
Core Web Vitals
Core Web Vitals sind drei Messwerte, mit denen Google bewertet, wie schnell und angenehm sich eine Webseite für Besucher anfühlt. Sie messen die Ladezeit des Hauptinhalts, die Reaktion auf Klicks und das ungewollte Verrutschen von Elementen.
Core Web Vitals sind drei Messwerte für die Qualität einer Webseite aus Sicht der Besucher. Sie beantworten drei einfache Fragen. Wie lange dauert es, bis der wichtigste Inhalt sichtbar ist? Wie schnell reagiert die Seite, wenn man etwas anklickt oder antippt? Und verrutscht der Inhalt beim Laden, sodass man versehentlich auf das Falsche klickt? Google hat diese drei Werte 2020 festgelegt und misst sie an echten Besuchern. Der Name bedeutet sinngemäß „zentrale Lebenszeichen des Netzes“, angelehnt an Puls und Blutdruck beim Arzt.
Warum Google Ladezeiten zur Rangfrage macht
Wer eine Seite anklickt und drei Sekunden auf weißen Bildschirm starrt, geht oft wieder zurück. Für Onlineshops ist das direkt Geld: Jede zusätzliche Sekunde Wartezeit kostet messbar Bestellungen. Große Händler rechnen mit einigen Prozent Umsatzverlust pro Sekunde. Deshalb haben Betreiber schon aus eigenem Interesse Grund, auf diese Werte zu achten.
Dazu kommt der Druck von Google. Seit 2021 fließen die Core Web Vitals als Rankingfaktor in die Suchergebnisse ein, also in die Reihenfolge der angezeigten Treffer. Ihr Gewicht ist allerdings klein. Eine langsame Seite mit dem besten Inhalt schlägt weiterhin eine schnelle Seite mit dürftigem Inhalt. Erst wenn zwei Seiten inhaltlich ähnlich gut sind, kann die Geschwindigkeit den Ausschlag geben.
Ein häufiger Irrtum ist, dass gute Werte automatisch bessere Platzierungen bringen. Das stimmt so nicht. Die Werte sind eher eine Hygienemaßnahme: Sehr schlechte Ergebnisse schaden, sehr gute bringen keinen Bonus.
Die drei Messwerte im Einzelnen
Der erste Wert heißt Largest Contentful Paint, kurz LCP. Er misst, wann das größte sichtbare Element fertig geladen ist, meist ein Bild oder eine Überschrift. Unter 2,5 Sekunden gilt als gut, über 4 Sekunden als schlecht. Verbessern lässt er sich vor allem durch kleinere Bilddateien und schnellere Server.
Der zweite Wert heißt Interaction to Next Paint, kurz INP. Er misst die Verzögerung zwischen einem Klick und der ersten sichtbaren Reaktion der Seite. Gut sind unter 200 Millisekunden. Lange Verzögerungen entstehen meist, weil der Browser gerade mit Programmcode beschäftigt ist und den Klick nicht sofort bearbeiten kann. INP hat im März 2024 den älteren Wert First Input Delay abgelöst, weil dieser nur die allererste Interaktion betrachtete.
Der dritte Wert heißt Cumulative Layout Shift, kurz CLS. Er misst, wie stark der Seiteninhalt beim Laden noch herumspringt. Typischer Fall: Man will auf einen Link tippen, oben lädt nachträglich eine Werbeanzeige, alles rutscht nach unten, und man trifft die Anzeige. CLS ist kein Zeitwert, sondern eine Verhältniszahl. Unter 0,1 gilt als gut. Vermeiden lässt sich das Springen, indem Entwickler für Bilder und Anzeigen von Anfang an feste Platzhalter reservieren.
Wo die Werte im Alltag auftauchen
Jeder kann die Werte selbst prüfen. Google stellt dafür das kostenlose Werkzeug PageSpeed Insights bereit: Adresse eingeben, kurz warten, Ergebnis in Grün, Gelb oder Rot. Auch der Chrome-Browser enthält entsprechende Messfunktionen. Wer ein eigenes Projekt betreut, etwa eine Schulwebseite, sieht dort schnell die größten Bremsen.
Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei Arten von Daten. Labormessungen entstehen unter künstlichen Bedingungen auf einem Testrechner. Felddaten stammen von echten Besuchern mit ihren tatsächlichen Geräten und Verbindungen. Nur die Felddaten zählen für die Suchergebnisse. Deshalb kann eine Seite im Labortest glänzen und in der Praxis trotzdem durchfallen, etwa weil viele Nutzer alte Handys mit schwachem Mobilfunk haben.
In den Nachrichten begegnet der Begriff meist im Umfeld von Suchmaschinenoptimierung und Onlinehandel. Agenturen werben mit besseren Werten, Shopsysteme wie Shopify oder WordPress-Anbieter vergleichen sich damit öffentlich. Auch die Diskussion über Werbung im Netz hängt daran: Viele Anzeigenskripte verschlechtern gleich mehrere der drei Werte spürbar.