Querschnitt durch einen CRT-Monitor: hinten die Elektronenkanone, davor die Ablenkspulen, der Strahlengang zur Bildfläche und die innen beschichtete Frontscheibe, daneben die zeilenweise Abtastung des Bildes.

CRT-Monitor

Ein CRT-Monitor ist ein Bildschirm, der sein Bild mit einer großen Glasröhre erzeugt, in der ein Elektronenstrahl eine leuchtende Schicht anregt. Diese Technik dominierte Fernseher und Computerbildschirme bis etwa 2005 und wurde dann von Flachbildschirmen abgelöst.

Ein CRT-Monitor ist ein Bildschirm mit einer dicken Glasröhre im Inneren. In dieser Röhre wird ein feiner Strahl aus winzigen elektrisch geladenen Teilchen erzeugt. Der Strahl trifft von hinten auf die Vorderseite des Glases, die mit einer Schicht bedeckt ist, die bei Beschuss aufleuchtet. So entsteht Punkt für Punkt ein Bild. Weil die Röhre viel Platz braucht, sind solche Geräte tief und schwer: Ein Bildschirm mit 43 Zentimetern Bilddiagonale wiegt schnell 20 Kilogramm. Die Abkürzung CRT steht für Cathode Ray Tube, auf Deutsch Kathodenstrahlröhre.

Warum die Röhre über Jahrzehnte den Markt bestimmte

Von den 1950er Jahren bis Anfang der 2000er war die Röhre praktisch alternativlos. Jeder Fernseher, jeder Computerarbeitsplatz und jeder Spielautomat arbeitete damit. Die Technik war ausgereift, billig in der Massenfertigung und lieferte kräftige Farben. Ein Schwarz war auf einem CRT wirklich schwarz, weil an dieser Stelle einfach nichts leuchtete. Frühe Flachbildschirme konnten das lange nicht.

Der Umstieg auf Flachbildschirme ab etwa 2003 war einer der schnellsten Technikwechsel der Unterhaltungselektronik. Innerhalb weniger Jahre verschwanden Röhren fast vollständig aus den Läden. Der Grund war nicht die Bildqualität, sondern Platz, Gewicht und Stromverbrauch. Ein Flachbildschirm passt an die Wand und lässt sich per Post verschicken, eine Röhre nicht.

Trotzdem ist der Begriff bis heute nicht verschwunden. Wer alte Videospiele originalgetreu spielen will, sucht gezielt nach CRT-Monitoren. Die damaligen Spiele wurden für diese Bildschirme gestaltet, und auf modernen Displays wirken sie oft härter und kantiger als gedacht. Gut erhaltene Geräte werden deshalb inzwischen gehandelt und teils zu hohen Preisen verkauft.

Der Elektronenstrahl und das Raster

Am hinteren Ende der Röhre sitzt eine Elektronenkanone. Sie schießt einen Strahl aus Elektronen nach vorn, also aus den negativ geladenen Teilchen, die auch den elektrischen Strom bilden. Auf dem Weg wird der Strahl von Magnetspulen abgelenkt. Diese Spulen steuern, wo genau er auf die Bildfläche trifft. Die Vorderseite ist innen mit Leuchtstoff beschichtet, der beim Auftreffen kurz aufleuchtet.

Der Strahl läuft dabei nicht wild umher, sondern arbeitet die Fläche zeilenweise ab. Er wandert von links nach rechts, springt zurück, geht eine Zeile tiefer und fährt weiter. Das ganze Bild wird 60 bis 100 Mal pro Sekunde neu geschrieben. Diese Zahl heißt Bildwiederholrate. War sie zu niedrig, sah man ein deutliches Flimmern, das viele Menschen nach Stunden vor dem Bildschirm als Kopfschmerz spürten.

Für Farbe braucht man drei Kanonen statt einer, für Rot, Grün und Blau. Ihre Punkte liegen so dicht beieinander, dass das Auge sie zu einer Mischfarbe verschmilzt. Ein wichtiger Unterschied zu heutigen Bildschirmen: Ein CRT hat keine feste Anzahl an Bildpunkten. Man konnte dieselbe Röhre in verschiedenen Auflösungen betreiben, ohne dass das Bild unscharf wurde. Moderne Displays haben dagegen eine fest verbaute Punktzahl und sehen nur bei dieser wirklich gut aus.

Wo einem die Röhre heute noch begegnet

Im Alltag findet man CRT-Monitore fast nur noch auf Flohmärkten, in Kellern und in Sammlerkreisen. In Museen und in der Kunst werden sie bewusst eingesetzt, weil ihr Bild anders wirkt als jedes moderne Display. Auch in Filmen dienen sie als schnelles Signal dafür, dass eine Szene in den 1980er oder 1990er Jahren spielt.

In Technik-News taucht der Begriff meist als Vergleichsmaßstab auf. Wenn über Reaktionszeiten von Gaming-Monitoren berichtet wird, heißt es oft, ein Modell komme endlich an die Verzögerungsfreiheit einer alten Röhre heran. Auch bei Bildschirmen mit organischen Leuchtdioden, kurz OLED, wird gern erwähnt, dass sie beim Schwarzwert wieder das Niveau von CRT erreichen.

Praktisch ist noch eines wichtig: Alte Röhren gehören nicht in den Hausmüll. Im Glas steckt Blei, und im Gerät bleiben nach dem Ausschalten hohe Spannungen gespeichert. Öffnen ist gefährlich, die Entsorgung läuft über den Wertstoffhof. Der Umgang mit diesen Altgeräten beschäftigt Recyclingbetriebe bis heute, weil weltweit noch Millionen Stück im Umlauf sind.

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