Story-Format
Das Story-Format ist eine Darstellungsform für Handy-Bildschirme: hochkant, aus einzelnen Bild- oder Videokarten zusammengesetzt, die man durch Antippen weiterschaltet. Beiträge in diesem Format verschwinden auf sozialen Netzwerken meist nach 24 Stunden wieder.
Das Story-Format ist eine bestimmte Art, Inhalte auf dem Handy zu zeigen. Ein Beitrag besteht dabei nicht aus einem langen Text, sondern aus mehreren kurzen Karten. Jede Karte füllt den Bildschirm hochkant komplett aus und zeigt ein Foto, ein Video oder wenige Zeilen Text. Durch Tippen auf den rechten Bildschirmrand springt man zur nächsten Karte, durch Tippen links zurück. Wer nichts tut, sieht die Karten automatisch nacheinander, meist fünf bis fünfzehn Sekunden lang. Bekannt wurde diese Form durch Snapchat im Jahr 2013, kurz darauf übernahmen Instagram, WhatsApp, Facebook, YouTube und TikTok sie.
Warum Medien und Firmen darauf setzen
Der Grund ist schlicht, wie Menschen ihr Handy halten. Fast alle halten es senkrecht, nicht quer. Ein Video im Querformat füllt dann nur einen kleinen Streifen in der Bildschirmmitte. Das Story-Format nutzt dagegen die ganze Fläche und lässt keinen Platz für andere Inhalte. Genau deshalb bleibt die Aufmerksamkeit länger beim Beitrag hängen.
Dazu kommt ein zweiter Effekt: Viele Stories löschen sich nach 24 Stunden von selbst. Diese Frist erzeugt einen leichten Druck, jetzt hineinzuschauen statt später. Für Unternehmen ist das ein Werkzeug, um regelmäßig gesehen zu werden, ohne die dauerhafte Profilseite mit Belanglosem zu füllen. Auch Nachrichtenredaktionen bauen ihre Meldungen inzwischen als Kartenstapel, weil junge Leserinnen und Leser dort unterwegs sind.
Für Anleger ist das Format wirtschaftlich interessant. Zwischen die Karten lässt sich Werbung schieben, die genauso aussieht wie der übrige Inhalt. Meta, der Konzern hinter Instagram und Facebook, verdient mit dieser Werbeform einen erheblichen Teil seiner Einnahmen. Als Instagram 2016 Stories einführte, verlor die Konkurrenz Snapchat spürbar an Nutzerwachstum.
Der Aufbau einer Kartenfolge
Technisch ist eine Story eine geordnete Liste von Medien. Die App lädt die Karten im Voraus, damit beim Weitertippen keine Wartezeit entsteht. Über jedem Beitrag liegen kleine Fortschrittsbalken, einer pro Karte. Daran erkennt man sofort, wie viel noch kommt. Das Seitenverhältnis ist fast immer 9:16, also deutlich höher als breit.
Auf die Bilder werden zusätzliche Elemente gelegt: Text, Sticker, Umfragen, Links oder Musik. Diese Elemente sind keine Teile des Fotos, sondern eigene Ebenen. Deshalb kann man auf eine Umfrage tippen und abstimmen, während das Video weiterläuft. Genau diese Interaktion unterscheidet eine Story von einem gewöhnlichen Video.
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Story und Reel dasselbe seien. Ein Reel ist ein einzelnes kurzes Video, das dauerhaft bleibt und von der Software auch Fremden vorgeschlagen wird. Eine Story richtet sich dagegen zuerst an die eigenen Abonnenten und verschwindet wieder. Beides ist hochkant, der Zweck ist aber verschieden.
Vom Schulhof bis zur Nachrichtenseite
Im Alltag begegnet einem das Format vor allem auf Instagram, WhatsApp und Snapchat. Dort teilen Freunde Fotos, die nach einem Tag wieder weg sind. Auch Sportvereine, Musiker und Politiker nutzen es, um Zwischenstände oder Blicke hinter die Kulissen zu zeigen. Wer selbst eine Story postet, sieht später eine Liste aller Personen, die sie angesehen haben.
Außerhalb sozialer Netzwerke gibt es das Format ebenfalls. Google hat mit den sogenannten Web Stories eine Variante für normale Internetseiten geschaffen. Nachrichtenportale, Shops und Rezeptseiten bauen damit Artikel als Kartenstapel nach. Solche Seiten laden schnell und tauchen in der Google-Suche teils prominent auf.
In Wirtschaftsmeldungen fällt der Begriff meist im Zusammenhang mit Werbeumsätzen. Wenn eine Plattform berichtet, wie viele Menschen täglich Stories ansehen, geht es um Werbeplätze. Und wenn Programme mit künstlicher Intelligenz automatisch aus einem Text passende Karten erzeugen, ist ebenfalls dieses Format gemeint.