Mockup

Mockup

Ein Mockup ist ein realistisch aussehender Entwurf einer App, einer Website oder eines Geräts, der noch nicht funktioniert. Er zeigt, wie das fertige Produkt später aussehen soll, bevor jemand Zeit und Geld in den echten Bau steckt.

Ein Mockup ist ein Entwurf, der so aussieht wie das fertige Produkt, aber nichts kann. Man sieht Knöpfe, Texte, Farben und Bilder einer App genau an ihrem späteren Platz. Tippt man auf einen Knopf, passiert jedoch nichts. Dahinter steckt keine Technik, sondern nur ein Bild oder eine leere Hülle. Der Zweck ist einfach: Alle Beteiligten sollen sehen und beurteilen können, wie etwas später wirkt, bevor es gebaut wird. Der Begriff stammt aus dem Englischen und heißt wörtlich ungefähr « Attrappe ».

Warum Entwürfe billiger sind als Umbauten

Eine fertige App zu ändern ist teuer. Programmierer haben dann schon Wochen an Funktionen gearbeitet, die vielleicht niemand braucht. Ein Mockup lässt sich dagegen in wenigen Stunden umbauen oder ganz wegwerfen. Deshalb gilt in der Softwareentwicklung die Faustregel: Fehler, die man früh findet, kosten einen Bruchteil dessen, was sie später kosten.

Mockups lösen außerdem ein Verständigungsproblem. Ein Auftraggeber und ein Entwicklerteam reden schnell aneinander vorbei, wenn sie nur über Text kommunizieren. « Übersichtliche Startseite » bedeutet für jeden etwas anderes. Ein Bild schafft eine gemeinsame Grundlage, über die man streiten kann. Missverständnisse fallen auf, solange sie noch harmlos sind.

Auch für Nutzertests sind Mockups nützlich. Man legt einer Testperson die Entwürfe vor und beobachtet, wo sie zögert. Findet niemand den Bezahlknopf, ist das ein Befund, den man vor dem Bau bekommt und nicht nach dem Start.

Vom Kritzeln zum klickbaren Entwurf

Meist entsteht zuerst ein grobes Gerüst, oft Wireframe genannt. Das ist eine Skizze aus grauen Kästen und Platzhaltertexten, ohne Farben und ohne echte Bilder. Sie klärt nur eine Frage: Was steht wo? Erst danach kommt das eigentliche Mockup, in dem Schriften, Farben und Fotos ergänzt werden. Es sieht dann täuschend echt aus.

Gebaut wird das Ganze in Designprogrammen wie Figma, Sketch oder Adobe XD. Dort zieht man Flächen und Textfelder auf einer digitalen Zeichenfläche zurecht. Viele Teams verbinden die einzelnen Bildschirme anschließend mit Sprungmarken. Dann kann man durchklicken, als wäre es eine echte App. So ein klickbarer Entwurf heißt Prototyp und ist die nächste Stufe nach dem Mockup.

Ein verbreiteter Irrtum ist, ein Mockup sei schon halb fertige Software. Das stimmt nicht. Unter der Oberfläche fehlt alles: keine Datenbank, keine Anmeldung, keine Berechnungen. Die Grenze verläuft genau dort, wo echte Daten ins Spiel kämen. Deshalb kann ein Entwurf in fünf Minuten überzeugend wirken und trotzdem monatelange Arbeit vor sich haben.

Mockups in Produktvorstellungen und KI-Werkzeugen

Wer Bilder neuer Apps oder Geräte im Netz sieht, sieht oft Mockups. Auch Verpackungsdesigns und Plakate werden so präsentiert, montiert in ein Foto einer echten Umgebung. In Startup-Präsentationen vor Investoren sind Mockups Standard, weil das Produkt schlicht noch nicht existiert. Das ist legitim, sofern klar gesagt wird, dass es sich um einen Entwurf handelt.

Genau hier liegt aber ein Streitpunkt, der immer wieder in Tech-News auftaucht. Wenn Firmen bei Produktvorstellungen Videos zeigen, die in Wahrheit nur nachgestellte Abläufe sind, wirft man ihnen Täuschung vor. Der Übergang von der Veranschaulichung zum Werbeversprechen ist fließend.

Neu ist, dass KI-Werkzeuge Mockups auf Zuruf erzeugen. Man beschreibt in einem Satz, was man will, und bekommt einen fertigen Bildschirmentwurf zurück. Manche Systeme liefern gleich den passenden Programmcode mit. Das verkürzt die Phase zwischen Idee und erstem sichtbarem Ergebnis erheblich. Die eigentliche Arbeit bleibt trotzdem: zu entscheiden, welcher der vielen Entwürfe für echte Nutzer tatsächlich funktioniert.

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