Copilot

Copilot

Ein Copilot ist ein Assistent in einem Programm, der Vorschläge macht, während man arbeitet – etwa Code, Textentwürfe oder Zusammenfassungen. Der Mensch bleibt dabei die entscheidende Instanz und nimmt Vorschläge an, ändert sie oder verwirft sie.

Ein Copilot ist ein Assistent, der direkt in einem Programm sitzt und mitarbeitet. Er schlägt vor, was man als Nächstes schreiben oder tun könnte. Der Name stammt aus der Luftfahrt: Der Kopilot fliegt mit, aber die Verantwortung trägt der Kapitän. Genauso ist es hier gedacht. Der Mensch entscheidet, ob ein Vorschlag übernommen, verändert oder gelöscht wird. Bekannt wurde der Begriff 2021, als das Unternehmen Microsoft mit der Entwicklerplattform GitHub ein Werkzeug vorstellte, das beim Programmieren automatisch passenden Programmtext ergänzt.

Vom Chatfenster zum Werkzeug im Programm

Der Unterschied zu einem gewöhnlichen Chatbot ist der Ort. Bei einem Chatbot wechselt man in ein eigenes Fenster, beschreibt sein Problem und kopiert die Antwort zurück. Ein Copilot dagegen sitzt in dem Programm, in dem man ohnehin gerade arbeitet. Er sieht den geöffneten Text, die Tabelle oder den Programmcode und bezieht sich darauf.

Dieser Kontext macht den praktischen Unterschied aus. Ein Copilot in einer Tabellenkalkulation kennt die Spaltennamen und die Zahlen darin. Er muss nicht raten, worum es geht. Studien und Herstellerangaben nennen für Programmierarbeit Zeitersparnisse in der Größenordnung von zehn bis dreißig Prozent. Solche Zahlen sind mit Vorsicht zu lesen, denn sie stammen oft von den Anbietern selbst.

Wirtschaftlich ist der Begriff wichtig geworden, weil er ein Geschäftsmodell beschreibt. Softwarefirmen verkaufen Copilot-Funktionen als monatliches Abo zusätzlich zum eigentlichen Produkt. Microsoft verlangt für seinen Büro-Copiloten rund 30 Dollar pro Nutzer und Monat. Für Anbieter ist das eine neue Einnahmequelle, für Kunden ein spürbarer Kostenposten.

Was der Copilot über deine Arbeit weiß

Im Kern steckt ein Sprachmodell. Das ist ein großes Programm, das aus riesigen Textmengen gelernt hat, welche Wörter typischerweise aufeinander folgen. Es sagt fortlaufend das nächste Wortstück voraus. Programmcode ist für so ein Modell auch nur Text mit strengen Regeln.

Damit die Vorschläge zur konkreten Situation passen, sammelt die Software vor jeder Anfrage Material ein. Sie schickt den Ausschnitt um die Schreibmarke herum mit, dazu Dateinamen, benachbarte Dateien oder Auszüge aus Firmendokumenten. Dieses Zusammenstellen von Hintergrundmaterial nennt man Kontextaufbau. Erst danach beginnt das Modell zu rechnen.

Ein häufiger Irrtum ist, der Copilot würde die Antwort irgendwo nachschlagen. Das tut er nicht. Er erzeugt eine plausible Fortsetzung, und plausibel ist nicht dasselbe wie richtig. Erfundene Funktionsnamen oder falsche Quellenangaben kommen regelmäßig vor. Deshalb bleibt die Prüfung durch den Menschen Teil des Verfahrens und ist keine Formsache.

Copiloten in Office, Editoren und Autos

Am weitesten verbreitet sind Copiloten beim Programmieren und in Büroprogrammen. In einem Code-Editor erscheint der Vorschlag grau hinter dem Cursor und wird mit der Tabulatortaste übernommen. In Word entwirft ein Copilot einen ersten Textentwurf, in Outlook fasst er lange Mailverläufe zusammen. Auch Google, Salesforce und viele kleinere Anbieter haben vergleichbare Funktionen im Angebot.

Inzwischen ist Copilot auch ein Marketingwort. Autohersteller, Banken und Softwarehäuser nennen so ziemlich jeden Assistenten Copilot, manchmal auch einfache Suchmasken. Beim Lesen von Nachrichten lohnt deshalb die Rückfrage, was genau gemeint ist. Nützlich ist die Abgrenzung zum Begriff Agent: Ein Agent führt Schritte selbstständig aus, ein Copilot schlägt sie nur vor.

Für Unternehmen sind zwei Fragen entscheidend. Erstens, welche internen Daten das System zu sehen bekommt und wo diese verarbeitet werden. Zweitens, wer haftet, wenn ein übernommener Vorschlag Schaden anrichtet. Bisher liegt die Verantwortung fast immer beim Menschen, der auf Übernehmen geklickt hat.

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