Cloud Run

Cloud Run

Cloud Run ist ein Dienst von Google, auf dem Programme laufen, ohne dass man selbst einen Server einrichten muss. Der Dienst startet das Programm automatisch, wenn eine Anfrage kommt, und schaltet es wieder ab, wenn nichts zu tun ist.

Wer eine Webseite oder eine App im Internet anbietet, braucht einen Computer, der ständig erreichbar ist. Früher musste man dafür selbst eine Maschine mieten, ein Betriebssystem einrichten und sie pflegen. Cloud Run ist ein Angebot der Firma Google, das diesen Teil übernimmt. Man lädt sein fertiges Programm hoch, und Google kümmert sich darum, dass es läuft. Kommt eine Anfrage aus dem Internet, startet Cloud Run das Programm und schickt die Antwort zurück. Kommt gerade keine Anfrage, läuft nichts – und es kostet auch nichts.

Warum Entwickler damit Zeit und Geld sparen

Der größte Vorteil ist die Abrechnung nach tatsächlicher Nutzung. Ein gemieteter Server kostet Geld, egal ob ihn jemand benutzt. Bei Cloud Run zahlt man nur für die Sekunden, in denen das Programm wirklich rechnet. Für kleine Projekte oder Dienste mit unregelmäßigem Andrang ist das oft um ein Vielfaches billiger.

Der zweite Vorteil ist die Skalierung. Damit ist gemeint, dass ein Dienst mit der Zahl seiner Nutzer mitwächst. Wenn plötzlich tausend Leute gleichzeitig eine Anfrage schicken, startet Cloud Run automatisch viele Kopien des Programms nebeneinander. Sinkt der Andrang, verschwinden die Kopien wieder. Ein Team muss dafür nichts tun und nichts vorhersagen.

Für KI-Anwendungen ist das besonders praktisch. Viele Chatbots und Bildgeneratoren bestehen aus einem kleinen Programm, das Anfragen entgegennimmt und an ein großes Sprachmodell weiterreicht. Dieses Zwischenstück läuft häufig auf Cloud Run oder einem vergleichbaren Dienst. So kann ein Startup einen Prototyp an einem Nachmittag online stellen.

Container, Kaltstarts und der Weg einer Anfrage

Cloud Run erwartet das Programm als sogenannten Container. Ein Container ist ein abgeschlossenes Paket, das den Programmcode und alles enthält, was er zum Laufen braucht. Man kann ihn sich wie einen Umzugskarton vorstellen: Er wird woanders ausgepackt und funktioniert dort genau wie zu Hause. Deshalb ist es Cloud Run egal, in welcher Programmiersprache das Programm geschrieben wurde.

Trifft eine Anfrage ein, sucht Cloud Run eine bereits laufende Kopie des Containers. Gibt es keine, wird eine neue gestartet. Dieser Start dauert je nach Programm einige hundert Millisekunden bis wenige Sekunden. Fachleute nennen das einen Kaltstart, und er ist der bekannteste Nachteil des Verfahrens. Wer ihn vermeiden will, kann gegen Aufpreis eine Mindestzahl an dauerhaft laufenden Kopien buchen.

Ein häufiger Irrtum ist, Cloud Run speichere Daten. Das tut es nicht. Jede Kopie ist flüchtig und verliert beim Beenden alles, was sie sich gemerkt hat. Datenbanken und Dateien liegen deshalb immer in getrennten Diensten. Diese Trennung ist kein Mangel, sondern die Bedingung dafür, dass Kopien beliebig entstehen und verschwinden können.

Von der Schul-App bis zur Firmen-IT

Im Alltag begegnet man Cloud Run nie direkt, sondern nur über die Dienste, die darauf laufen. Das Kontaktformular eines Onlineshops, die Schnittstelle einer Handy-App oder ein kleiner Übersetzungsdienst können dort betrieben werden. Für Nutzer sieht das aus wie jede andere Internetadresse.

In Nachrichten taucht der Name meist im Zusammenhang mit dem Wettbewerb der großen Cloud-Anbieter auf. Amazon bietet mit AWS Lambda und Fargate ähnliche Dienste an, Microsoft mit Azure Container Apps. Alle folgen dem Prinzip, das man serverlos nennt: Server gibt es weiterhin, aber der Kunde sieht und verwaltet sie nicht mehr.

Auch für Schüler und Hobbyprogrammierer ist der Einstieg niedrig. Google gewährt ein monatliches Freikontingent, innerhalb dessen kleine Projekte nichts kosten. Wichtig ist trotzdem ein Kostenlimit, denn ein fehlerhaftes Programm kann sich durch automatische Skalierung selbst teuer machen.

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