Schichtdiagramm des KI-Stacks: unten die Hardware-Schicht mit Chips und Stromversorgung, darüber die Infrastruktur- und Cloud-Schicht mit Rechenzentren, darüber die Modell-Schicht mit trainierten KI-Modellen und Schnittstellen, ganz oben die Anwendungsschicht mit Chatbot und Apps; Pfeile zeigen den Weg einer Nutzeranfrage von oben nach unten und der Antwort zurück.

KI-Stack

Der KI-Stack ist die Gesamtheit der Schichten, die nötig sind, damit ein KI-Produkt funktioniert: von den Chips über die Rechenzentren und die Modelle bis zur App, die man selbst bedient. Der Begriff hilft, den Markt zu ordnen, weil in jeder Schicht andere Firmen Geld verdienen.

Wenn du eine KI-App auf dem Handy benutzt, arbeiten dahinter viele Ebenen zusammen. Ganz unten stehen spezielle Rechenchips, die die vielen Rechenschritte übernehmen. Darüber liegen große Rechenzentren, also Hallen voller solcher Rechner, die man über das Internet mieten kann. Darüber liegt das eigentliche Programm, das aus Beispieldaten gelernt hat, Texte oder Bilder zu erzeugen. Und ganz oben liegt die App mit dem Eingabefeld, die du siehst. Diesen Aufbau aus aufeinandergestapelten Schichten nennt man den KI-Stack, vom englischen Wort für Stapel.

Warum der Stapel den Markt sortiert

Der Begriff ist vor allem ein Ordnungsraster. In Nachrichten über KI-Firmen taucht ständig die Frage auf, wer eigentlich am Boom verdient. Die Antwort hängt davon ab, auf welcher Schicht eine Firma sitzt. Chiphersteller wie Nvidia verkaufen an alle anderen und verdienen unabhängig davon, welche App am Ende erfolgreich ist.

Wer weiter oben sitzt, ist von den Schichten darunter abhängig. Ein Start-up, das eine Lern-App baut, zahlt für jede Anfrage an das Modell, das es benutzt. Steigen diese Preise, schrumpft der eigene Gewinn sofort. Deshalb versuchen manche Firmen, mehrere Schichten selbst zu besetzen. Google etwa entwickelt eigene Chips, betreibt eigene Rechenzentren, trainiert eigene Modelle und baut eigene Apps.

Für Anleger und Journalistinnen ist der Stack deshalb ein Standardwerkzeug. Sätze wie « die Wertschöpfung verschiebt sich nach oben » bedeuten schlicht: Das Geld wandert von den Chips zu den Anwendungen. Ob das stimmt, ist umstritten, aber die Debatte wird in genau diesen Begriffen geführt.

Die vier Schichten von unten nach oben

Die unterste Schicht ist die Hardware. Dazu gehören Grafikprozessoren, kurz GPUs, also Chips, die sehr viele einfache Rechnungen gleichzeitig ausführen. Genau das braucht KI. Dazu kommen Speicher, Netzwerkkabel und die Stromversorgung. Ein modernes KI-Rechenzentrum verbraucht so viel Strom wie eine Kleinstadt.

Darüber liegt die Infrastruktur-Schicht. Firmen wie Amazon, Microsoft oder Google vermieten Rechenleistung stundenweise. Das nennt man Cloud. Ein Start-up muss so keine eigene Halle bauen, sondern bucht Rechenzeit wie einen Streamingdienst. Dazu gehören auch Programme, die das Training überwachen und Daten verwalten.

Die dritte Schicht sind die Modelle selbst, etwa GPT, Gemini oder Llama. Sie werden einmal aufwendig trainiert und danach millionenfach benutzt. Viele Anbieter stellen sie über eine Schnittstelle bereit, eine sogenannte API. Andere Programme können das Modell darüber ansprechen, ohne es zu besitzen. Ganz oben liegt die Anwendungsschicht: der Chatbot, der Programmierassistent, die Übersetzungsfunktion im Browser. Nur diese Schicht sieht der Nutzer.

Der Stack in Schlagzeilen und Produkten

Immer wenn eine Firma Quartalszahlen vorlegt, wird sie einer Schicht zugeordnet. Nvidia gilt als Hardware, OpenAI als Modellanbieter, Notion oder Duolingo als Anwendung. Meldungen über Exportbeschränkungen für Chips betreffen die unterste Schicht, wirken sich aber nach oben auf alle anderen aus.

Ein häufiger Irrtum ist, den KI-Stack für eine feste technische Norm zu halten. Er ist nur ein Denkmodell. Manche Darstellungen zählen fünf Schichten, andere drei, und die Grenzen verschieben sich. Auch ist die Reihenfolge nicht immer sauber: Ein Modellanbieter kann gleichzeitig eine eigene App betreiben und damit zum Konkurrenten seiner eigenen Kunden werden.

Im Alltag begegnet dir der Stack unsichtbar. Tippst du eine Frage in einen Chatbot, wandert sie durch die App, über eine Schnittstelle zum Modell, von dort in ein Rechenzentrum und auf einen Chip. Die Antwort nimmt denselben Weg zurück, meist in ein bis zwei Sekunden. Wer den Stapel kennt, versteht besser, warum solche Antworten Geld kosten und warum manche Anbieter Grenzen für die kostenlose Nutzung setzen.

Subscribe free. Unsubscribe the second it sucks.

High-signal news across AI, business, UX, and tech. Every morning.