GUI

GUI

GUI steht für „Graphical User Interface“, also die grafische Benutzeroberfläche eines Programms. Man steuert den Computer dabei über sichtbare Elemente wie Fenster, Symbole und Schaltflächen statt über eingetippte Befehle.

Ein Computer versteht von sich aus nur Befehle in Textform. Früher musste man diese Befehle Zeichen für Zeichen eintippen, etwa um eine Datei zu löschen. Eine GUI, gesprochen « Gui » oder « Dschi-Ju-Ei », legt über diese Technik eine sichtbare Ebene. Statt Text sieht man Fenster, kleine Bilder für Programme und Knöpfe zum Anklicken. Man bedient das Gerät also mit Maus, Finger oder Trackpad, nicht mit auswendig gelernten Textbefehlen. Die Abkürzung steht für den englischen Ausdruck « Graphical User Interface », zu Deutsch: grafische Benutzeroberfläche.

Warum fast niemand mehr Befehle tippt

Die grafische Oberfläche hat den Computer aus den Rechenzentren in die Wohnzimmer geholt. Wer Textbefehle nutzt, muss wissen, welche Befehle es überhaupt gibt. Eine Oberfläche mit Symbolen zeigt die Möglichkeiten dagegen von selbst an. Man erkennt sie wieder, statt sie zu erinnern. Genau dieser Unterschied entscheidet, ob ein Gerät für Millionen Menschen brauchbar ist.

Ein Beispiel macht das deutlich. Um eine Datei in einen anderen Ordner zu verschieben, tippt man in der Befehlszeile einen Befehl mit zwei vollständigen Pfadangaben. In einer GUI zieht man das Symbol der Datei einfach in einen anderen Ordner. Beides bewirkt dasselbe, aber nur das Zweite kann jemand ohne Anleitung.

Wirtschaftlich war das ein Wendepunkt. Der Erfolg von Apple und Microsoft in den 1980er- und 1990er-Jahren beruhte stark darauf, dass ihre Systeme grafisch bedienbar waren. Auch heute gilt: Eine gute Oberfläche entscheidet oft mehr über den Erfolg eines Produkts als die Technik dahinter.

Fenster, Symbole und der Klick dahinter

Eine grafische Oberfläche besteht aus wiederkehrenden Bauteilen. Dazu gehören Fenster, Menüs, Symbole, Schaltflächen, Eingabefelder und Schieberegler. Diese Bauteile sind in fast jedem Programm gleich aufgebaut. Deshalb kann man ein neues Programm meist sofort halbwegs bedienen.

Technisch passiert bei jedem Klick eine Übersetzung. Das Programm merkt sich, an welcher Bildschirmposition welches Element liegt. Klickt man dorthin, löst das ein sogenanntes Ereignis aus, also eine gemeldete Aktion. Das Programm sucht die passende Reaktion und führt im Hintergrund genau den Befehl aus, den man früher selbst getippt hätte. Die Oberfläche ist damit eine Hülle, keine andere Art von Computer.

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Textbefehle veraltet seien. Fachleute nutzen die Befehlszeile weiterhin, weil sie sich automatisieren lässt. Man kann hundert Dateien mit einer Zeile umbenennen, was per Mausklick ewig dauern würde. GUI und Befehlszeile ergänzen sich also, statt sich abzulösen.

Von der Handy-App bis zum Chatfenster

Jede App auf dem Smartphone ist eine GUI, ebenso der Startbildschirm des Rechners. Auch der Bildschirm im Auto, der Fahrkartenautomat und die Menüführung des Fernsehers gehören dazu. Der Begriff taucht im Alltag selten auf, die Sache aber ständig. Fehlt eine Oberfläche ganz, spricht man von einem Programm ohne GUI, das nur über Befehle oder Schnittstellen läuft.

In News zu KI erscheint der Begriff derzeit besonders oft in zwei Zusammenhängen. Zum einen sagen manche, Chatbots seien eine neue Bedienform: Man beschreibt sein Ziel in normaler Sprache, statt Knöpfe zu suchen. Zum anderen arbeiten Firmen an Programmen, die eine GUI selbst bedienen. Solche Systeme sehen den Bildschirm, erkennen Schaltflächen und klicken sie an, um Aufgaben zu erledigen.

Das ist bemerkenswert, weil hier eine Umkehrung stattfindet. Die grafische Oberfläche wurde für Menschen erfunden, weil Maschinen mit Text besser zurechtkommen. Nun lernen Maschinen, die Menschen-Oberfläche zu benutzen. Der Grund ist praktisch: Viele Programme haben keine offene technische Schnittstelle, aber alle haben einen Bildschirm.

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