ARM

ARM

ARM ist ein Bauplan für Prozessoren, also für die Rechenchips in Computern und Handys. Die britische Firma Arm entwirft diesen Bauplan und verkauft Lizenzen daran, statt selbst Chips herzustellen — fast jedes Smartphone der Welt rechnet damit.

In jedem Computer und in jedem Handy steckt ein Rechenchip, der die eigentliche Arbeit erledigt. Damit ein Programm auf diesem Chip laufen kann, müssen beide dieselbe Sprache sprechen. Diese Sprache ist eine feste Liste von Befehlen, die der Chip versteht: rechne, vergleiche, hole eine Zahl aus dem Speicher. ARM ist eine solche Befehlsliste, entworfen von der britischen Firma Arm. Das Besondere: Arm baut selbst keine Chips. Die Firma verkauft nur den Bauplan, und andere Unternehmen fertigen daraus ihre eigenen Chips.

Vom Handy in das Rechenzentrum

ARM-Baupläne wurden ursprünglich für Geräte entwickelt, die mit einem Akku auskommen müssen. Sparsamkeit war deshalb von Anfang an das wichtigste Ziel. Genau das hat ARM die Führung bei Smartphones gebracht. Praktisch jedes verkaufte Handy nutzt heute einen ARM-basierten Chip, egal von welchem Hersteller.

Lange galt der klassische Konkurrent x86 von Intel und AMD als unangefochten bei Notebooks und Servern. Das hat sich verschoben. Apple stellte seine Macs ab 2020 auf eigene ARM-Chips um und erreichte damit längere Akkulaufzeiten bei gleicher Leistung. Amazon, Google und Microsoft entwerfen inzwischen eigene ARM-Server-Chips für ihre Rechenzentren.

Für die Börse ist ARM deshalb ein wichtiger Name. Strom ist der größte Kostenblock eines Rechenzentrums. Wenn KI-Anwendungen den Stromhunger weiter steigern, wird jedes eingesparte Watt zu Geld. Auch Nvidia setzt in seinen KI-Systemen auf ARM-Kerne als Steuereinheit neben den Grafikchips.

Ein Bauplan zum Lizenzieren

Arm arbeitet wie ein Architekturbüro, das Pläne verkauft, aber nie selbst mauert. Wer einen Chip bauen will, kauft eine Lizenz und zahlt zusätzlich eine kleine Gebühr pro ausgeliefertem Chip. Diese Gebühr liegt oft nur im Cent- bis Dollarbereich. Bei Milliarden Geräten pro Jahr summiert sich das trotzdem enorm.

Es gibt zwei Stufen von Lizenzen. Manche Kunden übernehmen fertig entworfene Rechenkerne von Arm und setzen sie nur noch zusammen. Andere, etwa Apple, kaufen die Rechte an der Befehlsliste und entwerfen die Kerne komplett selbst. Beide Wege führen zu Chips, auf denen dieselbe Software läuft.

Technisch gehört ARM zu den Architekturen mit vergleichsweise wenigen, einfachen Befehlen. Der Chip erledigt pro Schritt weniger, kann dafür aber schlanker und sparsamer aufgebaut sein. Ein häufiger Irrtum ist, ARM sei deshalb grundsätzlich schwächer als x86. Die schnellsten Apple- und Amazon-Chips zeigen, dass das nicht stimmt.

Wo ARM-Chips schon in deinem Alltag stecken

Dein Handy ist das offensichtlichste Beispiel, aber es bleibt nicht dabei. ARM-Kerne sitzen in Fernsehern, Fritzboxen, Autos, Kopfhörern, Smartwatches und dem Raspberry Pi. Auch ein MacBook mit M-Chip und viele Windows-Notebooks mit Snapdragon-Prozessor gehören dazu.

In Nachrichten begegnet dir der Name meist in zwei Zusammenhängen. Erstens bei neuen Chips: Wenn Apple, Qualcomm oder Amazon einen Prozessor vorstellen, ist er in der Regel ARM-basiert. Zweitens bei der Firma selbst. Arm Holdings gehört mehrheitlich dem japanischen Investor Softbank und ist seit 2023 an der US-Börse Nasdaq notiert.

Ein wiederkehrendes Thema sind außerdem Rechtsstreitigkeiten über Lizenzen, etwa zwischen Arm und Qualcomm. Weil so viele Geräte von diesem einen Bauplan abhängen, wird jeder Konflikt darüber schnell zur Branchennachricht. Wer Meldungen über Chips liest, kommt an ARM praktisch nicht vorbei.

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