
Chase Center
Das Chase Center ist eine 2019 eröffnete Veranstaltungshalle in San Francisco, in der die Basketballmannschaft Golden State Warriors spielt. In der Tech-Branche ist der Bau vor allem als Bühne großer Produktvorstellungen bekannt, etwa der Entwicklerkonferenz von Salesforce.
Das Chase Center ist eine große Halle in San Francisco, in der Sportspiele und Konzerte stattfinden. Sie wurde 2019 eröffnet und hat je nach Bestuhlung rund 18.000 Plätze. Hausherr ist das Basketballteam Golden State Warriors, das dort seine Heimspiele austrägt. Den Namen hat die Halle von der US-Bank Chase, die für die Namensrechte bezahlt hat. Solche Namensverträge sind bei amerikanischen Arenen üblich und laufen oft über zwanzig Jahre. Für Leser einer Wirtschaftsseite ist der Ort noch aus einem anderen Grund interessant: Er liegt mitten im Technologieviertel der Stadt und wird regelmäßig für Firmenveranstaltungen gemietet.
Eine Arena als Schaufenster der Tech-Industrie
San Francisco ist der Sitz vieler bekannter Technologieunternehmen. Wenn eine solche Firma etwas Neues zeigen will, braucht sie eine Bühne für tausende Gäste. Klassische Kongresszentren sind dafür oft zu klein oder zu unspektakulär. Große Sporthallen bieten dagegen Platz, Videowände und eine fertige Tontechnik.
Das Chase Center ist deshalb einer der Schauplätze der Konferenz Dreamforce. Das ist die jährliche Hausmesse des Software-Konzerns Salesforce, der Programme zur Kundenverwaltung verkauft. Zu dieser Woche kommen jedes Jahr zehntausende Besucher in die Stadt. Hotels, Restaurants und Taxiunternehmen machen in dieser Zeit einen erheblichen Teil ihres Jahresumsatzes.
Wichtig ist der Ort auch für die Wahrnehmung einer Branche. Wenn eine Firma ihre Ankündigung in einer Basketballarena macht, sendet sie ein Signal: Wir sind groß, wir haben Publikum, wir sind hier zu Hause. Genau deshalb tauchen Hallennamen wie das Chase Center überhaupt in Wirtschaftsnachrichten auf.
Wie der Bau finanziert wurde
Viele US-Arenen werden zumindest teilweise aus Steuergeld gebaut. Beim Chase Center war das anders. Die Warriors und ihre Eigentümer finanzierten den Bau privat, die Kosten lagen bei etwa 1,4 Milliarden Dollar. Das Grundstück liegt im Stadtteil Mission Bay, direkt neben Forschungsgebäuden und Bürotürmen.
Zurückverdient wird dieses Geld nicht allein über Eintrittskarten. Eine moderne Arena hat mehrere Einnahmequellen: Logen für Firmenkunden, Gastronomie, Vermietung an Konzertveranstalter und eben den Namensvertrag mit einem Sponsor. Rund um die Halle entstanden zusätzlich Büroflächen und Läden, die dauerhaft Miete bringen.
Ein häufiger Irrtum ist, dass eine Arena nur an Spieltagen arbeitet. Tatsächlich ist eine gute Auslastung das Geschäftsmodell. Rund 200 Veranstaltungen pro Jahr sind ein realistisches Ziel, Basketball macht davon nur etwa ein Fünftel aus. Zwischen einem Spiel am Abend und einem Konzert am nächsten Tag wird der Boden komplett umgebaut.
Wann der Name in den Nachrichten auftaucht
Im Sportteil liest man das Chase Center bei Ergebnissen der NBA, der nordamerikanischen Basketballliga. Im Wirtschafts- und Technikteil steht es dagegen meist als Ortsangabe hinter einer Ankündigung. Ein typischer Satz lautet: Der Konzern stellte seine neue KI-Software vor Zehntausenden Gästen im Chase Center vor.
Für Zuschauer weltweit ist die Halle vor allem über Livestreams präsent. Solche Keynotes, also die Eröffnungsvorträge großer Konferenzen, werden im Netz übertragen. Wer eine solche Übertragung sieht, erkennt die Arena an den steilen Zuschauerrängen hinter der Bühne.
Man sollte den Ort nicht mit dem Moscone Center verwechseln, dem klassischen Messezentrum von San Francisco. Dort finden die Fachvorträge und Ausstellungsstände statt, in der Arena die großen Auftritte. Viele Konferenzen nutzen beide Gebäude parallel, weil sie nur wenige Minuten auseinanderliegen.