Cloudflare Workers

Cloudflare Workers

Cloudflare Workers ist ein Dienst, mit dem Entwickler kleine Programme direkt in den weltweit verteilten Rechenzentren der Firma Cloudflare laufen lassen. Der Code startet dort, wo der Besucher gerade ist, und antwortet deshalb sehr schnell.

Wenn du eine Internetseite aufrufst, muss irgendein Computer irgendwo auf der Welt deine Anfrage bearbeiten und eine Antwort schicken. Solche Computer stehen in großen Hallen voller Technik, die man Rechenzentren nennt. Die Firma Cloudflare betreibt hunderte solcher Standorte, verteilt über fast alle Länder. Cloudflare Workers ist ein Angebot dieser Firma: Programmierer laden ein kleines Programm hoch, und Cloudflare führt es in all diesen Standorten gleichzeitig aus. Deine Anfrage wird dann von dem Standort bearbeitet, der dir geografisch am nächsten liegt. Man muss sich also keinen eigenen Server mehr mieten und pflegen.

Warum kurze Wege im Netz so viel ausmachen

Daten reisen durch Kabel, und selbst Licht braucht dafür Zeit. Eine Anfrage von Berlin nach Kalifornien und zurück dauert grob 150 Millisekunden. Das klingt winzig, aber eine moderne Webseite stellt oft dutzende solcher Anfragen hintereinander. Aus wenigen Millisekunden werden so spürbare Wartezeiten. Läuft das Programm stattdessen in Frankfurt, sinkt die Reisezeit auf wenige Millisekunden.

Der zweite Grund ist der Aufwand. Wer früher eine Anwendung ins Netz stellte, musste einen Server auswählen, ein Betriebssystem einrichten und Sicherheitsupdates einspielen. Bei Workers entfällt das komplett. Man schreibt den Code, drückt auf Veröffentlichen, und der Dienst kümmert sich um alles Übrige. Fachleute nennen dieses Prinzip serverlos, obwohl natürlich weiterhin Server im Spiel sind.

Für Firmen ist außerdem die Abrechnung interessant. Bezahlt wird pro Aufruf und pro verbrauchter Rechenzeit, nicht pro gemieteter Maschine. Eine Anwendung ohne Besucher kostet dann fast nichts. Bei einem plötzlichen Besucheransturm skaliert das System von allein mit, ohne dass jemand eingreift.

Isolates statt eigener Maschine

Klassische Cloud-Dienste starten für jedes Programm eine Art virtuellen Computer. Das braucht Speicher und dauert beim Start oft eine halbe Sekunde oder länger. Workers geht anders vor. Der Code läuft in sogenannten Isolates, kleinen abgeschotteten Räumen innerhalb einer einzigen Programmier-Umgebung. Diese Umgebung heißt V8 und ist dieselbe, die auch im Chrome-Browser JavaScript ausführt.

Ein Vergleich hilft: Ein virtueller Computer ist wie ein komplettes Einfamilienhaus, das man für jeden Gast neu baut. Ein Isolate ist eher ein abschließbares Zimmer in einem bestehenden Gebäude. Das Gebäude steht schon, das Zimmer ist in unter einer Millisekunde bezugsfertig. Deshalb gibt es bei Workers kaum die Verzögerung beim ersten Aufruf, die andere serverlose Dienste plagt.

Diese Bauweise hat einen Preis. Ein Worker darf pro Anfrage nur begrenzt Rechenzeit und Arbeitsspeicher nutzen. Lange, rechenintensive Aufgaben passen dort nicht hinein. Außerdem läuft der Code nicht in einer normalen Server-Umgebung, sondern in einer eigenen, browserähnlichen. Manche fertigen Programmbibliotheken funktionieren deshalb nicht ohne Anpassung.

Wo Workers im Web und in KI-Produkten stecken

Viele Nutzer haben schon mit Workers zu tun gehabt, ohne es zu merken. Der Dienst wird oft für Anmeldeprüfungen, Weiterleitungen, A/B-Tests oder das Zwischenspeichern von Inhalten eingesetzt. Auch komplette Webseiten und Programmierschnittstellen laufen darauf. Dazu bietet Cloudflare passende Speicher an, etwa eine Datenbank namens D1 und einen Dateispeicher namens R2.

In den letzten Jahren ist ein KI-Bezug dazugekommen. Unter dem Namen Workers AI kann man aus einem Worker heraus KI-Modelle aufrufen, die in denselben Rechenzentren rechnen. Solche Anfragen an ein fertig trainiertes Modell nennt man Inferenz. Kleine Chatbots oder Übersetzungsfunktionen lassen sich so ohne eigene Grafikkarten betreiben.

In Wirtschaftsnachrichten tauchen Workers meist im Wettbewerb mit Amazon, Microsoft und Google auf. Deren Konkurrenzprodukt heißt bei Amazon Lambda, bei Google Cloud Run Functions. Cloudflares Argument ist die Nähe zum Nutzer, weil das eigene Netz ohnehin schon überall steht. Wenn du den Begriff Edge Computing liest, ist genau diese Idee gemeint: rechnen am Rand des Netzes, dicht beim Menschen.

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