Atlas

Atlas

Atlas ist ein Webbrowser der Firma OpenAI, in den ChatGPT fest eingebaut ist. Er kann nicht nur Seiten anzeigen, sondern auf Wunsch selbst im Netz suchen, Inhalte zusammenfassen und einfache Aufgaben im Browser ausführen.

Atlas ist ein Programm zum Surfen im Internet, also ein Browser wie Chrome, Safari oder Firefox. Er wurde im Oktober 2025 von OpenAI veröffentlicht, der Firma hinter ChatGPT. Der Unterschied zu gewöhnlichen Browsern: Das Chatprogramm ChatGPT ist fest eingebaut und läuft neben jeder Seite mit. Man kann also mitten beim Lesen eine Frage zum Text stellen, ohne den Tab zu wechseln. Der Browser kennt dabei den Inhalt der Seite, die gerade offen ist. In einem besonderen Modus soll er sogar selbst klicken und Formulare ausfüllen können.

Warum ein Browser zum Streitobjekt wurde

Der Browser ist das Fenster, durch das die meisten Menschen ins Internet schauen. Wer dieses Fenster kontrolliert, bestimmt mit, wohin die Nutzer als Erstes gehen. Google verdient seit Jahrzehnten sehr viel Geld damit, dass Chrome zur eigenen Suchmaschine führt. Genau diesen Weg greift OpenAI mit Atlas an.

Für Nachrichtenseiten und Onlineshops steht ebenfalls viel auf dem Spiel. Wenn ein Browser Artikel zusammenfasst, klickt der Nutzer die Seite womöglich gar nicht mehr an. Werbeeinnahmen und Abos brechen dann weg. Viele Verlage sehen solche Werkzeuge deshalb kritisch, manche haben bereits geklagt.

Für Anleger ist Atlas ein Signal, dass OpenAI nicht nur Modelle verkaufen will. Die Firma baut Produkte, die direkt um Nutzer konkurrieren. Aktien von Alphabet, dem Google-Mutterkonzern, reagierten auf die Ankündigung sichtbar. Ob sich das langfristig auswirkt, ist offen.

Was der Agent-Modus tatsächlich macht

Im Kern ist Atlas ein normaler Browser. Er baut auf Chromium auf, der gleichen freien Grundlage wie Chrome und Edge. Darüber liegt eine Seitenleiste mit ChatGPT. Diese Leiste bekommt den Text der geöffneten Seite und kann ihn erklären, übersetzen oder vergleichen.

Interessanter ist der sogenannte Agent-Modus. Ein Agent ist eine KI, die nicht nur antwortet, sondern selbst Schritte ausführt. Man gibt ein Ziel vor, etwa Zutaten für ein Rezept in einen Warenkorb zu legen. Das Modell sieht dann die Seite, entscheidet über den nächsten Klick und wiederholt das, bis es fertig ist. Bei Zahlungen oder Passwörtern soll es stoppen und nachfragen.

Dazu kommt ein Gedächtnis: Atlas kann sich merken, welche Seiten man besucht hat. Das macht Antworten persönlicher, ist aber auch der heikelste Teil. Fachleute warnen zudem vor Prompt Injection. Dabei versteckt jemand auf einer Webseite Anweisungen, die nicht für Menschen, sondern für die KI gedacht sind. Der Agent könnte sie befolgen und Daten preisgeben.

Wer Atlas nutzen kann und was Konkurrenten bauen

Atlas erschien zuerst für Apple-Rechner mit macOS und ist grundsätzlich kostenlos nutzbar. Windows-, iOS- und Android-Versionen wurden angekündigt. Der Agent-Modus blieb anfangs zahlenden Abonnenten vorbehalten. Bestehende Lesezeichen und Passwörter lassen sich beim Start aus dem alten Browser übernehmen.

Atlas ist kein Einzelfall. Perplexity bietet mit Comet einen ähnlichen Browser an, Google baut seine Gemini-Modelle in Chrome ein, und Microsoft rüstet Edge mit Copilot auf. Der Fachbegriff dafür lautet agentic browsing, also Surfen mit handelnder KI. Der Wettbewerb darum läuft seit 2025 sehr schnell.

In Nachrichtenmeldungen taucht Atlas meist in zwei Zusammenhängen auf: als Angriff auf Googles Vormacht und als Datenschutzthema. Ein verbreiteter Irrtum ist, Atlas sei ein neues KI-Modell. Das ist er nicht. Er ist eine Verpackung, die vorhandene ChatGPT-Modelle näher an das tägliche Surfen bringt.

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