D-Band

D-Band

Das D-Band ist ein Funkfrequenzbereich von etwa 110 bis 170 Gigahertz. Er bietet enorm viel Platz für schnelle Datenübertragung, hat aber nur eine sehr geringe Reichweite und gilt als Kandidat für künftige Mobilfunkgenerationen.

Funk überträgt Daten mit elektromagnetischen Wellen, die pro Sekunde unterschiedlich oft schwingen. Diese Schwingungszahl heißt Frequenz und wird in Hertz gemessen. Radio, WLAN und Mobilfunk nutzen dafür jeweils eigene Bereiche, damit sie sich nicht gegenseitig stören. Das D-Band ist ein solcher Bereich, und zwar ein sehr hoch gelegener: Die Wellen schwingen dort 110 bis 170 Milliarden Mal pro Sekunde. Zum Vergleich: Handynetze arbeiten heute meist bei unter vier Milliarden Schwingungen pro Sekunde. Das D-Band liegt also rund vierzigmal höher als das, was ein normales Smartphone benutzt.

Warum so hohe Frequenzen überhaupt gesucht werden

In den niedrigen Bereichen ist es eng geworden. Mobilfunk, Fernsehen, Satelliten, Behördenfunk und WLAN teilen sich dort die verfügbaren Frequenzen. Neue Dienste bekommen kaum noch zusammenhängende Blöcke zugeteilt. Wie viel Daten eine Funkverbindung schafft, hängt aber stark davon ab, wie breit dieser Block ist.

Und genau hier liegt der Reiz des D-Bands. Es umfasst 60 Gigahertz Bandbreite an einem Stück. Das ist mehr Platz, als der gesamte klassische Mobilfunk unterhalb von sechs Gigahertz zusammen bietet. Damit sind Übertragungsraten von mehreren hundert Gigabit pro Sekunde denkbar. Ein Kinofilm in hoher Auflösung wäre in Bruchteilen einer Sekunde übertragen.

Für die KI-Branche ist das kein Randthema. Rechenzentren müssen riesige Datenmengen zwischen Servern und Standorten bewegen. Glasfaser ist dafür ideal, aber das Verlegen dauert Monate und kostet viel. Eine Funkstrecke im D-Band lässt sich in Tagen aufbauen und erreicht ähnliche Größenordnungen.

Kurze Wellen, kurze Reichweite

Hohe Frequenz bedeutet kurze Wellenlänge. Im D-Band ist eine Welle nur etwa zwei Millimeter lang. Solche Wellen verhalten sich fast wie Licht: Sie laufen geradeaus und werden von Hindernissen gestoppt. Eine Hauswand, ein Baum oder auch nur eine Hand reichen aus, um die Verbindung abzureißen.

Dazu kommt die Dämpfung durch die Luft selbst. Sauerstoff- und Wassermoleküle schlucken einen Teil der Energie. Bei starkem Regen kann eine Strecke deshalb einbrechen. Praktisch nutzbar sind meist nur einige hundert Meter bis wenige Kilometer, und das mit direkter Sichtverbindung.

Technisch begegnet man dem mit stark gebündelten Antennen. Statt in alle Richtungen zu senden, richtet man einen schmalen Strahl gezielt auf den Empfänger, ähnlich einem Suchscheinwerfer. Dieses Verfahren heißt Beamforming. Weil die Wellen so kurz sind, passen hunderte Antennenelemente auf eine Fläche von wenigen Quadratzentimetern. Ein verbreiteter Irrtum ist übrigens, D-Band-Strahlung sei besonders gefährlich. Sie dringt kaum in die Haut ein, weil sie schon an der Oberfläche absorbiert wird.

Vom Labor zur Mobilfunknorm

Im Alltag begegnet dir das D-Band bisher nicht. Kein Smartphone unterstützt es, und auch das aktuelle 5G-Netz nutzt es nicht. Wo es schon läuft, ist es unsichtbar: als Richtfunkstrecke zwischen Mobilfunkmasten, die dort die Verbindung ins Kernnetz herstellt, wo kein Glasfaserkabel liegt.

In Fachnachrichten taucht der Begriff vor allem im Zusammenhang mit 6G auf. Das ist die geplante nächste Mobilfunkgeneration, die etwa ab 2030 kommen soll. Firmen wie Nokia, Ericsson und Samsung zeigen dazu regelmäßig Rekordversuche mit D-Band-Technik. Die Weltfunkkonferenz, auf der Staaten die Nutzung von Frequenzen international abstimmen, hat Teile des Bandes bereits für Mobilfunk vorgemerkt.

Verwechseln solltest du das D-Band nicht mit dem sogenannten mmWave-5G, das bei 24 bis 40 Gigahertz arbeitet. Dessen Erfahrungen sind ernüchternd: In den USA sind die Zellen so klein, dass sich ein flächendeckender Ausbau kaum lohnt. Im D-Band wären die Zellen noch deutlich kleiner. Realistisch ist es daher kein Ersatz für normalen Mobilfunk, sondern eine Ergänzung an Orten mit sehr hohem Datenbedarf, etwa in Stadien, Fabrikhallen oder Bahnhöfen.

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