Restricted Stock Units

Restricted Stock Units sind ein Versprechen des Arbeitgebers, einem Mitarbeiter später Firmenanteile zu übertragen. Die Anteile gehören ihm erst, wenn er lange genug im Unternehmen geblieben ist.

Viele Technologiefirmen bezahlen ihre Mitarbeiter nicht nur mit Gehalt. Sie versprechen ihnen zusätzlich Anteile am Unternehmen selbst. Ein solcher Anteil heißt Aktie und macht seinen Besitzer zum Miteigentümer der Firma. Restricted Stock Units sind ein schriftliches Versprechen auf genau solche Anteile in der Zukunft. Das Wort « restricted » bedeutet eingeschränkt: Der Mitarbeiter bekommt die Anteile erst nach einer festgelegten Wartezeit. Verlässt er die Firma vorher, verfällt der noch offene Teil des Versprechens.

Warum Tech-Konzerne so bezahlen

Für Unternehmen sind RSUs ein Weg, hohe Gehälter zu zahlen, ohne sofort Geld auszugeben. Statt Bargeld gibt die Firma etwas aus, das sie selbst herstellen kann: neue Anteile an sich selbst. Gerade junge Firmen haben oft viele Ideen, aber wenig Bargeld auf dem Konto. Für sie ist das der einzige Weg, mit großen Konzernen um gute Leute zu konkurrieren.

Der zweite Zweck ist Bindung. Wer nach zwei Jahren kündigt, lässt oft die Hälfte seines versprochenen Pakets liegen. In der Branche nennt man das die « goldenen Handschellen ». Ein Entwickler bei einem großen KI-Labor kann so ein Paket im Wert mehrerer hunderttausend Euro haben, das über vier Jahre verteilt ausgezahlt wird.

Drittens koppeln RSUs die Interessen von Mitarbeitern und Eigentümern. Steigt der Kurs der Firma, wird das Paket mehr wert. Fällt er, schrumpft es. Genau deshalb tauchen RSUs regelmäßig in Quartalsberichten auf: Sie kosten die Firma zwar kein Bargeld, verwässern aber den Anteil aller bisherigen Eigentümer.

Vesting: der Zeitplan hinter dem Versprechen

Der Zeitplan, nach dem die Anteile freigegeben werden, heißt Vesting. Ein sehr verbreitetes Muster sind vier Jahre mit einer einjährigen Sperrfrist am Anfang, der sogenannten Cliff. Wer im ersten Jahr geht, bekommt gar nichts. Wer das erste Jahr übersteht, erhält auf einen Schlag ein Viertel. Der Rest kommt danach in kleinen Schritten, oft vierteljährlich oder monatlich.

An dem Tag, an dem ein Teil freigegeben wird, wandelt sich das Versprechen in echte Aktien um. Genau in diesem Moment zählt der Wert als Einkommen und wird versteuert. Das ist ein häufiger Irrtum: Viele glauben, Steuern fielen erst beim Verkauf an. Tatsächlich behalten Arbeitgeber oft direkt einen Teil der Anteile ein, um die Steuer zu decken.

Wichtig ist die Abgrenzung zu Aktienoptionen. Eine Option ist nur das Recht, Anteile zu einem festen Preis zu kaufen. Liegt der Kurs darunter, ist sie wertlos. Eine RSU ist dagegen fast immer etwas wert, solange die Aktie überhaupt einen Kurs hat. Dafür ist der mögliche Gewinn bei Optionen im Erfolgsfall größer.

RSUs in Stellenanzeigen und Firmenmeldungen

Wer Stellenausschreibungen von Google, Nvidia oder Microsoft liest, findet dort fast immer eine Angabe zur Vergütung in Anteilen. Das genannte Jahresgehalt besteht dann nur zum Teil aus Bargeld. Bei erfahrenen KI-Fachleuten kann der Anteil in Aktien das Grundgehalt sogar übersteigen. Meldungen über Rekordgehälter in der KI-Branche meinen daher meist solche Gesamtpakete, nicht das monatliche Konto.

In Finanznachrichten begegnet der Begriff unter dem Stichwort « stock-based compensation ». Das ist der Posten, mit dem Firmen ihre Aktienvergütung in der Bilanz ausweisen. Bei manchen Tech-Konzernen macht er Milliardenbeträge pro Jahr aus. Analysten streiten regelmäßig darüber, ob dieser Posten als echter Kostenblock gelten sollte oder nicht.

Für Beschäftigte ist ein Punkt besonders wichtig: Bei Firmen, die noch nicht an der Börse sind, lassen sich freigegebene Anteile oft gar nicht verkaufen. Man besitzt sie zwar, kann sie aber nicht zu Geld machen. Deshalb sind Angaben zum Wert eines RSU-Pakets bei Start-ups immer Schätzungen, keine Zusagen.

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