
Machine-to-Machine-Kommunikation
Machine-to-Machine-Kommunikation bezeichnet den direkten Datenaustausch zwischen Geräten, bei dem kein Mensch die Nachricht schreibt oder liest. Ein Sensor meldet zum Beispiel selbstständig einen Messwert an einen Rechner, der daraufhin eine Aktion auslöst.
Bei Machine-to-Machine-Kommunikation tauschen Geräte Daten direkt untereinander aus. Kein Mensch tippt dabei eine Nachricht ein, und kein Mensch liest sie. Ein einfaches Beispiel ist ein Getränkeautomat, der von selbst meldet, dass die Cola fast leer ist. Diese Meldung geht an einen Rechner der Betreiberfirma, der daraufhin eine Nachfüllfahrt einplant. Der Mensch sieht am Ende nur das Ergebnis, nämlich den wieder gefüllten Automaten. Die Abkürzung für diese Art der Verständigung lautet M2M.
Warum Automaten sich lieber selbst melden
Früher musste jemand regelmäßig vorbeifahren und nachsehen, ob ein Gerät noch funktioniert oder Nachschub braucht. Solche Kontrollfahrten kosten Zeit und Geld, und meistens war alles in Ordnung. Melden sich die Geräte selbst, fährt jemand nur noch dorthin, wo es wirklich nötig ist. Bei tausenden Automaten oder Zählern in einem Land ist das ein enormer Unterschied.
Der zweite Vorteil ist Geschwindigkeit. Eine Maschine kann jede Sekunde einen Wert senden, ein Mensch schafft das nicht. Fällt in einem Kühlhaus die Temperatur aus dem erlaubten Bereich, kommt die Warnung sofort. So lassen sich Schäden verhindern, bevor jemand überhaupt bemerkt hat, dass etwas nicht stimmt.
Wichtig ist die Abgrenzung zum sogenannten Internet der Dinge, oft abgekürzt als IoT. Beide Begriffe meinen vernetzte Geräte. M2M ist der ältere und engere Begriff: meist zwei Geräte, eine feste Verbindung, ein klarer Zweck. Das Internet der Dinge denkt größer und verbindet viele Geräte über offene Netze zu einem gemeinsamen System.
Vom Sensor bis zur ausgelösten Aktion
Am Anfang steht fast immer ein Sensor, also ein Bauteil, das etwas misst. Das kann eine Temperatur sein, ein Füllstand oder eine Drehzahl. Der Messwert geht an ein kleines Funkmodul im Gerät. Dieses Modul steckt oft schlicht eine SIM-Karte, wie sie auch in einem Handy sitzt.
Über das Mobilfunknetz oder ein anderes Netz wandert der Wert dann zu einem Server. Ein Server ist ein Rechner, der ständig läuft und Daten entgegennimmt. Dort wird der Wert gespeichert und mit Regeln verglichen. Eine solche Regel lautet etwa: Liegt der Füllstand unter zehn Prozent, dann löse eine Bestellung aus.
Die Datenmengen sind dabei winzig. Oft geht es um wenige Zeichen pro Nachricht, etwa eine Gerätenummer und eine Zahl. Deshalb nutzen M2M-Geräte sparsame Funkstandards, die kaum Strom brauchen. Manche Wasserzähler laufen so über zehn Jahre mit einer einzigen Batterie. Ein Videostream über dasselbe Netz wäre dagegen völlig undenkbar.
M2M im Auto, im Keller und in der Fabrik
Im Auto steckt M2M seit Jahren verpflichtend drin. Das Notrufsystem eCall erkennt einen schweren Unfall und ruft selbstständig die Leitstelle an. Dabei überträgt es den Standort, noch bevor jemand sprechen kann. Auch Mautsysteme auf Autobahnen funktionieren so, ohne dass ein Fahrer etwas tun muss.
Im Keller vieler Häuser hängen inzwischen digitale Stromzähler, die ihren Stand selbst an den Versorger melden. Aufzüge senden Fehlercodes an den Wartungsdienst, oft bevor sie stecken bleiben. In Fabriken melden Maschinen ihre Laufzeiten an eine zentrale Software, die daraus Wartungspläne erstellt.
In Wirtschaftsnachrichten taucht M2M meist bei Mobilfunkanbietern auf. Sie verkaufen spezielle SIM-Karten für Geräte und melden die Zahl aktiver Verbindungen als Wachstumszahl. Ein typischer Irrtum ist dabei, M2M für Künstliche Intelligenz zu halten. Die meisten dieser Systeme folgen schlichten Wenn-dann-Regeln und lernen überhaupt nichts.