Kaufoption

Kaufoption

Eine Kaufoption ist ein Vertrag, der dem Käufer das Recht gibt, eine Sache später zu einem heute festgelegten Preis zu kaufen — aber nicht die Pflicht dazu. Für dieses Recht zahlt er beim Abschluss eine Gebühr, die er in jedem Fall los ist.

Eine Kaufoption ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien. Die eine Seite darf eine bestimmte Sache zu einem heute vereinbarten Preis kaufen, und zwar erst zu einem späteren Zeitpunkt. Sie muss es aber nicht tun — genau darin liegt der Kern. Die andere Seite ist verpflichtet zu verkaufen, falls das Recht genutzt wird. Für dieses ungleiche Verhältnis zahlt der Käufer sofort eine Gebühr, den sogenannten Optionspreis. Diese Gebühr ist weg, egal wie die Sache ausgeht. Die « Sache » ist meist ein Wertpapier, also ein Anteil an einer Firma, kann aber auch Öl, Gold oder eine Währung sein.

Warum ein Recht ohne Pflicht so viel wert ist

Wer eine Aktie direkt kauft, trägt das volle Risiko. Fällt der Kurs um die Hälfte, ist die Hälfte des Geldes weg. Bei einer Kaufoption ist der maximale Verlust dagegen von Anfang an bekannt: es ist genau die gezahlte Gebühr. Nach oben ist der Gewinn dagegen offen. Diese schiefe Verteilung macht Optionen für Anleger interessant.

Ein Zahlenbeispiel macht das greifbar. Eine Aktie steht bei 100 Euro. Du kaufst für 5 Euro das Recht, sie in drei Monaten für 100 Euro zu bekommen. Steigt der Kurs auf 130 Euro, kaufst du für 100 und verkaufst für 130. Nach Abzug der 5 Euro bleiben 25 Euro Gewinn — aus einem Einsatz von 5 Euro. Fällt der Kurs auf 80 Euro, lässt du die Option einfach verfallen. Dein Verlust bleibt bei 5 Euro.

Diese Hebelwirkung ist zugleich die Gefahr. Kleine Kursbewegungen führen zu großen prozentualen Ausschlägen beim Optionspreis. Und in den allermeisten Fällen verfällt eine Option wertlos. Der Totalverlust ist bei Optionen also nicht der Ausnahmefall, sondern der Normalfall.

Basispreis, Laufzeit und der Wert der Zeit

Drei Angaben bestimmen jede Kaufoption. Der Basispreis ist der Preis, zu dem später gekauft werden darf. Die Laufzeit legt fest, bis wann das Recht gilt. Der Bezugswert nennt, worauf sich das Ganze bezieht, etwa eine bestimmte Aktie. Aus diesen drei Angaben und dem aktuellen Kurs ergibt sich, was die Option kostet.

Der Preis besteht aus zwei Teilen. Der innere Wert ist der Betrag, den die Option sofort einbringen würde. Liegt der Kurs bei 110 Euro und der Basispreis bei 100 Euro, sind das 10 Euro. Dazu kommt der Zeitwert. Er bezahlt die Chance, dass der Kurs bis zum Ende noch weiter steigt. Je länger die Laufzeit und je stärker der Kurs normalerweise schwankt, desto höher ist dieser Zeitwert.

Der Zeitwert schrumpft mit jedem Tag und ist am Ende der Laufzeit null. Eine Option verliert also an Wert, selbst wenn sich am Kurs gar nichts tut. Wichtig ist auch die Abgrenzung zur Verkaufsoption, dem Gegenstück: Dort darf man verkaufen statt kaufen, und man verdient bei fallenden Kursen.

Von Mitarbeiterprogrammen bis zu Meldungen über Optionsvolumen

Am häufigsten begegnen Kaufoptionen jungen Leuten im Arbeitsvertrag von Tech-Firmen. Startups und Konzerne wie Nvidia oder SAP zahlen Teile des Gehalts in Optionen auf eigene Aktien. Steigt der Firmenwert, sind sie viel wert. Bleibt der Kurs stehen, sind sie wertlos. Das soll Mitarbeiter an den Erfolg der Firma binden.

In Nachrichten tauchen Optionen oft als Stimmungsmesser auf. Formulierungen wie « ungewöhnlich hohes Call-Volumen » bedeuten, dass viele Anleger auf steigende Kurse setzen. Rund um KI-Aktien wurde das in den letzten Jahren regelmäßig gemeldet. Solche Zahlen sind allerdings kein verlässlicher Blick in die Zukunft, sondern nur eine Momentaufnahme der Erwartungen.

Auch außerhalb der Börse gibt es das Prinzip. Wer sich beim Grundstückskauf ein Vorkaufsrecht zu festem Preis sichert, hat wirtschaftlich eine Kaufoption. Fluggesellschaften vereinbaren mit Herstellern Optionen auf zusätzliche Flugzeuge. Immer geht es um dasselbe: sich eine Möglichkeit offenhalten, ohne sich schon festzulegen.

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