churn » genannt. Sie sagt, welcher Anteil der Kunden pro Jahr kündigt. Ist sie niedrig, wächst die Firma fast von allein weiter.

Für Kunden hat das Modell Vor- und Nachteile. Vorteil: keine hohen Anfangskosten, keine Installation, immer die aktuelle Version. Nachteil: Man zahlt dauerhaft und ist vom Anbieter abhängig. Erhöht er den Preis oder stellt den Dienst ein, hat man wenig Handlungsspielraum. Fachleute nennen diese Abhängigkeit Lock-in-Effekt.

Ein Programm, viele Mieter

Technisch steht hinter jedem SaaS-Angebot ein Rechenzentrum: eine Halle voller Server, also Computer, die rund um die Uhr Anfragen beantworten. Dein Browser schickt eine Anfrage dorthin, der Server rechnet, das Ergebnis kommt zurück. Dein Laptop macht dabei kaum Arbeit. Deshalb funktioniert Google Docs auch auf einem alten, langsamen Gerät.

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist ein Prinzip namens Mandantenfähigkeit. Es bedeutet: Alle Kunden benutzen dieselbe einzige Programmversion, nur ihre Daten sind streng voneinander getrennt. Man kann sich das wie ein Mietshaus vorstellen. Es gibt ein Gebäude, eine Heizung, einen Hausmeister – aber jede Wohnung hat ihr eigenes Schloss. Genau daraus entsteht der Kostenvorteil: Ein Update muss nur einmal installiert werden und gilt sofort für Millionen Nutzer.

SaaS wird oft mit « Cloud » gleichgesetzt, das ist aber ungenau. Cloud ist der Oberbegriff für gemietete Rechenleistung. SaaS ist die Stufe, bei der man ein fertiges Programm mietet. Mietet man nur virtuelle Rechner ohne Programme darauf, heißt das Infrastructure as a Service. SaaS ist also die kundenfreundlichste, am weitesten vorbereitete Variante.

Von Spotify bis zum KI-Assistenten im Abo

Im Alltag nutzt fast jeder täglich SaaS, ohne das Wort zu kennen. Ein Referat in Google Docs schreiben, Fotos in der iCloud speichern, Musik streamen: alles Software, die woanders läuft. Auch Schulplattformen und Videokonferenz-Dienste wie Zoom gehören dazu.

In Unternehmen ist das Modell noch verbreiteter. Kundenverwaltung, Buchhaltung, Personalabteilung – für jeden Bereich gibt es Anbieter, die ihre Software als Abo verkaufen. Salesforce gilt als Pionier dieser Branche und verkauft seit den späten 1990er-Jahren keine Installationsdateien mehr, sondern nur Zugänge.

Aktuell trifft SaaS auf künstliche Intelligenz. Dienste wie ChatGPT, Bildgeneratoren oder Programmierhilfen werden genau nach diesem Muster verkauft: monatliche Gebühr, Nutzung im Browser. Für die Anbieter ist das heikler als bei klassischer Software. Jede Antwort eines KI-Modells kostet Rechenleistung und damit echtes Geld. Bei einem Textprogramm verursacht ein Vielnutzer kaum Zusatzkosten, bei einem KI-Chat schon. Deshalb sieht man dort zunehmend Preismodelle mit Nutzungsgrenzen statt echter Flatrate.

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