Proof of Concept

Proof of Concept

Ein Proof of Concept ist ein kleiner Testlauf, der zeigen soll, ob eine Idee überhaupt funktioniert. Er wird bewusst schnell und unvollständig gebaut, bevor viel Geld in die fertige Lösung fließt.

Ein Proof of Concept ist ein erster kleiner Versuch, der eine einzige Frage beantworten soll: Kann das überhaupt klappen? Der englische Ausdruck bedeutet wörtlich « Nachweis des Konzepts », auf Deutsch sagt man auch Machbarkeitsnachweis. Gebaut wird dabei absichtlich nur das Nötigste. Es geht nicht um ein schönes Produkt, sondern um eine Antwort. Fällt die Antwort negativ aus, hat man wenige Wochen verloren statt zwei Jahre. Fällt sie positiv aus, kann die eigentliche Entwicklung beginnen.

Warum Firmen erst testen, bevor sie bauen

Große Softwareprojekte sind teuer. Ein Team aus zehn Entwicklern kostet über ein Jahr leicht mehr als eine Million Euro. Wenn sich am Ende zeigt, dass die Grundidee nicht trägt, ist dieses Geld weg. Ein Proof of Concept kostet dagegen oft nur einige Zehntausend Euro. Er ist also eine Art Versicherung gegen das große Scheitern.

Bei künstlicher Intelligenz ist dieser Test besonders wichtig. Man kann vorher meist nicht ausrechnen, wie gut ein Modell eine Aufgabe löst. Ob eine Software Röntgenbilder zuverlässig auswertet, weiß man erst, wenn man es an echten Bildern probiert hat. Deshalb starten viele KI-Vorhaben in Unternehmen zunächst als PoC.

Dabei gibt es auch einen typischen Irrtum. Ein erfolgreicher Proof of Concept beweist nicht, dass ein Produkt fertig ist. Er beweist nur, dass der Weg nicht von Anfang an verschlossen ist. Fachleute sprechen vom « Pilot Purgatory », der Testfalle: Firmen sammeln Dutzende erfolgreiche Versuche, bringen aber keinen davon in den echten Betrieb.

Was in so einem Testlauf tatsächlich gebaut wird

Am Anfang steht eine klare Annahme, die überprüft werden soll. Zum Beispiel: Ein Sprachmodell kann 80 Prozent der eingehenden Kundenmails korrekt einer Abteilung zuordnen. Dazu legt das Team vorher fest, ab welchem Ergebnis der Test als bestanden gilt. Ohne diese Grenze wird jede Zahl hinterher schöngeredet.

Dann baut man die einfachste Version, die diese Frage beantwortet. Oft läuft sie auf dem Laptop eines Entwicklers und wird mit ein paar Tausend Beispieldaten gefüttert. Vieles wird weggelassen: Nutzerkonten, Datenschutzprüfungen, eine ansehnliche Oberfläche. Manche Schritte macht in dieser Phase noch ein Mensch von Hand.

Zum Schluss gibt es ein Ergebnis und eine Entscheidung. Entweder das Projekt geht weiter, oder es wird bewusst beendet. Ein abgebrochener Proof of Concept ist kein Misserfolg, sondern sein eigentlicher Zweck. Der gebaute Code wird meist weggeworfen, weil er für Dauerbetrieb nie gedacht war.

PoC, Prototyp und Pilotprojekt in der Praxis

In Pressemitteilungen liest man den Begriff sehr häufig. « Bank X startet einen Proof of Concept für KI-gestützte Kreditprüfung » bedeutet: Es gibt einen Test, noch kein Produkt. Für Anleger ist das ein wichtiger Unterschied. Zwischen einem PoC und laufendem Umsatz können Jahre liegen, und viele Tests erreichen dieses Ziel nie.

Drei ähnliche Wörter werden oft verwechselt. Der Proof of Concept fragt, ob etwas technisch möglich ist. Ein Prototyp zeigt zusätzlich, wie sich die Sache bedienen lässt. Ein Pilotprojekt läuft schon mit echten Nutzern, aber nur in einer Abteilung oder einer Filiale. Die Reihenfolge ist meist genau diese.

Auch außerhalb der Wirtschaft begegnet dir das Prinzip. Wer für ein Referat erst eine Seite schreibt und die Lehrkraft fragt, ob die Richtung passt, macht im Kern einen Machbarkeitsnachweis. In der IT-Sicherheit heißt ein veröffentlichtes Beispielprogramm, das eine Sicherheitslücke ausnutzt, ebenfalls Proof of Concept. Es beweist dort, dass die Lücke wirklich gefährlich ist.

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