camelCase

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camelCase ist eine Schreibweise, bei der mehrere Wörter ohne Leerzeichen zusammengeschrieben werden und jedes neue Wort mit einem Großbuchstaben beginnt. Sie wird vor allem in Programmiersprachen verwendet, weil Namen dort keine Leerzeichen enthalten dürfen.

In vielen Computerprogrammen darf ein Name kein Leerzeichen enthalten. Der Rechner würde sonst nicht erkennen, wo ein Name aufhört und der nächste anfängt. Trotzdem braucht man oft Namen aus mehreren Wörtern, etwa für einen Wert wie „letzter Kontostand“. camelCase löst das Problem: Man schreibt die Wörter direkt aneinander und beginnt jedes weitere Wort mit einem Großbuchstaben. Aus „letzter Kontostand“ wird so letzterKontostand. Der Name kommt von den Buchstaben, die wie Höcker eines Kamels aus dem Wort herausragen.

Warum Namen ohne Leerzeichen lesbar bleiben müssen

Ein Programm besteht zu einem großen Teil aus Namen. Namen für Werte, für Funktionen, für ganze Bausteine. Wenn diese Namen unleserlich sind, versteht niemand mehr, was der Code tut. Der Unterschied zwischen letzterkontostand und letzterKontostand wirkt klein, ist beim Lesen aber deutlich spürbar.

Dazu kommt ein praktischer Punkt: Programme werden selten von einer einzigen Person geschrieben. In großen Projekten arbeiten Dutzende Entwickler am selben Code. Wenn jeder eine eigene Schreibweise benutzt, entsteht ein Flickenteppich. Deshalb legen Teams verbindliche Regeln fest, oft in einem sogenannten Style Guide. camelCase ist dabei eine der häufigsten Festlegungen.

Ein weiterer Grund ist die Suche. Wer im Code nach einem Namen sucht, findet ihn nur bei exakt gleicher Schreibweise. Viele Programmiersprachen unterscheiden nämlich streng zwischen groß und klein geschriebenen Buchstaben. Kontostand und kontostand sind für sie zwei völlig verschiedene Dinge.

Die Regel und ihre Geschwister

Die Regel selbst ist knapp: Das erste Wort bleibt komplett klein, jedes weitere beginnt groß. Leerzeichen und Bindestriche fallen weg. Aus „Anzahl der Nutzer“ wird anzahlDerNutzer, aus „Datei speichern“ wird dateiSpeichern. Abkürzungen behandelt man je nach Regelwerk unterschiedlich, etwa httpAnfrage oder hTTPAnfrage.

Daneben existieren mehrere verwandte Schreibweisen. Bei PascalCase wird auch das erste Wort groß geschrieben, also LetzterKontostand. Bei snake_case trennt man die Wörter durch Unterstriche, bei kebab-case durch Bindestriche. Man erkennt an diesen Mustern oft sofort, in welcher Programmiersprache jemand arbeitet.

Denn die Sprachen haben unterschiedliche Gewohnheiten. JavaScript und Java benutzen überwiegend camelCase, Python dagegen snake_case. Diese Vorlieben sind keine technischen Zwänge. Der Rechner würde jede Schreibweise akzeptieren. Es sind reine Vereinbarungen, an die sich Entwickler halten, damit fremder Code vertraut aussieht.

Vom Programmcode bis zur Tabellenkalkulation

Am häufigsten begegnet einem camelCase im Programmcode selbst. Wer eine Webseite anschaut und den Quelltext öffnet, sieht dort Namen wie addEventListener oder backgroundColor. Auch Konfigurationsdateien und Datenformate wie JSON verwenden die Schreibweise oft. Wenn eine App Daten mit einem Server austauscht, tragen die Felder darin meist camelCase-Namen.

Außerhalb der Programmierung taucht die Schreibweise in Markennamen auf. Beispiele sind eBay, iPhone oder PayPal. Auch in Tabellenkalkulationen und in Dateinamen greifen viele Menschen darauf zurück, weil Leerzeichen dort Probleme machen können.

Ein verbreiteter Irrtum ist, camelCase sei eine Vorschrift der Programmiersprache. Das stimmt nicht. Kein Programm bricht ab, weil ein Name anders geschrieben ist. Der Nutzen liegt allein bei den Menschen, die den Code später lesen und ändern müssen. Und das sind über die Lebensdauer eines Projekts deutlich mehr Personen als beim Schreiben beteiligt waren.

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