
RAM
RAM ist der Arbeitsspeicher eines Computers: ein sehr schneller Zwischenspeicher, in dem alle Daten liegen, mit denen der Rechner gerade arbeitet. Er verliert seinen Inhalt beim Ausschalten und ist deshalb kein Ersatz für Festplatte oder SSD.
RAM ist der Arbeitsspeicher eines Computers. Dort liegt alles, womit der Rechner in diesem Moment beschäftigt ist: das laufende Programm, das geöffnete Dokument, die zwanzig Browser-Tabs. Der Rechenchip kann auf diesen Speicher extrem schnell zugreifen, viel schneller als auf die Festplatte. Dafür ist RAM flüchtig: Sobald der Strom weg ist, ist der Inhalt weg. Deshalb muss man Dateien speichern, bevor man den Rechner ausschaltet. Die Abkürzung steht für Random Access Memory, also Speicher mit wahlfreiem Zugriff — der Chip kann jede Stelle direkt ansteuern, ohne sich vorher durch alles davor zu arbeiten.
Warum acht Gigabyte irgendwann nicht mehr reichen
Ein guter Vergleich ist eine Werkbank. Die Festplatte ist der Schrank mit allem Werkzeug, das man besitzt. Der RAM ist die Fläche vor einem, auf der die Sachen liegen, die man gerade braucht. Eine große Fläche bedeutet nicht, dass man schneller arbeitet. Aber eine zu kleine Fläche zwingt dazu, ständig Dinge weg- und wieder herauszuholen.
Genau das passiert, wenn der RAM voll ist. Das Betriebssystem lagert Teile auf die Festplatte aus, in eine sogenannte Auslagerungsdatei. Die Festplatte ist aber um Größenordnungen langsamer als RAM. Der Rechner wird zäh, Programme brauchen Sekunden zum Umschalten. Wer viele Anwendungen gleichzeitig offen hat, merkt das sofort.
In der KI-Welt ist Speicher inzwischen der entscheidende Engpass. Ein großes Sprachmodell muss komplett im Speicher liegen, bevor es antworten kann. Für die Grafikkarten in Rechenzentren gilt das genauso, ihr Speicher heißt VRAM. Ein Modell, das nicht hineinpasst, läuft entweder gar nicht oder nur mit starken Geschwindigkeitseinbußen. Deshalb ist der Preis für Speicherchips zu einem Thema für Anleger geworden.
Kondensatoren, die tausendmal pro Sekunde aufgefrischt werden
Der gebräuchliche Typ heißt DRAM, dynamischer RAM. Jedes einzelne Bit wird als winzige elektrische Ladung in einem Kondensator gespeichert, also in einer Art Mini-Batterie. Geladen bedeutet Eins, ungeladen bedeutet Null. Diese Ladung verläuft aber innerhalb von Millisekunden von selbst.
Deshalb liest der Speicherchip seinen eigenen Inhalt permanent aus und schreibt ihn frisch zurück. Dieser Vorgang heißt Refresh und passiert tausende Male pro Sekunde. Er ist auch der Grund, warum RAM ständig Strom braucht und warum die Daten beim Ausschalten verschwinden. Der Aufbau aus nur einem Kondensator und einem Transistor pro Bit ist dafür sehr platzsparend. So passen Milliarden Speicherzellen auf einen Chip.
Wichtig ist neben der Größe die Bandbreite, also wie viele Daten pro Sekunde zwischen Speicher und Prozessor fließen. Moderne Standards heißen DDR5 im PC und HBM in KI-Beschleunigern. HBM stapelt mehrere Speicherchips übereinander und verbindet sie mit sehr vielen Leitungen. Das liefert ein Vielfaches der Bandbreite normaler Module — und kostet entsprechend.
RAM in Produktdaten und in Börsennachrichten
Beim Kauf eines Laptops oder Handys steht RAM immer im Datenblatt, meist als Zahl in Gigabyte. Bei Smartphones sind acht bis zwölf Gigabyte üblich, bei Notebooks sechzehn oder mehr. Ein häufiger Irrtum ist, RAM mit dem Festplattenspeicher zu verwechseln. Ein Handy mit 256 Gigabyte Speicher hat davon nur einen kleinen Bruchteil als Arbeitsspeicher.
Ein zweiter Irrtum: mehr RAM macht einen Rechner nicht automatisch schneller. Er hilft nur, wenn der vorhandene Speicher tatsächlich knapp wird. Reichen zwölf Gigabyte für deine Nutzung, bringen zweiunddreißig praktisch nichts.
In Wirtschaftsnachrichten tauchen RAM-Hersteller regelmäßig auf. Samsung, SK Hynix und Micron teilen sich den Markt weitgehend unter sich auf. Die Preise schwanken stark, weil Fabriken Jahre zum Bauen brauchen und die Nachfrage sich schnell ändert. Der Boom bei KI-Rechenzentren hat die Nachfrage nach schnellem Speicher zuletzt deutlich nach oben getrieben.