
Ku-Band
Das Ku-Band ist ein Frequenzbereich von etwa 12 bis 18 Gigahertz, in dem Satelliten Funksignale zur Erde senden und empfangen. Es ist der Bereich, über den klassisches Satellitenfernsehen und ein großer Teil des Satelliten-Internets läuft.
Funksignale sind Wellen, und Wellen unterscheidet man danach, wie schnell sie schwingen. Diese Schwingungszahl heißt Frequenz und wird in Hertz gemessen. Das Ku-Band ist ein bestimmter Abschnitt auf dieser Skala: ungefähr 12 bis 18 Milliarden Schwingungen pro Sekunde, also 12 bis 18 Gigahertz. Techniker haben solche Abschnitte vor Jahrzehnten mit Buchstaben benannt, damit man nicht ständig Zahlen nennen muss. Das « u » in Ku steht für « unter », denn dieser Bereich liegt direkt unterhalb des älteren K-Bands. Wer eine Satellitenschüssel am Balkon sieht, sieht fast immer eine Antenne für das Ku-Band.
Der Bereich, in dem Satellitenfernsehen groß geworden ist
Frequenzen sind ein knappes Gut. Jeder Bereich kann nur einmal vergeben werden, sonst stören sich die Nutzer gegenseitig. Behörden teilen die Skala deshalb weltweit auf und weisen einzelne Abschnitte bestimmten Zwecken zu. Das Ku-Band wurde früh für Rundfunk über Satelliten reserviert, und dieser Vorsprung wirkt bis heute nach.
Der praktische Vorteil liegt in der Antennengröße. Je höher die Frequenz, desto kürzer die Welle, und desto kleiner darf die Schüssel sein. Im tieferen C-Band braucht man Antennen von mehreren Metern Durchmesser. Im Ku-Band genügen oft 60 bis 80 Zentimeter. Erst dadurch wurde Satellitenfernsehen für normale Haushalte bezahlbar.
Wirtschaftlich ist das Band deshalb hart umkämpft. Klassische Fernsehsatelliten belegen es seit Jahrzehnten, neue Internet-Netzwerke drängen hinein. Wer eine Frequenzlizenz für eine Region besitzt, hält einen realen Vermögenswert. In Nachrichten über Satellitenbetreiber geht es oft genau um solche Rechte.
Warum Regen das Signal schwächt
Ein Satellit im geostationären Orbit steht rund 36.000 Kilometer über dem Äquator und scheint vom Boden aus stillzustehen. Er empfängt ein Signal von einer Bodenstation, verstärkt es und sendet es auf einer anderen Frequenz zurück. Der Weg nach oben und der Weg nach unten nutzen verschiedene Frequenzen, damit sich beide nicht überlagern. Beim Ku-Band liegt der Rückweg zur Erde grob bei 12 Gigahertz, der Hinweg nach oben bei etwa 14 Gigahertz.
Die Schüssel am Haus ist ein Spiegel. Sie bündelt die sehr schwachen ankommenden Wellen auf einen einzigen Punkt, an dem der Empfangskopf sitzt. Deshalb muss sie genau ausgerichtet sein. Schon wenige Grad Abweichung reichen, um das Bild zu verlieren.
Die Schwäche des Ku-Bands ist Wasser. Regentropfen haben ungefähr die Größenordnung dieser kurzen Wellen und schlucken einen Teil der Energie. Bei starkem Gewitter fällt das Bild deshalb manchmal aus, ein Effekt, den Techniker Regendämpfung nennen. Ein häufiger Irrtum ist, dass dann die Schüssel defekt sei. Meist zieht die Wolke einfach weiter.
Vom Fernsehempfang bis zum Internet im Flugzeug
Am sichtbarsten ist das Ku-Band auf den Dächern. Der Empfang von Astra oder Eutelsat in Europa läuft über dieses Band. Auch die Übertragungswagen bei Fußballspielen senden ihr Bild häufig darüber zum Sender zurück.
Sehr wichtig ist es außerdem für Verbindungen unterwegs. Schiffe, Flugzeuge und Militärfahrzeuge nutzen Ku-Band-Antennen, weil diese klein genug sind, um sie mitzuführen. Auch ein Teil der Satelliten von Starlink funkt im Ku-Band zu den Kundenterminals am Boden.
In Nachrichten taucht der Begriff meist im Vergleich mit dem Ka-Band auf, das noch höher liegt und mehr Daten transportiert, aber empfindlicher auf Regen reagiert. Betreiber wählen also zwischen Tempo und Zuverlässigkeit. Wenn ein Unternehmen ankündigt, Kapazität im Ka-Band aufzubauen, geht es um genau diese Abwägung.