Ablaufskizze der CGI-Produktion in vier Stufen: Modelling als Drahtgitternetz eines Objekts, Texturing mit aufgelegter Oberfläche, Rigging mit eingezeichnetem Gelenkskelett und Rendering als fertig beleuchtetes Bild.

Computer-Generated Imagery

Computer-Generated Imagery, kurz CGI, bezeichnet Bilder und Bewegtbilder, die vollständig im Computer entstehen statt vor einer Kamera. Die Technik steckt hinter Kinofilmen, Videospielen, Werbespots und Produktbildern im Onlineshop.

Computer-Generated Imagery, meist zu CGI abgekürzt, meint Bilder, die ein Computer erzeugt hat. Nichts davon wurde mit einer Kamera aufgenommen. Stattdessen bauen Grafiker im Programm eine dreidimensionale Szene: Gegenstände, Figuren, Räume, Lichtquellen. Der Computer berechnet daraus ein flaches Bild, so wie es eine gedachte Kamera in dieser Szene sehen würde. Das Ergebnis kann ein einzelnes Standbild sein oder eine Folge von Bildern, die als Film abläuft. CGI ist dabei ein Sammelbegriff und keine einzelne Software oder Methode.

Warum Filme ohne CGI heute kaum noch auskommen

Vor CGI musste alles, was im Bild zu sehen war, tatsächlich existieren. Ein Raumschiff war ein Modell aus Kunststoff, ein Monster ein Mensch im Kostüm. Das begrenzte, was erzählbar war, und es war teuer. Ein einstürzendes Hochhaus kann man nur einmal drehen. Im Computer lässt sich derselbe Einsturz beliebig oft wiederholen und im Detail verändern.

Deshalb ist CGI längst nicht mehr auf Fantasy und Science-Fiction beschränkt. Auch in ruhigen Dramen werden Hintergründe ausgetauscht, Menschenmengen vergrößert oder störende Straßenschilder entfernt. Viele Zuschauer bemerken das gar nicht, weil die beste Arbeit unsichtbar bleibt. Als schlecht gilt CGI oft erst dann, wenn es auffällt.

Wirtschaftlich hängt eine ganze Branche daran. Große Effektstudios in London, Vancouver oder Neuseeland beschäftigen jeweils tausende Menschen. Ihre Kosten machen bei manchen Blockbustern einen dreistelligen Millionenbetrag aus. Wenn ein Studio Aufträge verliert oder Preise verfällt, ist das eine Wirtschaftsnachricht und keine Filmnachricht.

Vom Drahtgittermodell zum fertigen Bild

Am Anfang steht das Modelling. Ein Objekt wird als Netz aus tausenden kleinen Dreiecken im Raum aufgebaut. Danach kommt das Texturing: Auf dieses Netz legt man Oberflächen, also Farbe, Rost, Hautporen oder Stoffmuster. Bei Figuren folgt das Rigging, ein inneres Skelett aus beweglichen Gelenken. Erst damit lässt sich die Figur überhaupt animieren.

Der entscheidende Schritt heißt Rendering. Dabei berechnet der Computer, wie Licht in der Szene verläuft. Ein verbreitetes Verfahren ist Raytracing: Es verfolgt einzelne Lichtstrahlen und berechnet, wo sie reflektiert oder gebrochen werden. Genau daher kommen glaubwürdige Spiegelungen, weiche Schatten und Glas, das wirklich wie Glas wirkt. Rendering ist der teuerste Teil, weil er enorm viel Rechenzeit verschlingt.

Ein einzelnes Filmbild kann auf einem Rechner Stunden brauchen. Ein Kinofilm hat 24 solcher Bilder pro Sekunde. Deshalb arbeiten Studios mit Renderfarmen, also Hallen voller vernetzter Computer, die gleichzeitig rechnen. Videospiele haben dieses Zeitbudget nicht, sie müssen jedes Bild in Millisekunden erzeugen. Sie nutzen daher gröbere Abkürzungen und verlassen sich stark auf spezialisierte Grafikchips.

CGI, Deepfakes und generative KI

Im Alltag begegnet einem CGI häufiger als vermutet. Viele Möbelbilder in Onlinekatalogen sind keine Fotos, sondern gerenderte Modelle. Das ist billiger, als jede Farbvariante eines Sofas zu fotografieren. Auch Autowerbung, Architekturvisualisierungen und Erklärvideos in der Medizin entstehen so.

In den Nachrichten taucht der Begriff derzeit vor allem im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz auf. Wichtig ist die Abgrenzung: Klassisches CGI baut eine Szene Bauteil für Bauteil, ein Mensch kontrolliert jedes Detail. Bildgeneratoren dagegen erzeugen ein Bild direkt aus einer Textbeschreibung, ohne dass ein 3D-Modell existiert. Ein Deepfake ist wiederum etwas Drittes, nämlich ein per KI ausgetauschtes Gesicht in einer echten Aufnahme.

In der Praxis vermischen sich die Verfahren zunehmend. Studios nutzen KI, um Zwischenschritte zu beschleunigen, etwa beim Ausschneiden von Objekten oder beim Altern von Gesichtern. Das drückt Kosten und löst gleichzeitig Streit über Arbeitsplätze aus. Genau dieser Konflikt war ein zentrales Thema der Streiks in Hollywood und bleibt es in vielen Tarifverhandlungen der Branche.

Subscribe free. Unsubscribe the second it sucks.

High-signal news across AI, business, UX, and tech. Every morning.