
Platformer
Ein Platformer ist eine Art von Videospiel, in der man eine Figur über Absätze, schwebende Flächen und Hindernisse springen lässt. Bekannte Beispiele sind Super Mario, Sonic und Celeste; im Deutschen heißt das Genre auch Jump'n'Run.
Ein Platformer ist eine Art von Videospiel. Man steuert eine Figur, die laufen und springen kann. Die Aufgabe besteht darin, von einer Fläche zur nächsten zu kommen, ohne abzustürzen. Diese Flächen sind die Plattformen, die dem Genre seinen Namen geben. Im Deutschen sagt man auch Jump’n'Run, also ungefähr « Springen und Laufen ». Die bekanntesten Vertreter sind die Spiele um Super Mario, dazu Sonic, Donkey Kong und neuere Titel wie Celeste oder Hollow Knight.
Das Genre, an dem Spiele-Design gelernt wird
Platformer sind für die Spielebranche das, was das Fahrrad für den Verkehr ist: einfach im Prinzip, aber lehrreich im Detail. Die Steuerung besteht nur aus wenigen Eingaben. Trotzdem entscheidet jede Kleinigkeit darüber, ob sich ein Sprung gut anfühlt. Wie hoch springt die Figur? Kann man in der Luft noch die Richtung ändern? Solche Fragen werden in der Branche seit Jahrzehnten diskutiert.
Wirtschaftlich ist das Genre für Nintendo besonders wichtig. Super Mario Bros. von 1985 verkaufte über 40 Millionen Einheiten und rettete den damals angeschlagenen Markt für Heimkonsolen. Bis heute erscheinen neue Mario-Titel, und sie tragen den Verkauf ganzer Konsolengenerationen mit. Wenn in Finanznachrichten über Nintendo berichtet wird, geht es fast immer auch um solche Spiele.
Auch für kleine Studios ist das Genre attraktiv. Ein Platformer braucht keine aufwendige dreidimensionale Welt und keine große Geschichte. Zwei oder drei Entwickler können ein solches Spiel stemmen. Deshalb kommen viele erfolgreiche Indie-Titel, also Spiele unabhängiger kleiner Studios, aus dieser Richtung.
Was einen guten Sprung ausmacht
Technisch besteht ein Platformer aus einer Spielwelt mit fester Schwerkraft. Die Figur fällt ständig nach unten, bis sie auf einer Fläche aufkommt. Ein Sprung gibt ihr für kurze Zeit einen Schub nach oben, die Schwerkraft holt sie zurück. Der Computer prüft dabei viele Male pro Sekunde, ob sich die Figur mit einer Plattform überschneidet. Trifft sie eine Fläche von oben, wird sie darauf abgesetzt.
Interessant sind die kleinen Tricks, mit denen Entwickler das Spiel fairer machen. Bekannt ist die Coyote Time: Wer eine Kante schon verlassen hat, darf noch etwa 0,1 Sekunden lang springen. Das ist physikalisch unsinnig, fühlt sich aber richtig an. Ähnlich funktioniert der Input Buffer, bei dem ein zu früh gedrückter Sprungknopf gespeichert und beim Landen ausgeführt wird.
Man unterscheidet zwei große Bauformen. Beim 2D-Platformer bewegt sich die Figur nur nach links, rechts, oben und unten. Beim 3D-Platformer kommt Tiefe hinzu, und die Kamera muss mitgeführt werden. Das macht Sprünge schwerer einzuschätzen, weshalb 3D-Titel oft mit Schatten unter der Figur arbeiten. Zu verwechseln ist das Genre nicht mit dem Side-Scroller: Das beschreibt nur, dass sich das Bild seitlich mitbewegt, und trifft auch auf Spiele ohne Springen zu.
Von der Konsole bis in die KI-Forschung
Am häufigsten begegnet man Platformern natürlich beim Spielen selbst, auf Konsolen, am Handy und im Browser. Auf Plattformen wie Steam ist das Genre eine der größten Kategorien überhaupt. Auch in Baukästen für Einsteiger sind Platformer meist das erste Projekt, weil man mit wenigen Regeln ein funktionierendes Spiel bekommt.
In der KI-Forschung tauchen Platformer als Testumgebung auf. Programme lernen dort durch Versuch und Irrtum, ein Level zu schaffen, und bekommen Punkte für Fortschritt. Super Mario Bros. und ähnliche Spiele wurden dafür jahrelang als Standardaufgabe verwendet. Der Grund ist einfach: Die Regeln sind klar, der Erfolg ist messbar, und man sieht sofort, ob das Programm etwas gelernt hat.
Wer den Begriff in Nachrichten liest, findet ihn außerdem in Berichten über Speedrunning. Dort versuchen Spieler, ein Spiel in möglichst kurzer Zeit zu beenden, und nutzen dafür Fehler im Sprungsystem aus. Solche Rekorde erreichen inzwischen Millionen Zuschauer auf Streaming-Portalen.