
Starlink
Starlink ist ein Internetdienst der US-Firma SpaceX, der über tausende kleine Satelliten funkt statt über Kabel im Boden. Er versorgt vor allem Orte, an denen es keine schnellen Leitungen gibt – Dörfer, Schiffe, Flugzeuge und Kriegsgebiete.
Starlink ist ein Internetzugang aus dem Weltraum. Betrieben wird er von SpaceX, dem Raketenunternehmen von Elon Musk. Normales Internet kommt über Kabel ins Haus, meist über Glasfaser oder alte Telefonleitungen. Starlink ersetzt dieses Kabel durch eine Funkverbindung zu Satelliten, also zu Geräten, die in wenigen hundert Kilometern Höhe um die Erde kreisen. Der Kunde stellt dafür eine flache Antenne ins Freie, die grob wie ein großes Tablet aussieht. Über 6.000 dieser Satelliten sind inzwischen im Einsatz, mehr als von jedem anderen Betreiber.
Internet für Gegenden ohne Kabel
Ein Kabel zu verlegen kostet pro Kilometer viel Geld. In dicht bebauten Städten lohnt sich das, weil sich hunderte Haushalte die Kosten teilen. Für ein einzelnes Haus am Waldrand oder eine Forschungsstation lohnt es sich nie. Genau diese Lücke füllt Starlink: Die Satelliten sind schon oben, ein weiterer Kunde kostet den Betreiber fast nichts extra.
Dadurch ist Starlink auch politisch wichtig geworden. Im Ukraine-Krieg nutzten Militär und Verwaltung das Netz, weil Funktürme und Leitungen zerstört waren. Das brachte eine unangenehme Frage auf den Tisch: Ein einzelnes privates Unternehmen kann entscheiden, wer den Dienst bekommt und wo er abgeschaltet wird. Mehrere Regierungen arbeiten deshalb an eigenen Satellitennetzen, die Europäische Union etwa am Projekt IRIS².}
Für Anleger ist Starlink zudem der Teil von SpaceX, der regelmäßig Geld einbringt. Raketenstarts sind Einzelaufträge, Internetverträge dagegen laufen monatlich weiter. Ein Börsengang von Starlink gilt an den Finanzmärkten seit Jahren als eine der meistdiskutierten Möglichkeiten.
Warum die Satelliten so tief fliegen
Ältere Satelliten-Internetdienste nutzen eine Bahn in etwa 36.000 Kilometern Höhe. Dort steht ein Satellit scheinbar still über einem Punkt der Erde, was den Empfang einfach macht. Der Nachteil ist die Strecke: Das Signal muss hin und zurück rund 72.000 Kilometer weit. Selbst mit Lichtgeschwindigkeit entsteht so eine Verzögerung von einer halben Sekunde. Für Videospiele oder Telefonate ist das unbrauchbar.
Starlink-Satelliten fliegen nur etwa 550 Kilometer hoch. Die Verzögerung sinkt damit auf Werte, die kaum auffallen. Der Preis dafür: In dieser Höhe rast ein Satellit in rund 90 Minuten einmal um die Erde. Er steht also nie still, sondern zieht nach wenigen Minuten über den Horizont. Deshalb braucht man tausende Satelliten, damit immer einer in Reichweite ist.
Die Antenne beim Kunden richtet sich elektronisch aus, ohne sich zu drehen, und übergibt die Verbindung laufend an den nächsten Satelliten. Man kann sich das wie ein Staffelrennen vorstellen, bei dem der Stab alle paar Minuten weitergegeben wird. Von dort geht das Signal an eine Bodenstation, die am normalen Internet hängt. Neuere Satelliten reichen die Daten zusätzlich per Laser untereinander weiter.
Von der Almhütte bis zum Nachthimmel
Im Alltag trifft man Starlink dort, wo Kabel fehlen. Fluggesellschaften bieten damit WLAN an Bord an, Kreuzfahrtschiffe und Frachter nutzen es auf offener See. Auch Baustellen, Katastrophenhelfer und Landwirte mit Maschinen im Feld gehören zu den Kunden. In Deutschland ist der Dienst verfügbar, kostet aber deutlich mehr als ein üblicher Kabelanschluss.
Sichtbar wird Starlink außerdem am Himmel. Kurz nach einem Start ziehen die Satelliten als Perlenkette über den Nachthimmel. Astronominnen und Astronomen kritisieren das, weil die helle Spur Teleskopaufnahmen verdirbt. Ein zweiter Streitpunkt ist Weltraumschrott: Je mehr Objekte in tiefer Umlaufbahn kreisen, desto größer die Kollisionsgefahr.
Ein häufiger Irrtum: Starlink ersetzt kein Mobilfunknetz. Das Handy verbindet sich nicht direkt mit dem Satelliten, sondern mit der Antenne am Haus oder im Fahrzeug. SpaceX arbeitet zwar an Satelliten, die Handys direkt erreichen, doch das ist bisher auf kurze Textnachrichten beschränkt. In News-Meldungen wird beides oft in einen Topf geworfen.