
MiG
MiG ist die Kurzbezeichnung für Kampfflugzeuge des sowjetischen, heute russischen Flugzeugbauers Mikojan-Gurewitsch. Der Name steht seit den 1940er-Jahren für schnelle, leichte Abfangjäger und taucht bis heute in Nachrichten über Rüstung und Krieg auf.
MiG ist ein Markenname für Kampfflugzeuge. Er stammt von den beiden sowjetischen Konstrukteuren Artjom Mikojan und Michail Gurewitsch, die 1939 ein gemeinsames Konstruktionsbüro gründeten. Die Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen ergeben zusammen mit dem russischen Wort für « und » die Abkürzung MiG. Hinter dem Namen steht immer eine Nummer, etwa MiG-21 oder MiG-29, die das jeweilige Modell bezeichnet. Gebaut wurden diese Flugzeuge vor allem für die Sowjetunion und für Staaten, die mit ihr verbündet waren. Das Unternehmen existiert bis heute und gehört zum staatlichen russischen Luftfahrtkonzern.
Warum der Name bis heute in den Nachrichten steht
MiG-Flugzeuge wurden in gewaltigen Stückzahlen gebaut. Von der MiG-21 allein entstanden über 11.000 Exemplare, mehr als von jedem anderen Überschall-Kampfflugzeug der Geschichte. Sie wurden in rund 60 Länder geliefert oder dort in Lizenz nachgebaut. Deshalb fliegen auch heute noch Maschinen dieses Typs in Afrika, Asien und Osteuropa.
Im Kalten Krieg war MiG außerdem ein politisches Symbol. Im Westen galt der Name als Kürzel für die Luftwaffe des Ostblocks, so wie umgekehrt die amerikanische F-16 für den Westen stand. Im Koreakrieg trafen amerikanische und sowjetisch gebaute Jets erstmals in großer Zahl aufeinander. Ein Abschnitt des Luftraums bekam damals von US-Piloten den Spitznamen « MiG Alley ».
Aktuell taucht der Begriff vor allem im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine auf. Beide Seiten setzen MiG-29 ein, weil beide Luftwaffen aus sowjetischen Beständen hervorgingen. Auch die Bundeswehr besaß nach der Wiedervereinigung 24 MiG-29 aus DDR-Beständen. Die meisten davon wurden 2003 für einen symbolischen Preis an Polen abgegeben.
Was einen Abfangjäger ausmacht
Die klassischen MiG-Modelle wurden für eine bestimmte Aufgabe gebaut: das Abfangen. Ein Abfangjäger startet, wenn ein feindliches Flugzeug entdeckt wird, steigt schnell auf große Höhe und greift es an. Dafür braucht er vor allem Beschleunigung und Steigleistung, nicht besonders große Reichweite. Deshalb sind viele MiGs klein, leicht und haben im Verhältnis zum Gewicht sehr starke Triebwerke.
Ein zweiter Grundsatz war Einfachheit. Die Flugzeuge sollten auch von wenig ausgebildeten Mechanikern gewartet werden können, notfalls auf einem Feldflugplatz ohne Halle. Die MiG-29 hat dafür sogar verschließbare Lufteinlässe, damit beim Start von unbefestigten Pisten keine Steine ins Triebwerk gesaugt werden. Diese Robustheit erklärt, warum die Maschinen in ärmeren Ländern so beliebt waren.
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass jedes russische Kampfflugzeug eine MiG sei. Das stimmt nicht. Der wichtigste Konkurrent heißt Suchoi und baut Modelle wie die Su-27 oder Su-35. Suchoi-Flugzeuge sind meist größer, schwerer und haben mehr Reichweite. Seit den 1990er-Jahren hat Suchoi MiG als führenden russischen Hersteller weitgehend abgelöst.
MiG außerhalb der Luftfahrt
Der Name begegnet einem oft in Zusammenhängen, die mit Technik wenig zu tun haben. In Berichten über Waffenlieferungen ist die Zahl der abgegebenen MiG-29 ein politischer Streitpunkt. In Museen stehen ausgemusterte Maschinen, etwa im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr. Und in Filmen und Computerspielen ist die MiG seit Jahrzehnten das Standard-Gegnerflugzeug.
Auf Finanz- und Wirtschaftsseiten taucht der Name auf, wenn es um Rüstungsindustrie geht. MiG gehört heute zum Konzern United Aircraft Corporation, der auch Suchoi und zivile Flugzeugbauer umfasst. Meldungen über Aufträge, Sanktionen oder Produktionszahlen betreffen also den gesamten Konzern.
Vorsicht ist bei der Schreibweise geboten. « MiG » mit kleinem i bezeichnet den Flugzeugbauer. Andere Abkürzungen wie « MIG » stehen für ganz andere Dinge, etwa ein Schweißverfahren. Die Kleinschreibung des i ist also kein Tippfehler, sondern Teil des Namens.