FSD (Full Self-Driving)

FSD (Full Self-Driving)

FSD ist der Name eines Fahrassistenz-Pakets von Tesla, das Autos weitgehend selbstständig lenken, bremsen und abbiegen lässt. Trotz des Namens „Full Self-Driving“ muss der Mensch am Steuer jederzeit eingreifen können und bleibt rechtlich verantwortlich.

FSD steht für „Full Self-Driving“, also „vollständiges Selbstfahren“. Gemeint ist ein Software-Paket des Autoherstellers Tesla, das man gegen Aufpreis zum Auto dazukauft. Ist es aktiv, lenkt das Auto selbst, hält Abstand, wechselt die Spur, biegt ab und hält an roten Ampeln. Der Name verspricht allerdings mehr, als das System darf: Der Mensch am Steuer muss die Fahrt dauerhaft überwachen und sofort eingreifen können. Tesla nennt die Funktion inzwischen selbst „FSD (Supervised)“, also beaufsichtigtes Fahren. Rechtlich ist der Fahrer weiterhin für alles verantwortlich, was passiert.

Warum der Name für Streit sorgt

Fachleute teilen automatisiertes Fahren in Stufen von 0 bis 5 ein. Stufe 2 bedeutet: Das Auto lenkt und bremst, der Mensch überwacht permanent. Erst ab Stufe 3 darf man den Blick zeitweise von der Straße nehmen. FSD ist trotz seines Namens ein System der Stufe 2. Genau daran entzündet sich die Kritik, denn der Produktname suggeriert Stufe 5.

Das ist kein reines Wortspiel. Wenn Fahrer dem System zu sehr vertrauen, reagieren sie zu spät auf Situationen, die die Software falsch einschätzt. Verkehrsbehörden in den USA haben deshalb mehrfach Untersuchungen gegen Tesla eingeleitet, etwa nach Unfällen bei schlechter Sicht. Auch Werbeaussagen zu FSD waren bereits Gegenstand von Verfahren.

Für Anleger ist FSD zusätzlich eine Finanzfrage. Tesla verkauft das Paket seit Jahren für mehrere tausend Euro oder im Abo. Ein Teil dieser Einnahmen darf erst als Umsatz verbucht werden, wenn die versprochenen Funktionen tatsächlich geliefert sind. Und die Erwartung, aus FSD später ein Netz fahrerloser Robotaxis zu machen, steckt in einem erheblichen Teil des Börsenwerts.

Kameras statt Laser: der technische Ansatz

FSD arbeitet fast ausschließlich mit Kameras rund um das Auto. Andere Hersteller setzen zusätzlich auf Lidar, ein Sensor, der mit Laserpulsen Entfernungen misst. Tesla verzichtet bewusst darauf und argumentiert, Menschen führen schließlich auch nur mit Augen. Kameras sind billiger, aber empfindlicher gegenüber Nebel, Blendung und Dunkelheit.

Die Bilder wertet ein neuronales Netz aus. Das ist ein Programm, das nicht Regel für Regel programmiert wurde, sondern aus riesigen Mengen an Beispielvideos gelernt hat. Ältere Versionen von FSD kombinierten dieses Lernen mit von Hand geschriebenen Verkehrsregeln. Neuere Versionen arbeiten weitgehend „End-to-End“: Ein einziges Netz bekommt die Kamerabilder und gibt direkt Lenk- und Bremsbefehle aus.

Der Vorteil dieses Ansatzes ist Flüssigkeit, der Nachteil Undurchschaubarkeit. Wenn das Auto grundlos bremst, lässt sich schwer sagen, welche Regel gerade gegriffen hat, denn es gibt keine. Trainiert wird mit Fahrdaten aus der eigenen Flotte, was Tesla einen großen Datenvorsprung verschafft. Die Rechenarbeit im Auto erledigt ein eigens entwickelter Chip, der die Bilder in Echtzeit verarbeiten muss.

Wo FSD auf der Straße und in den Schlagzeilen auftaucht

In Deutschland ist FSD in vollem Umfang bislang nicht freigegeben. Zulässig sind hier nur eingeschränkte Assistenzfunktionen, weil europäische Vorschriften strenger sind als US-amerikanische. In den USA und in China fahren dagegen hunderttausende Fahrzeuge mit dem System. Wer Videos davon sieht, sollte bedenken: Sie zeigen meist gelungene Fahrten, nicht die Fälle mit Eingriff.

In Wirtschaftsnachrichten begegnet dir FSD vor allem in drei Zusammenhängen. Erstens bei Quartalszahlen, wenn Tesla Einnahmen aus dem Paket verbucht. Zweitens bei Behördenmeldungen zu Rückrufen oder Untersuchungen. Drittens bei Ankündigungen rund um Robotaxis, also Fahrdienste ohne Fahrer.

Ein häufiger Irrtum ist, FSD mit dem „Autopilot“ zu verwechseln. Autopilot ist bei Tesla serienmäßig und kann im Wesentlichen Spur und Abstand auf der Autobahn halten. FSD ist die teure Erweiterung, die auch im Stadtverkehr agiert. Und beide unterscheiden sich klar von Systemen wie Waymo, die in festgelegten Gebieten wirklich ohne Fahrer unterwegs sind.

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