GenAI

GenAI

GenAI ist die Kurzform für generative künstliche Intelligenz: Computerprogramme, die auf Anfrage neue Texte, Bilder, Töne oder Programmcode erzeugen. Bekannte Beispiele sind ChatGPT für Text und Midjourney für Bilder.

GenAI ist eine Abkürzung für « generative künstliche Intelligenz ». Gemeint sind Computerprogramme, die auf eine Anweisung hin etwas Neues erzeugen: einen Text, ein Bild, ein Musikstück oder Programmcode. Der Unterschied zu älteren Programmen liegt im Wort « erzeugen ». Ein Taschenrechner liefert genau ein richtiges Ergebnis, eine Suchmaschine liefert vorhandene Seiten. Ein GenAI-Programm dagegen setzt seine Antwort Stück für Stück selbst zusammen, und zwar jedes Mal neu. Deshalb bekommt man auf dieselbe Frage oft zwei unterschiedliche, aber beide brauchbare Antworten.

Warum GenAI die Tech-Branche umgebaut hat

Vor 2022 war künstliche Intelligenz meist eine Sache für Fachleute. Sie steckte unsichtbar in Spamfiltern oder in der Gesichtserkennung des Handys. Mit ChatGPT konnte plötzlich jeder mit einem Browser eine KI benutzen, ohne etwas zu lernen. Man tippt eine Frage in normaler Sprache ein. Diese niedrige Einstiegshürde erklärt, warum GenAI so schnell in Büros, Schulen und Zeitungen angekommen ist.

Wirtschaftlich hängt daran inzwischen sehr viel Geld. Die großen Anbieter investieren jährlich zweistellige Milliardenbeträge in Rechenzentren. Der Chiphersteller Nvidia wurde vor allem deshalb zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt. Wenn in Börsennachrichten von einer möglichen « KI-Blase » die Rede ist, geht es fast immer um GenAI.

Gleichzeitig entstehen neue Probleme. GenAI kann Fotos und Stimmen so echt fälschen, dass Laien den Unterschied nicht sehen. Sie lernt aus Texten und Bildern, deren Urheber oft nicht gefragt wurden. Und sie verändert Berufe, in denen viel geschrieben, gezeichnet oder programmiert wird. Die EU hat mit dem AI Act ein Gesetz beschlossen, das solche Systeme nach Risiko einteilt und reguliert.

Was beim Erzeugen von Text und Bild passiert

GenAI-Programme lernen aus riesigen Mengen an Beispielen. Das nennt man Training. Bei Texten besteht die Aufgabe im Training darin, das jeweils nächste Wort vorherzusagen. Das System liest Millionen Sätze und ergänzt Lücken, bis es sehr gut darin ist. Wer das oft genug übt, lernt dabei nicht nur Grammatik, sondern auch viel über die Welt.

Im Betrieb wiederholt sich diese Vorhersage einfach immer wieder. Das Programm wählt ein passendes Wort, hängt es an und schaut erneut. So wächst eine Antwort von links nach rechts. Bei Bildern läuft es anders: Dort startet das System mit einem Bild aus reinem Bildrauschen und entfernt die Störung schrittweise, bis das gewünschte Motiv sichtbar wird. Dieses Verfahren heißt Diffusion.

Wichtig ist ein häufiger Irrtum: GenAI schlägt nichts in einer Datenbank nach. Sie hat kein Verzeichnis wahrer Sätze. Sie erzeugt, was statistisch gut passt. Deshalb erfindet sie manchmal Quellen, Zitate oder Jahreszahlen, die überzeugend klingen und trotzdem falsch sind. Fachleute nennen das Halluzination. Bei Zahlen, Namen und Daten muss man Ergebnisse also immer selbst prüfen.

GenAI im Handy, im Büro und in Schlagzeilen

Am direktesten trifft man GenAI in Chatprogrammen wie ChatGPT, Gemini oder Claude. Sie steckt aber längst auch in Werkzeugen, die man nicht dafür hält. Das Übersetzen einer Webseite, die Zusammenfassung einer Videokonferenz, die Autovervollständigung in einer Programmierumgebung: überall arbeiten dieselben Modelle im Hintergrund.

In Firmen wird GenAI vor allem für Textarbeit eingesetzt. Sie beantwortet Kundenanfragen, fasst Verträge zusammen oder erstellt erste Entwürfe von Berichten. Programmierer nutzen sie als Assistenten, der Code vorschlägt. Der Nutzen ist am größten dort, wo ein Mensch das Ergebnis danach noch kontrolliert.

In den Nachrichten begegnet dir der Begriff meist in einer von drei Rollen. Erstens als Geschäftsfeld, wenn Anbieter Umsätze oder Investitionen melden. Zweitens als Streitthema, etwa bei Urheberrechtsklagen von Verlagen und Künstlern. Drittens als Sicherheitsfrage, wenn gefälschte Videos von Politikern auftauchen. Wer weiß, dass GenAI Inhalte erzeugt statt sie nachzuschlagen, versteht alle drei Debatten deutlich besser.

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