Schema eines Content-Management-Systems: Links die Redaktion, die im Backend einen Artikel eingibt. In der Mitte die Datenbank, in der Texte und Bilder gespeichert werden. Daneben die Vorlage, die das Layout festlegt. Pfeile zeigen, wie das System Inhalt und Vorlage zur fertigen Seite zusammensetzt und rechts an den Browser des Besuchers ausliefert.

Content-Management-System

Ein Content-Management-System ist eine Software, mit der man Texte, Bilder und Videos einer Website verwalten und veröffentlichen kann, ohne selbst zu programmieren. Bekannte Beispiele sind WordPress, Shopify und TYPO3.

Wer früher eine Website ändern wollte, musste die Dateien der Seite direkt bearbeiten. Dafür brauchte man Kenntnisse in den Sprachen, in denen Webseiten geschrieben sind. Ein Content-Management-System nimmt einem diese Arbeit ab. Es ist ein Programm, das im Hintergrund einer Website läuft und Inhalte für sie verwaltet. Man tippt seinen Text in ein Eingabefeld im Browser, klickt auf „Veröffentlichen“, und die Seite ist online. „Content“ ist das englische Wort für Inhalt, also Texte, Bilder, Videos und Dateien.

Warum Redaktionen ohne Programmierer auskommen

Eine Nachrichtenseite veröffentlicht am Tag oft dutzende Artikel. Wenn jede Veröffentlichung durch die technische Abteilung laufen müsste, wäre das ein Engpass. Ein Content-Management-System trennt deshalb zwei Dinge voneinander: den Inhalt und das Aussehen. Die Redaktion schreibt nur den Text. Wie er dann auf der Seite dargestellt wird, ist vorher einmal festgelegt worden.

Dieselbe Trennung spart auch bei Umbauten enorm Aufwand. Soll eine Website ein neues Design bekommen, tauscht man die Vorlagen aus. Die tausenden Artikel bleiben unangetastet, weil sie separat in einer Datenbank liegen. Eine Datenbank ist eine geordnete Sammlung von Daten, in der man gezielt suchen kann.

Hinzu kommt die Arbeitsteilung. Solche Systeme verwalten Nutzerrollen: Ein Autor darf schreiben, aber nicht veröffentlichen. Ein Redakteur prüft und gibt frei. Ein Administrator darf alles. So lässt sich ein Freigabeprozess technisch abbilden, ohne dass jemand aufpassen muss.

Datenbank, Vorlagen und Backend

Ein Content-Management-System besteht im Kern aus drei Teilen. Erstens der Datenbank, in der alle Inhalte als Datensätze gespeichert sind. Zweitens den Vorlagen, auch Templates genannt, die das Layout der Seiten festlegen. Drittens der Bedienoberfläche für die Redaktion, oft Backend genannt.

Ruft ein Besucher eine Seite auf, passiert Folgendes. Das System schaut in der Datenbank nach dem passenden Artikel. Es holt Titel, Text und Bilder heraus. Dann setzt es diese Bausteine in die Vorlage ein und schickt die fertige Seite an den Browser. Das geschieht bei jedem Aufruf neu, meist in Bruchteilen einer Sekunde.

Der Vergleich mit einer Serienbriefvorlage passt gut. Die Vorlage bleibt immer gleich, nur Name und Adresse wechseln. Genauso ist bei einer Nachrichtenseite jede Artikelseite gleich aufgebaut, nur der Inhalt unterscheidet sich. Neu ist eine Variante namens Headless CMS: Dort liefert das System nur die Inhalte als reine Daten aus. Die Darstellung übernimmt dann eine getrennte Software, etwa eine Handy-App.

Von WordPress bis zum Shop-Baukasten

Das mit Abstand verbreitetste System ist WordPress. Schätzungen zufolge läuft damit rund ein Drittel aller Websites weltweit. Für größere Firmen und Behörden in Deutschland ist TYPO3 verbreitet. Online-Shops setzen häufig auf Shopify oder Shopware, die zusätzlich Bestellungen und Zahlungen verwalten. Wer schon einmal einen Blog oder eine Vereinsseite angelegt hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Content-Management-System benutzt.

In Wirtschaftsnachrichten tauchen solche Anbieter regelmäßig auf, weil um diese Systeme ein großer Markt entstanden ist. Zusatzfunktionen werden als Plugins verkauft, also als nachrüstbare Erweiterungen. Gleichzeitig sind bekannte Systeme ein beliebtes Ziel für Angriffe. Wird eine Sicherheitslücke in einem verbreiteten Plugin gefunden, sind sofort hunderttausende Seiten betroffen.

Aktuell verbinden viele Anbieter ihre Systeme mit KI-Funktionen. Texte werden automatisch zusammengefasst, Bilder mit Beschreibungen versehen, Übersetzungen vorgeschlagen. Ein häufiger Irrtum ist übrigens, ein Content-Management-System sei ein Website-Baukasten zum Zusammenklicken. Baukästen wie Wix zielen auf Einzelseiten ab. Ein Content-Management-System ist auf große Mengen laufend neuer Inhalte ausgelegt.

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