
C-Band
Das C-Band ist ein Bereich von Funkfrequenzen zwischen etwa 3,4 und 4,2 Gigahertz. Er gilt als besonders wertvoll für schnelles Mobilfunknetz, weil er große Datenmengen überträgt und trotzdem weit reicht.
Funk überträgt Signale über unsichtbare Wellen in der Luft. Diese Wellen unterscheiden sich darin, wie schnell sie schwingen. Die Schwingungen pro Sekunde nennt man Frequenz, gemessen in Hertz. Ein Gigahertz sind eine Milliarde Schwingungen pro Sekunde. Das C-Band bezeichnet alle Funkwellen, die etwa 3,4 bis 4,2 Milliarden Mal pro Sekunde schwingen. Dieser Bereich wird unter anderem für Satellitenübertragung und für schnelles Mobilfunknetz genutzt.
Warum das C-Band als Goldgrube der Mobilfunkanbieter gilt
Bei Funkfrequenzen gibt es einen unvermeidlichen Kompromiss. Niedrige Frequenzen reichen weit und dringen durch Wände, transportieren aber wenig Daten. Hohe Frequenzen transportieren riesige Datenmengen, werden aber schon von einer Hauswand gestoppt. Das C-Band liegt genau in der Mitte dieses Kompromisses.
Deshalb sprechen Fachleute vom mittleren Band oder vom Mid-Band. Ein einzelner Sendemast im C-Band deckt mehrere Kilometer ab und liefert dabei Geschwindigkeiten, die für Videostreaming problemlos reichen. Mit sehr hohen Frequenzen bräuchte man für dieselbe Fläche hunderte Masten. Das wäre unbezahlbar.
Funkfrequenzen sind außerdem knapp. Zwei Anbieter können nicht dieselbe Frequenz am selben Ort nutzen, sonst stören sie sich gegenseitig. Staaten versteigern Nutzungsrechte daher einzeln. Bei der US-Auktion für C-Band-Frequenzen im Jahr 2021 zahlten die Mobilfunkanbieter zusammen rund 81 Milliarden Dollar. Verizon allein gab über 45 Milliarden Dollar aus. Solche Summen tauchen in Quartalsberichten und Schuldenmeldungen auf und bewegen Aktienkurse.
Vom Satellitenfunk zum Handynetz: die Umverteilung
Ursprünglich gehörte das C-Band den Satellitenbetreibern. Fernsehsender schickten ihre Programme über Satelliten im C-Band an Kabelanbieter am Boden. Das funktionierte, weil C-Band-Signale auch bei starkem Regen stabil bleiben. Höhere Frequenzen werden von Regentropfen deutlich stärker geschluckt.
Als der Datenhunger der Handynutzer wuchs, wurde dieser Frequenzbereich für den Mobilfunk zu attraktiv. Behörden verlangten von den Satellitenbetreibern, einen Teil des Bandes abzugeben. Die Betreiber schoben ihre Übertragungen in einen schmaleren oberen Abschnitt zusammen. Der freigewordene untere Teil ging an den Mobilfunk. Für die Umstellung erhielten die Satellitenfirmen Milliardenzahlungen aus den Auktionserlösen.
Zwischen beiden Nutzungen liegt heute ein Schutzabstand, ein leeres Frequenzstück. Es verhindert, dass starke Handymasten die empfindlichen Satellitenempfänger übertönen. Genau dieser Abstand war ein Streitpunkt mit der Luftfahrt. Höhenmesser in Flugzeugen arbeiten knapp oberhalb des C-Bandes bei etwa 4,2 bis 4,4 Gigahertz. In den USA verzögerte sich die Inbetriebnahme mancher Masten deshalb um Monate.
C-Band im Handynetz und in der Berichterstattung
Wer in einer Stadt mit dem Handy sehr hohe Datenraten erreicht, nutzt meist das C-Band oder ein benachbartes mittleres Band. In Europa läuft ein Großteil des Mobilfunks der fünften Generation, kurz 5G, bei rund 3,6 Gigahertz. Das Handy zeigt davon nichts an. Es blendet nur ein Netzsymbol ein und wechselt im Hintergrund zwischen den verfügbaren Bändern.
In Nachrichten begegnet der Begriff meist in drei Zusammenhängen. Erstens bei Versteigerungen, wenn Staaten Nutzungsrechte verkaufen. Zweitens bei Netzausbauzahlen, wenn ein Anbieter meldet, wie viele Menschen er mit C-Band erreicht. Drittens bei Konflikten mit anderen Nutzern, etwa der Luftfahrt oder dem Militär.
Ein häufiger Irrtum: C-Band sei eine Technik. Es ist nur ein Frequenzbereich, also eine Art Adresse im Funkspektrum. Welche Technik dort sendet, ist offen. Dieselben Frequenzen trugen früher Fernsehsignale und tragen heute 5G. Auch das WLAN zu Hause liegt übrigens nicht weit entfernt, nämlich bei etwa 5 Gigahertz.