Schema mit drei nebeneinanderstehenden Schichtstapeln für IaaS, PaaS und SaaS. Jeder Stapel zeigt von unten nach oben Hardware, Betriebssystem, Laufzeitumgebung und Anwendung; farblich markiert ist jeweils, welche Schichten der Anbieter betreibt und welche der Kunde selbst verantwortet.

PaaS

PaaS steht für „Platform as a Service“: Ein Anbieter stellt über das Internet eine fertige Umgebung bereit, in der Programme laufen. Der Kunde lädt nur seinen eigenen Programmcode hoch, um Server, Betriebssystem und Updates kümmert sich der Anbieter.

Wer ein Programm im Internet anbieten will, braucht dafür einen Computer, der ständig läuft. Früher kaufte man dafür einen eigenen Rechner, stellte ihn in einen Raum und pflegte ihn selbst. PaaS ist die Abkürzung für « Platform as a Service », also « Plattform als Dienstleistung ». Ein Unternehmen mietet dabei über das Internet eine fertig eingerichtete Umgebung, in der eigene Programme sofort starten können. Der Mieter liefert nur seinen Programmcode, also die Anweisungen, aus denen sein Programm besteht. Alles darunter — Rechner, Betriebssystem, Datenbanken, Sicherheitsupdates — betreibt der Anbieter.

Warum Firmen sich die Serverpflege sparen

Der größte Vorteil ist gespartes Personal. Ein eigener Server muss überwacht, aktualisiert und im Notfall nachts repariert werden. Dafür braucht man Fachleute, die teuer und schwer zu finden sind. Bei PaaS erledigt der Anbieter diese Arbeit für tausende Kunden gleichzeitig. Ein kleines Team kann so einen Dienst betreiben, für den früher eine ganze Abteilung nötig war.

Der zweite Vorteil ist Tempo. Ein neues Projekt kann innerhalb von Minuten online gehen, statt wochenlang auf bestellte Hardware zu warten. Wächst die Nutzerzahl plötzlich, stellt die Plattform automatisch mehr Rechenleistung bereit. Sinkt sie wieder, zahlt man auch wieder weniger. Diese Flexibilität ist besonders für junge Firmen wichtig, die ihren Bedarf nicht vorhersagen können.

Der Nachteil heißt Abhängigkeit. Wer seine Anwendung stark auf die Eigenheiten eines Anbieters zuschneidet, kommt später schwer wieder weg. Fachleute nennen das Lock-in. Außerdem entscheidet der Anbieter, welche Programmiersprachen und Versionen erlaubt sind. Und wenn seine Rechenzentren ausfallen, ist auch der eigene Dienst offline.

Die Schichten unter dem eigenen Code

Man kann sich Cloud-Angebote als Stapel von Schichten vorstellen. Unten liegt die Hardware, darüber das Betriebssystem, dann die Werkzeuge zum Ausführen von Programmen, ganz oben die fertige Anwendung. Bei PaaS zieht der Anbieter die Grenze mitten in diesem Stapel. Er verantwortet alles bis zu den Werkzeugen, der Kunde nur die oberste Schicht.

Praktisch läuft das so: Der Entwickler schickt seinen Code an die Plattform, meist mit einem einzigen Befehl. Die Plattform prüft, welche Sprache und welche Zusatzbausteine das Programm braucht, und packt alles in eine standardisierte Laufumgebung. Danach startet sie das Programm auf mehreren Rechnern gleichzeitig und verteilt die Anfragen der Nutzer darauf. Fällt ein Rechner aus, wird das Programm woanders neu gestartet, ohne dass jemand eingreift.

Hilfreich ist die Abgrenzung zu den Nachbarbegriffen. Bei IaaS, also « Infrastructure as a Service », mietet man nur den nackten virtuellen Rechner und richtet alles selbst ein — mehr Kontrolle, mehr Arbeit. Bei SaaS, « Software as a Service », mietet man ein fertiges Programm wie ein Online-Postfach und schreibt keinen Code. PaaS liegt genau dazwischen. Eine gängige Analogie: IaaS ist die leere Küche, PaaS die Küche mit Herd und Zutaten, SaaS das bestellte Essen.

PaaS in Produkten und Börsennachrichten

Bekannte Angebote sind Google App Engine, Microsoft Azure App Service, Heroku, Vercel und Red Hat OpenShift. Wenn eine Webseite oder eine Handy-App schnell reagiert, obwohl die Firma dahinter klein ist, steckt oft eine solche Plattform darunter. Auch viele Online-Shops und Buchungssysteme laufen so.

In der KI-Welt ist der Begriff wieder aktuell geworden. Anbieter verkaufen Plattformen, auf denen man Sprachmodelle trainieren oder betreiben kann, ohne Grafikkarten zu kaufen. Solche Dienste werden manchmal als « AI PaaS » oder MLOps-Plattform bezeichnet. Das Prinzip bleibt dasselbe: Der Kunde bringt Daten und Modell mit, die schwere Technik gehört dem Anbieter.

In Finanznachrichten tauchen PaaS-Umsätze in den Quartalszahlen von Amazon, Microsoft und Google auf. Diese Cloud-Sparten wachsen oft schneller als das restliche Geschäft und gelten als besonders gewinnbringend. Ein häufiger Irrtum ist, PaaS sei automatisch billiger. Bei sehr großen, gleichmäßigen Lasten kann eigene Hardware günstiger sein — einige Firmen ziehen deshalb wieder aus der Cloud zurück.

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