
M&A
M&A ist die englische Kurzform für Fusionen und Übernahmen: Zwei Firmen schließen sich zusammen, oder eine Firma kauft eine andere. In der Tech-Branche ist das der übliche Weg, um schnell an Technologie, Kunden oder Fachleute zu kommen.
M&A steht für « Mergers and Acquisitions », auf Deutsch Fusionen und Übernahmen. Gemeint sind zwei Vorgänge, die oft in einem Atemzug genannt werden. Bei einer Fusion verschmelzen zwei Firmen zu einem einzigen neuen Unternehmen. Bei einer Übernahme kauft eine Firma eine andere und behält dabei das Sagen. In beiden Fällen ändert sich, wem ein Unternehmen gehört und wer es führt. Wenn in den Wirtschaftsnachrichten steht, ein Konzern habe ein Start-up « geschluckt », geht es genau darum.
Warum Konzerne lieber kaufen als selbst bauen
Ein großes Unternehmen könnte eine neue Technologie selbst entwickeln. Das dauert aber oft Jahre und kann scheitern. Ein fertiges Unternehmen zu kaufen ist schneller: Produkt, Kundschaft und eingespieltes Team kommen im Paket. Deshalb sind Übernahmen in der Technikbranche so verbreitet.
Für die Verkäuferseite ist ein Verkauf häufig das erhoffte Ziel. Die Geldgeber eines jungen Unternehmens wollen irgendwann Gewinn sehen. Entweder geht die Firma an die Börse, oder sie wird verkauft. Der zweite Weg ist der häufigere und meist auch der einfachere. Für Gründerinnen und Gründer bedeutet er oft eine Auszahlung in Millionenhöhe.
Es gibt aber auch die andere Seite. Wenn wenige Konzerne alle interessanten Konkurrenten aufkaufen, bleibt für Kunden weniger Auswahl. Wettbewerbsbehörden prüfen große Deals deshalb genau. Ein bekanntes Beispiel: Die Übernahme des Spieleherstellers Activision Blizzard durch Microsoft für rund 69 Milliarden Dollar zog sich fast zwei Jahre, weil Behörden in mehreren Ländern Einwände hatten.
Vom ersten Gespräch bis zur Unterschrift
Am Anfang steht ein Kaufinteresse und ein grober Preisrahmen. Dann folgt die Due Diligence, eine gründliche Prüfung der Zielfirma. Wirtschaftsprüfer und Anwälte schauen sich Verträge, Schulden und Patente an. Sie suchen nach Risiken, die den Preis drücken oder den Deal platzen lassen könnten.
Bezahlt wird auf zwei Arten. Entweder mit Bargeld, oder mit eigenen Aktien, also Anteilen am Käuferunternehmen. Oft wird beides gemischt. Zusätzlich werden wichtige Mitarbeiter häufig mit Bonuszahlungen an das Unternehmen gebunden, damit sie nicht sofort kündigen.
Nach der Unterschrift beginnt der schwierigste Teil, die Integration. Zwei unterschiedliche Firmenkulturen, IT-Systeme und Arbeitsweisen müssen zusammenwachsen. Genau daran scheitern viele Deals im Nachhinein. Der Kaufpreis war dann zwar korrekt berechnet, der erhoffte Nutzen stellt sich aber nie ein.
M&A in der KI-Branche
Rund um künstliche Intelligenz gab es in den letzten Jahren sehr viele solcher Deals. Große Anbieter kaufen kleine Forschungsteams, um an deren Fachwissen zu kommen. Für diesen Sonderfall gibt es einen eigenen Begriff: Acquihire, zusammengesetzt aus « acquisition » und « hire ». Dabei ist nicht das Produkt interessant, sondern ausschließlich das Personal.
In Nachrichtenmeldungen tauchen dabei feste Formulierungen auf. Eine Absichtserklärung ist noch kein fertiger Vertrag. Ein Deal ist erst « vollzogen », wenn alle Behörden zugestimmt haben. Und die genannte Bewertung ist nicht immer der tatsächlich gezahlte Preis, weil Teile der Summe oft an spätere Erfolge geknüpft sind.
M&A betrifft auch Produkte, die man selbst nutzt. Instagram und WhatsApp gehören heute zu Meta, weil sie 2012 und 2014 gekauft wurden. GitHub gehört seit 2018 zu Microsoft. Nach solchen Übernahmen ändern sich häufig Preise, Datenschutzregeln oder ganze Funktionen. Wer die Meldung liest, kann grob abschätzen, was auf ihn zukommt.