Schema eines A-Series-Chips: ein quadratisches Siliziumplättchen, darauf beschriftete Bereiche für CPU mit schnellen und sparsamen Kernen, GPU für Grafik, Neural Engine für KI-Aufgaben sowie Speicher-Anbindung.

A-Series-Chip

Der A-Series-Chip ist der zentrale Rechenbaustein, den Apple selbst für iPhones und einige iPads entwerfen lässt. Er vereint Hauptprozessor, Grafikeinheit und einen eigenen Rechenteil für KI-Aufgaben auf einem einzigen Stück Silizium.

In jedem Smartphone steckt ein kleines Plättchen aus Silizium, das alle Rechenarbeit erledigt. Es startet Apps, zeichnet das Bild auf den Schirm und verarbeitet Fotos. Apple lässt dieses Bauteil für seine iPhones selbst entwerfen und nennt die Reihe A-Series. Die einzelnen Modelle bekommen eine fortlaufende Nummer, etwa A17 Pro oder A18. Jedes Jahr erscheint eine neue Generation, meist zusammen mit dem neuen iPhone. Hergestellt werden die Plättchen nicht von Apple selbst, sondern von einer Fabrik in Taiwan.

Warum Apple eigene Chips baut

Bis 2010 kaufte Apple seine Chips bei fremden Firmen ein. Damit bekam das Unternehmen dasselbe Bauteil wie die Konkurrenz. Mit dem A4 im ersten iPad begann Apple, eigene Entwürfe zu verwenden. Der Vorteil liegt darin, dass Hardware und Software vom selben Haus kommen. Apple kann den Chip genau auf sein Betriebssystem zuschneiden und umgekehrt.

Das Ergebnis ist vor allem bei der Energie sichtbar. Ein iPhone hält mit einem vergleichsweise kleinen Akku oft länger durch als Konkurrenzgeräte mit größerem Akku. Der Grund ist nicht Magie, sondern Abstimmung: Der Chip erledigt typische Aufgaben mit weniger Strom, weil er für genau diese Aufgaben gebaut wurde.

Wirtschaftlich ist die A-Serie ein Grund für Apples hohe Gewinne. Wer den wichtigsten Baustein selbst entwirft, ist weniger abhängig von Lieferanten und deren Preisen. Andere Hersteller kaufen ihre Chips meist bei Qualcomm oder MediaTek. Genau deshalb tauchen die A-Chips regelmäßig in Wirtschaftsnachrichten auf.

Was auf dem Plättchen alles sitzt

Ein A-Series-Chip ist kein einzelner Rechner, sondern ein ganzes Bündel von Spezialisten. Der wichtigste Teil ist die CPU, also die allgemeine Recheneinheit für Programme aller Art. Daneben sitzt die GPU, die Bilder und Spielegrafik berechnet. Ein dritter Teil, die Neural Engine, ist auf KI-Aufgaben zugeschnitten, etwa das Erkennen von Gesichtern auf Fotos. Diese Bauweise nennt man System-on-a-Chip, weil fast der ganze Computer auf einem Stück Silizium liegt.

Die CPU besteht aus mehreren Kernen, also mehreren getrennten Recheneinheiten. Einige davon sind auf Tempo ausgelegt, andere auf Sparsamkeit. Beim Scrollen durch eine Nachrichtenliste arbeiten nur die sparsamen Kerne. Startet ein aufwendiges Spiel, schalten sich die schnellen dazu. Diese Aufteilung ist einer der Hauptgründe für die lange Akkulaufzeit.

Ein zweiter Hebel ist die Fertigung. Die Strukturen auf dem Chip werden mit jeder Generation kleiner, gemessen in Nanometern. Kleiner heißt: mehr Bauteile auf gleicher Fläche und weniger Stromverbrauch pro Rechenschritt. Der A17 Pro war 2023 der erste Handy-Chip in Drei-Nanometer-Fertigung. Solche Sprünge kann nur eine Handvoll Fabriken weltweit überhaupt liefern.

Vom iPhone bis in die Börsennachrichten

Wer ein iPhone benutzt, benutzt einen A-Series-Chip, ohne ihn je zu sehen. Sichtbar wird er indirekt: wenn die Kamera ein Foto sofort aufhellt oder wenn die Tastatur Wörter vorschlägt. Diese Rechnungen laufen auf dem Gerät selbst, nicht auf einem fremden Server. Das ist ein Verkaufsargument beim Datenschutz, weil die Daten das Handy nicht verlassen.

Ein häufiger Irrtum ist, A-Chips und M-Chips seien dasselbe. Die M-Serie sitzt in Macs und großen iPads und ist im Grunde eine aufgeblasene Variante derselben Bauweise. Beide gehen auf die ARM-Architektur zurück, einen Bauplan, den Apple in Lizenz nutzt. Der Unterschied liegt vor allem in Größe, Leistung und Stromverbrauch.

In den Nachrichten begegnet dir der Begriff meist im Herbst, wenn Apple neue iPhones vorstellt. Dann wird verglichen, wie viel schneller die neue Generation rechnet. Ebenso oft geht es um die Fertigung bei TSMC in Taiwan und um politische Risiken in der Region. Denn wenn dort die Produktion stockt, betrifft das nicht nur Apple, sondern die halbe Technikbranche.

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